Radrennen am 1. Mai

Radsportler fühlt sich um den Sieg betrogen: Fehler des Führungsfahrzeugs?

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Der 1. Mai 2018 bleibt vielen Radsportlern und Zuschauern als positives Erlebnis in Erinnerung. Aber es gibt auch kritische Töne. Bei der Velo-Tour über 50 Kilometer, bei der ambitionierte Freizeitsportler um die Platzierungen kämpfen, hat eine Leserin erhebliche organisatorische Mängel festgestellt.

Katrin Riegelhof aus Friedrichsdorf fühlte sich beim Start zur Velo-Tour über 50 Kilometer in Eschborn stark behindert, weil eine langsamer fahrende Gruppe vorher startete und nur mit großen Problemen überholt werden konnte. Zudem ärgert sie sich darüber, dass ein Teamkamerad als Führender von einem Begleitfahrzeug kurz vor dem Ziel auf eine falsche Spur gelenkt wurde und am Ende nur den 80. Platz belegte.

Die 44 Jahre alte Diplom-Designerin Katrin Riegelhof ist eine erfahrene Radrennfahrerin und startete im Trikot des Rose-Teams Münsterland bei dem Radklassiker im Rhein-Main-Gebiet. Mehr als ihre eigenen Probleme beim Start mit dem gefährlichen Gerangel beim Überholen der langsameren Gruppe ärgerte sie, dass ihr Teamkamerad Christoph Wisse aus ihrer Sicht um den Sieg betrogen wurde. Sie verpasste auch einen Abzweig und musste einen kleinen Umweg fahren, erreichte aber Platz zwei in ihrer Altersklasse und Platz vier in der Gesamtwertung.

Interessant ist, dass derartige Vorkommnisse heutzutage über die sozialen Medien schnell verbreitet werden. So heißt es im Bericht des „Rose Teams Münsterland“, für das Katrin Riegelhof fährt, zum Pech ihres Mannschaftskameraden Christoph Wisse: „Der Sieger wurde schon im Zielbereich des Rennens angekündigt, als sich das Führungsfahrzeug entschied, den Ausreißer auf eine falsche Route zu führen. So konnte Christoph leider keinen Sieg einfahren und muss sich wie Kai Hundertmarck im Jahre 2000 mit der schlechten Streckenführung in Frankfurt arrangieren und landete auf Platz 80 der Gesamtwertung.“

Anstelle von Christoph Wisse gewann Jona Gutsche vom „sebamed Racing Team“ das Rennen. Auf deren Homepage wurde das so kommentiert: „Der Fairness halber seit darauf hingewiesen, dass ein Fahrer vom Rose Team sich vorher abgesetzt hatte und da scheinbar niemand außer Jona ihn einholen wollte, schon wie der sichere Sieger aussah. Allerdings folgte er irrtümlich einem abbiegenden Motorrad, so dass er von der Strecke abkam und als 80. gewertet wurde. Das hat bei dem Rennen schon eine unrühmliche Tradition.“

Die in Bad Soden ansässige Gesellschaft zur Förderung des Radsports, in deren Verantwortungsbereich die geschilderten Vorfälle fallen, hat trotz mehrfacher Nachfragen dieser Zeitung zu den Geschehnissen keine Stellungnahme abgegeben.

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