Neben dem Gebäude der Börse soll ein neues Hotel entstehen.
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Neben dem Gebäude der Börse soll ein neues Hotel entstehen.

Hyatt als Betreiber

Im Schatten der Börse soll ein 190-Zimmer-Komplex entstehen

  • Andreas Schick
    VonAndreas Schick
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Hotel-Riese Hyatt soll das Gebäude betreiben, dass bis Ende 2019 in Eschborn-Süd entstehen soll. Der Projektentwickler wird „deutlich über 20 Millionen Euro“ investieren. Touristen und Geschäftsleute, die sich dort einmieten, sollen ein paar Tage länger in Rhein-Main bleiben.

Wer Mitteilungen aus der Immobilien-Branche erhält, sollte Englisch verstehen. Es wimmelt in den Texten von Begriffe, die ein Laie nicht auf Anhieb versteht. So viel ist jetzt aber erst einmal klar: Hyatt, eine der weltweit größten Hotelketten, wird das neue Hotel betreiben, das in Eschborn-Süd entstehen soll. Das hat der Projektentwickler „Benchmark Real Estate Development GmbH“ bekanntgeben.

Der US-amerikanische Hyatt-Konzern führt seine Hotels unter verschiedenen Marken. An der Frankfurter Straße 77 in Eschborn ist ein Hotel des Typs „Hyatt House“ geplant. Es deckt das sogenannte Longstay-Segment ab (Langzeitaufenthalte). Das Unternehmen wirbt um Gäste, „deren Aufenthaltsdauer mehrere Nächte umfasst“, erläutert Götz U. Hufenbach, geschäftsführender Gesellschafter beim Entwickler Benchmark.

Idealer Standort

Die Mehrzahl der Zimmer werde über eine sogenannte „Kitchenette“ verfügen – eine kompakte, voll funktionsfähige Küchenzeile. Gäste können sich dort also selber ein Spiegelei brutzeln. Ein kleiner Supermarkt habe rund um die Uhr geöffnet. Dort soll es „Artikel des täglichen Bedarfs“ geben.

Wie berichtet, errichtet das Unternehmen den Neubau im Schatten des Börsen-Kubus, direkt neben dem Mercure-Hotel an der Frankfurter Straße. Als Benchmark vor einiger Zeit die Pläne verkündete, war noch nicht bekannt, wer das Hotel betreiben werde. Benchmark, so teilt der Frankfurter Immobilien-Spezialist mit, bringe damit erstmals ein Hyatt House ins Rhein-Main-Gebiet. Hufenbach: „Eschborn ist aufgrund seiner Nähe zur Finanzmetropole Frankfurt ein idealer Hotelstandort. Mit dem Hyatt House bringen wir ein absolutes Top-Produkt erstmals in den lokalen Markt.“ Das Konzept habe sich international bereits fest etabliert und werde auch eine Bereicherung für den Markt im Rhein-Main-Gebiet sein, da der Bedarf nach qualitativ hochwertigen Langzeitaufenthalten steige. Das Investitionsvolumen liege bei „deutlich über 20 Millionen Euro“, informiert der Projektentwickler auf Nachfrage.

Das Hotel wird auf einer rund 8900 Quadratmeter großen Brutto-Grundfläche Platz für 190 Zimmer bieten. Oberirdisch seien 90 Pkw-Stellplätze vorgesehen. Mit den Planungen sei das renommierte und auf Hotel-Konzeptionen spezialisierte Büro Marggraf Architekten aus Stuttgart beauftragt. Mit der Fertigstellung des Gebäudes rechnet Benchmark „im vierten Quartal 2019“.

„Ein Meilenstein“

Der Projektentwickler hat den Mietvertrag mit der HR Group abgeschlossen. Die HR Group ist nach eigenen Angaben ein eigentümergeführtes Unternehmen, das sich darauf spezialisiert, Hotel-Immobilien zu erwerben und zu betreiben. Ruslan Husry, geschäftsführender Gesellschafter, bekundet: „Wir sehen großes Potenzial im Hotelmarkt rund um Frankfurt am Main. Unser erster Franchisevertrag mit Hyatt markiert einen Meilenstein auf dem Wachstumskurs unseres Unternehmens.“ Die HR Group vergibt die Konzession an Hyatt.

Das Hyatt House ordnet sich im sogenannten „gehobenen Midscale-Segment“ ein – in gehobener Mittelklasse. Es bietet drei verschiedene Ausstattungsvarianten an. Hyatt House ist weltweit an 75 Standorten vertreten, unter anderem in den USA, China und Puerto Rico. „In Deutschland befindet sich das bisher einzige Hotel dieser Art in Düsseldorf“, informieren die beteiligten Unternehmen. Touristen und vor allem Geschäftsreisende gehören zur Zielgruppe. Somit passe der Standort im Gewerbegebiet Eschborn-Süd sehr gut ins Wunschprofil. Dort arbeiten mehr als 20 000 Menschen, von denen ein Großteil in international tätigen Konzernen beschäftigt ist.

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