Eschborn aus der Luft betrachtet: Das Feuerwehr-Gerätehaus [1], Rathaus/Stadthalle mit ?Neuer Mitte? [2), die evangelische Kirche [3] und die Heinrich-von-Kleist-Schule [4] sind erkennbar. Unsere Aufnahme ist im Jahre 2011 entstanden.
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Eschborn aus der Luft betrachtet: Das Feuerwehr-Gerätehaus [1], Rathaus/Stadthalle mit ?Neuer Mitte? [2), die evangelische Kirche [3] und die Heinrich-von-Kleist-Schule [4] sind erkennbar. Unsere Aufnahme ist im Jahre 2011 entstanden.

Eschborns Masterplan

Ein Plan, wie die Stadt in 20 Jahren aussieht

  • VonManfred Becht
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Die Bürger sollen sich an der Ausarbeitung des Masterplanes für Eschborn beteiligen. Es wird dabei ein erheblicher Aufwand betrieben.

Er hat wohl eher die großen Firmen gemeint, die in Eschborn sind, als die Stadt selbst. Aber man hört es natürlich gerne, wenn ein Stadtplaner wie Philipp Wetzel Eschborn als „Global Player“ bezeichnet, als einen weltweit tätigen Akteur. Und so ist dann auch das Geschäftsgebaren, wenn es um die Aufstellung eines Stadtentwicklungsplanes geht. Nicht nur, dass man lieber von einem Masterplan spricht. Sondern man geht in die Vollen, wenn es um den Aufwand geht – um die Inhalte soll sich eine Planungsgemeinschaft kümmern, die aus dem Hamburger Stadtplanungsbüro Orange Edge und dem Ingenieurbüro Arup besteht – letzteres gehört zu einem Londoner Unternehmen, das weltweit 92 Büros betreibt.

Dazu kommt noch die Darmstädter Firma Stadt-Bau-Plan, die einzig und alleine dafür engagiert wurde, die Beteiligung der Bürger an dem Projekt zu organisieren. Was das alles koste, das könne man zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht sagen, so Eschborns Pressesprecherin Beate Brendel auf Anfrage dieser Zeitung. Auch die Haushaltsmittel geben keinen Anhaltspunkt, die verstecken sich nämlich in einem Ansatz, aus dem auch anderes bezahlt wird. Es liegt zwar in der Natur der Sache, dass man anfangs nicht genau wissen kann, was so ein Prozess kostet. Aber es kann auch noch der eine oder andere Auftrag dazu kommen. So wurde gerade ein Auftrag vergeben, speziell zur Erarbeitung des Masterplanes eine Erweiterung des städtischen Internetauftritts zu erarbeiten.

Unwichtig ist das Thema ja nicht. Es gehe darum, so Bürgermeister Mathias Geiger, „die Stadt für alle Menschen, die hier leben und arbeiten, attraktiv zu halten“. Deshalb soll ein Plan gemacht werden für die Entwicklung der Stadt in den nächsten 15 bis 20 Jahren. Dabei bleibt kein Bereich ausgespart: Es geht um Arbeiten und Wohnen, um Mobilität, Umwelt, Landschaft und anderes mehr. Und es gehe nicht nur um abstakte Planungen, stellte Orange-Edge-Planer Wetzel jetzt im Bauausschuss klar. Sondern um konkrete Maßnahmen, die dann auch umgesetzt werden.

Was konkret passiert, dafür werden sich die Bürger am meisten interessieren. Sie sollen daher eingebunden werden. Im ersten Schritt sollen sie den erwähnten Internetauftritt nutzen und ihre Vorstellungen dort hinterlassen. All das soll dann bei einer ersten Veranstaltung präsentiert und diskutiert werden. Dann gibt es Werkstatt-Gespräche und Fachforen zu einzelnen Themen; die dabei beteiligten Bürger, jeweils etwa drei bis fünf, werden ausgelost. Stadtrat Adolf Kannengießer möchte auf diese Weise verhindern, dass irgendwelche Interessengruppen übermäßigen Einfluss bekommen. Bei einer zweiten Veranstaltung wird dann das fertige Stadtleitbild präsentiert.

„Nicht jede verrückte Idee, die irgendjemand äußert, kommt in den Masterplan“, machte Stadtrat Kannengießer klar. Er wandte sich auch gegen die Befürchtung, die Politik werde zu wenig einbezogen in den Prozess. Zumindest in den Werkstatt-Gesprächen sollen die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung vertreten sein, und ohnehin werde die Stadtverordnetenversammlung Zwischenergebnisse wie auch das Endergebnis beschließen.

Was nicht gesagt wurde, was aber klar ist: Auch über die meisten der Maßnahmen werden die Stadtverordneten vor der Umsetzung entscheiden, alleine schon weil sie das nötige Geld zur Verfügung stellen müssen. Und erst bei der Umsetzung wird sich zeigen, was der Masterplan wert ist. Es schlummern eine Menge ambitioniert erarbeiteter Stadtentwicklungspläne in den Schubladen der Kommunen...

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