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Es ist Bewegung in die Pläne zur Sanierung und Erweiterung des Rathauses und des Neubaus der Stadthalle gekommen.

Architektenwettbewerb

Das Rathaus soll größer werden

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Es bleibt dabei: Das Rathaus bleibt stehen und wird saniert, die Stadthalle wird abgerissen und neu gebaut. Daran ändert auch massiver Widerstand von CDU und Grünen nichts.

Für eine Weile war es etwas still geworden um die geplante Sanierung und Erweiterung des Rathauses und den damit verbundenen Neubau der Stadthalle. Jetzt aber soll es weitergehen: Die Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat beauftragt, einen Architektenwettbewerb für das Gesamtprojekt vorzubereiten. Den Wortlaut der Auslobung möchte das Parlament dann aber auch selbst noch einmal beschließen.

Darüber hinaus wird an den bereits gefassten Grundsatzbeschlüssen festgehalten. Das Rathaus wird nicht nur saniert, sondern auch um 2750 Quadratmeter Fläche erweitert, damit ausgelagerte Mitarbeiter dort wieder einen Schreibtisch bekommen können. Die Stadthalle wird komplett neu gebaut und eine technische Ausstattung bekommen, die erheblich über ihre Vorgängerin hinausgeht. Insgesamt werden einige Gebäude abgerissen, auch das Parkdeck. Deshalb müssen auch neue Parkplätze geschaffen werden. Nach einer vorläufigen Kalkulation soll dies alles zusammen 57 Millionen Euro kosten.

Für die CDU äußerte Frederic Schneider erhebliche Zweifel, dass dieser Kostenrahmen eingehalten werden kann. „Das wird ein Fass ohne Boden, die Kosten laufen uns davon“, fürchtet auch Dietmar Jerger (Die Bürgerlichen). Eva Sauter (SPD) räumte ein, dass erst der Architektenwettbewerb mehr Klarheit zu den Kosten bringen kann, während Regine Seidel (Freie Wähler) davon ausgeht, dass die 57 Millionen eine belastbare Zahl sind.

Jerger und die Christdemokraten ließen jedenfalls erkennen, dass sie einem Neubau des Rathauses den Vorzug geben würden. Nur seien ordentliche Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu schaffen, so CDU-Fraktionschef Markus Depping. Barrierefrei werde ein saniertes Rathaus auch nicht. Und die Klinkerfassade, die beim Bürgerentscheid des Jahres 2012 eine so große Rolle gespielt hat, könne wegen der energetischen Sanierung auch nicht erhalten werden.

Das wird in anderen Parteien anders gesehen. Man könne den Bau einer Klinkerfassade als Vorgabe in den Architektenwettbewerb aufnehmen, so Linken-Sprecher Thomas Matthes. Und überhaupt: „Der Bürgerentscheid gegen den Abbruch ist immer noch bindend“, steht für Regine Seidel fest.

Ähnliches Bild erhalten

Gegen den Bürgerentscheid wollen sich auch die Grünen nicht stellen – nur ziehen sie eine andere Konsequenz daraus als die Mehrheit und lehnten die jetzige Vorlage ab. Die Sanierung das Rathauses sei aus ihrer Sicht eine Kernsanierung, so die Fraktionsvorsitzende Bärbel Grade. Das entspreche nicht unbedingt den Forderungen des Bürgerentscheids. Außerdem werde zu viel abgerissen. „Für uns ist entscheidend, dass sich am Erscheinungsbild zu viel ändern wird“, so Grade. Dagegen will Thomas Matthes (Linke) eben genau in die Ausschreibung aufnehmen, dass es ein ähnliches Erscheinungsbild gibt wie zurzeit.

Das betrifft womöglich die Optik der Fassaden, aber nicht die Anordnung der Gebäude auf dem Gelände. Immerhin heißt es in der Magistratsvorlage, der Baukörper des Rathauses solle wieder mehr erkennbar sein. Es sind also eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Anforderungen zu berücksichtigen. „Das Projekt verdient und braucht einen Architektenwettbewerb“, so daher auch die SPD-Stadtverordnete Eva Sauter.

Sie mahnte außerdem an, das Thema nicht wieder liegen zu lassen. So bald wie möglich solle es einen Rahmenterminplan für die Umsetzung geben, lautete ihre Forderung. „Wir kommen jetzt endlich voran“, kommentierte Regine Seidel (FWE). Und auch Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) möchte, dass es nun voran geht. „Wir sollten und mit aller Kraft dem Neubau der Stadthalle widmen“, lautet sein Appell. Wobei dies nach intensiver Vorbereitung durch einen eigens gebildeten Sonderausschuss der politisch deutlich einfachere Teil des Gesamtprojektes ist.

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