So wird er aussehen, der künftige Globus-Markt [1 ] in Eschborn-Ost an der Ginnheimer Straße [2 ]. An der Nordseite ist eine Tankstelle angegliedert [3 ]. Auf der Gegenseite kommt das Parkdeck hin [4 ]. Im Hintergrund sind der Helfmann-Park [5 ] und die Frankfurter Skyline [6 ] erkennbar.
+
So wird er aussehen, der künftige Globus-Markt [1 ] in Eschborn-Ost an der Ginnheimer Straße [2 ]. An der Nordseite ist eine Tankstelle angegliedert [3 ]. Auf der Gegenseite kommt das Parkdeck hin [4 ]. Im Hintergrund sind der Helfmann-Park [5 ] und die Frankfurter Skyline [6 ] erkennbar.

Baustellen-Besichtigung

Auf der Globus-Baustelle herrscht Hochbetrieb – Wann öffnet der Markt?

  • vonAndreas Schick
    schließen

Für 60 Millionen Euro entsteht in Eschborn ein Globus-Markt mit allem Drum und Dran. Was alles auf die Kunden zukommt.

Eschborn – Noch ist innen alles finster und grau, der blanke Beton sichtbar. Bohrgeräusche und der Lärm röhrender Maschinen vermischen sich. Es hämmert und klopft. Draußen und drinnen wuseln Arbeiter umher. Aber die Konturen des künftigen Globus-Marktes in Eschborn-Ost zeichnen sich schon hochgradig fortgeschritten ab. Der Rohbau an der Ginnheimer Straße steht. Es ist ein Mordstrumm, das auf der 33 000 Quadratmeter großen Fläche des einstigen Real-Marktes entsteht. Seit April 2020 herrscht dort Hochbetrieb. Das in die Jahre gekommene Vorgänger-Gebäude ist im Nu der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Auch das angrenzende Parkdeck wurde beseitigt.

Das saarländische Familienunternehmen errichtet sein SB-Warenhaus mit einer Verkaufsfläche von rund 9000 Quadratmetern von Grund auf neu. Der Globus-Gruppe, die in Eschborn mehr als 60 Millionen Euro investiert, erschien dies sinnvoller und praktikabler, als im maroden Bestand herumzustochern.

Nahe Frankfurt: Globus in Eschborn für mehr als 60 Millionen Euro

Bei der Baustellen-Besichtigung mit den Reportern dieser Zeitung sagt Projektleiter Dieter Reis, ein Mann mit orangefarbener Warnweste, Brille und Helm, mit dem Vorhaben liege sein Haus "volle Kanne im Zeitplan". Ziel ist es, Ende 2021 zu eröffnen. Eine Bauunterbrechung im Winter 2020/21 warf die Planer nicht aus der Bahn. Reis und der künftige Geschäftsleiter Christof Judenmann haben ein "Gerippe" im Rücken, während ein Kreisblatt-Mitarbeiter sie fotografiert. Diese Stahlträger-Konstruktion neben dem Rohbau weitet sich schon bald zum Parkdeck mit drei Ebenen aus. Eine Rampe ist bereits sichtbar.

Etwa 850 Stellplätze erhält der Komplex, den Globus als "modernen Frischemarkt mit großem lokalem und regionalem Sortiment" anlegt. Auch ein Großteil der Erdgeschoss-Fläche wird zum Parkplatz - pro Stellplatz mit einer Breite von 2,80 Metern, wie die Globus-Vertreter betonen. Abgegrenzt wird im Erdgeschoss ein Ladenzentrum mit Friseur, Optiker, Schlüsseldienst, Apotheke, Nagelstudio, einer Filiale des Bio-Lebensmittelhändlers Alnatura, Imbiss und Feinkostsparte.

Globus in Eschborn: Die Suche nach Personal läuft

Globus konzentriert sein hauseigenes Sortiment aufs Obergeschoss, damit die Menschen auf einer Ebene einkaufen können und nicht rauf und runter rennen müssen. Die Globus-Pressestelle listet auf: "In der hauseigenen Fach-Metzgerei, in der offen einsehbaren Meisterbäckerei sowie in den Sushi- und Salatbars stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig täglich frisch von Hand Fleisch-, Wurst- und Backwaren her, schnippeln Salate und rollen Sushi." Was könnte im Eschborner Globus-Markt in den Regalen stehen, was daheim im Saarland oder andernorts ein Ladenhüter wäre? "Apfelwein", antwortet Christof Judenmann und lächelt. Die Streuobstwiesen in Frankfurts Umgebung geben neben Äpfeln fürs "Stöffche"aber auch anderes Obst und Gemüse her. Judenmann spricht gegen den Baustellen-Krach an und sagt, er sei bereits in Gesprächen mit einigen Erzeugern und Lieferanten aus der Region.

Globus will am Standort Eschborn-Ost rund 350 Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen, berichten der Geschäftsleiter und sein Kollege Dieter Reis. Die Suche nach Personal laufe bereits. Globus biete den Menschen die "gute Chance", einen krisensicheren Job zu finden. Der Lebensmittelhandel hat sich in Pandemie-Zeiten als robust und gefragt erwiesen. Von der Globus-Geschäftsführung sind folgende Aussagen überliefert. "Mit der Entwicklung im ersten Geschäftshalbjahr, trotz erneuter Schließung unserer Restaurants, Bau- und Elektrofachmärkte, sind wir sehr zufrieden", stellt Holding-Sprecher Matthias Bruch fest.

Eschborn bei Frankfurt: Globus bezeichnet sich als "Kleiner unter den Großen"

Aus der Zentrale in St. Wendel heißt es: "Auf die Einkaufskörbe der Kunden hat die Pandemie deutlichen Einfluss. Nicht nur weniger, dafür aber größere Einkäufe sind wahrnehmbar, der Trend geht hin zu einer gesünderen, nachhaltigeren und regionalen Ernährung - und zum Kocherlebnis in der heimischen Küche." Zurück zur Personalsuche: Nicht alle Berufsgruppen stehen Schlange. Bedarf gebe es beispielsweise bei Bäckern, Metzgern oder im Fach-Verkauf.

Im umkämpften Lebensmittelhandel bezeichnet sich Globus als "Kleinen unter den Großen". Der Marktanteil liegt knapp unter zwei Prozent. Das Unternehmen betreibt 47 deutsche SB-Warenhäuser mit etwa 19 000 Beschäftigten. Im ersten Geschäftshalbjahr (Juli bis Dezember 2020) setzte die gesamte Globus-Gruppe 3,92 Milliarden Euro um. Der neue Standort Eschborn wird größer als der Hattersheimer Markt sein. Globus ist stark in Russland und Tschechien vertreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare