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Spitzenkandidat Bernhard Veeck ist Chef der zurzeit achtköpfigen SPD-Fraktion, in der Eva Sauter (links) und Silke Kutscher seine Stellvertreterinnen sind. Auch die zwei Sozialdemokratinnen treten am 14. März 2021 wieder an.

Kommunalwahl

SPD-Liste mit Reißverschlussprinzip

  • vonAndreas Schick
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Bernhard Veeck ist Spitzenkandidat der Genossen. Männer und Frauen folgen im Vorderfeld wechselweise.

Eschborn -Wer die Geschichte der Eschborner SPD Revue passieren lässt, stößt unweigerlich auf Phasen, in denen sich die Partei mehr mit sich und mit internen Zwistigkeiten befasste als mit ihrer politischen Aufgabe. In diesen Tagen sieht die Sache anders aus. Das versichert der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Veeck, den die Genossen am Montagabend zum Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl 2021 kürten.

Auffallend auf dieser Liste ist, dass sowohl alle jetzigen Stadtverordneten als auch die drei Herren im Magistrat weitermachen wollen und werden und erneut antreten. Niemand springt ab. Zufall? Bernhard Veeck verneinte, als das Kreisblatt gestern nachfasste. "Wir harmonieren als Gruppe", sagte der im Medienrecht beheimatete Jurist. Obwohl die Wahlperiode politisch verschiedene Konstellationen mit sich brachte, habe es ihm und seiner "Mannschaft" Spaß gemacht, sich politisch für Eschborn zu engagieren. Gut eineinhalb Jahre lang koalierte die SPD mit der FWE, der FDP und den Linken in einem eigenwilligen Bündnis, das Mitte 2018 platzte. Seither fallen in der Stadtverordnetenversammlung Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten.

Aus Veecks Sicht hatte niemand bei der SPD einen Grund, sich abzukoppeln. "Wir haben ein gesundes Selbstbewusstsein und wollen so viele Stimmen wie möglich bekommen", sagte Veeck. Auf Nachfrage präzisierte er, dass seine Partei sich "realistische Ziele" setze und gerne das Ergebnis von 2016 wiederholen würde. Damals erreichte die SPD 20,4 Prozent. Sie wurde zweitstärkste Kraft, holte acht Sitze und hatte einen Rückstand auf die CDU von 6,8 Punkten. Veeck weiter: "Wenn ich sehe, was an großen Projekten alles umgesetzt wurde und wird, so gibt es einiges, was wir uns an die Fahne heften können." Der Fraktionschef erinnerte daran, dass sein Parteikollege Adi Kannengießer von Ende 2016 bis Mitte 2018 Planungs- und Baudezernent war und maßgeblich dazu beigetragen habe, Dinge anzuschieben.

Die Werte aus überregionalen Wahlumfragen sprechen nicht gerade für ein gutes SPD-Ergebnis. Doch Veeck ist der Auffassung, "dass gute lokale Arbeit Bundes- und Landes-Trends außer Kraft setzen kann". Er blickt mit Freude ins benachbarte Schwalbach, wo der SPD dies gelinge. Die Wahlliste der Eschborner SPD für den 14. März 2021 sei einstimmig und ohne Kampfkandidaturen durchgegangen, betonte Veeck, hinter dem die Vorsitzende des Ortsvereins, Eva Sauter, als Zweitplatzierte folgt. Auf dem dritten Platz steht Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Birkert vor der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Silke Kutscher (4) und dem Jusos-Mitglied Lukas Beck (5), teilte der Parteivorstand mit. Auch danach tauchen mit Uli Richter (6), Adi Kannengießer (7), Ex-Fraktionschefin Sabine Blum-Geenen (8) und Stadtrat Bernd Wilhelm (9), einem ehemaligen Grünen-Politiker, bekannte Gesichter auf. Daniela Beck komplettiert die ersten Zehn.

"Harte Arbeit" statt "großer Sprüche"

Ein Name fällt auf: Auf dem 13. Listenplatz ordnet sich Dirk Steinhäuser ein. Der frühere FWE-Mann hatte sich erst kürzlich von den Freien Wählern losgesagt, aber sein Mandat als Stadtverordneter behalten. Schon vorige Woche kündigte Steinhäuser an, die Seiten zu wechseln und sich der SPD zuzuwenden. Auch der Stadtrat Horst Fuhrländer bleibt im Boot. Er nimmt den elften Platz auf einer Liste ein, die 37 Kandidatinnen und Kandidaten ausweist. Dazu teilte die Ortsvereinsvorsitzende Eva Sauter mit: "Ich bin über die Liste sehr glücklich. Mit unserer Wahlliste haben wir die Weichen in die Zukunft gestellt. Unser Vorschlag besteht nunmehr zum größten Teil aus mitten im Berufsleben stehenden Kandidaten, aber auch aus einigen Rentnern, Studenten und Auszubildenden. Wir decken damit das gesamte Eschborner Spektrum in unserer Liste ab. Weiterhin sind wir stolz, dass wir im ersten Drittel der Plätze das Reißverschlussprinzip zwischen männlichen und weiblichen Kandidaten durchgehalten haben." Die SPD habe sich in der zu Ende gehenden Wahlperiode nicht "mit großen Sprüchen", sondern mit "harter Arbeit" für Eschborn eingesetzt.

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