Schwimmen

Susan Przywara holt EM-Titel

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Susan Przywara, Andrea Smycek und Frank Gruner waren vom SCW Eschborn bei den Masters-Europameisterschaften der Schwimmer im slowenischen Kranj an den Start gegangen – und kehrten überraschend mit fünf Medaillen zurück.

Als das Eschborner Trio nach dem Flug nach Lubljana in Kranj angekommen war und sich ein Bild vom Wettkampfort machte, fanden Susan Przywara und Andrea Smycek ein vierblättriges Kleeblatt – den perfekten Glücksbringer.

Schon der erste Tag begann gut für das kleine Eschborner Team. Andrea Smycek (W 35) war mit der drittschnellsten Zeit gemeldet in den Wettkampf über 50 m Brust gegangen. Die WM-Zweite von Budapest verpatzte zwar etwas den Start, kämpfte sich aber auf den zweiten Platz mit 33,52 Sekunden vor. Nur eine ehemalige Weltcup-Schwimmerin aus Russland war schneller als sie. Ihr folgte Susan Przywara über 100 m Rücken. Sie kam in 1:13,22 Minuten als Zweite ins Ziel. „Über Silber habe ich mich gefreut, aber mit der Zeit war ich nicht zufrieden. In der Halle bin ich schon 1:11,00 Minuten geschwommen“, beschrieb sie ihre Gedanken, „die Siegerin hatte eine 1:12, die hätte ich schlagen können. Doch vorher hatte ich mit Rang vier gerechnet. Allerdings kam die Schwimmerin mit dem besten Meldeergebnis nicht. Doch kam die Silbermedaille überraschend“. Für Susan Przywara war es ein Debüt in der Altersklasse W 35 und zugleich eine gute Chance, als Jüngste gegen die Konkurrenz bestehen zu können. Da wollte Frank Gruner nachziehen. Nachdem er in der M 45 über 200 m Freistil Vierter geworden war, legte er über die doppelte Distanz noch einen drauf. Mit 4:32,16 Minuten holte er auch die Silbermedaille. „Er war selbst von dieser Platzierung überrascht. Wir haben uns sehr für ihn gefreut und uns auch immer gegenseitig angefeuert“, berichtete Susan Przywara.

Ab dem nächsten Tag war Susan Przywara alleine.

„Gib alles“

, riefen ihre Teamkollegen ihr vor ihrem Abflug zu, denn für sie stand ihre Spezialdisziplin, die 200 m Rücken, noch auf dem Programm. Am Vortag hatte sie die 400 m Freistil geschwommen. „Ich wollte einfach sehen, wie ich drauf bin. Nachdem ich die ersten 300 Meter nur zwei Sekunden über der Bestzeit lag, habe ich noch mal Gas gegeben“, erzählte sie, „da habe ich gemerkt, dass ich noch Kraft habe“.

In das Rennen über 200 m Rücken ging sie mit gemischten Gefühlen: „Ich war mit 2:38,82 Minuten als Drittschnellste gemeldet, vor mir eine Schwimmerin mit 2:30 und eine mit 2:36, dahinter vier, die 2:39 Minuten schwimmen. Ich war nur mal als 15-Jährige schneller geschwommen.“ So ging sie die ersten 100 Meter mit 1:15 Minuten schnell an und trat so die Flucht nach vorne an. „Das wollte ich auch. Nach 150 Metern muss ich mit 2,1 Sekunden geführt haben, dann kam aber der Mann mit dem Hammer. Ich habe gemerkt, wie sie herankamen und habe meine letzten Kräfte mobilisiert. Ich wollte das Rennen unbedingt gewinnen“, berichtete sie. So kämpfte sie sich ins Ziel und hatte beachtliche 1,2 Sekunden Vorsprung im Ziel. „Ich habe auf die Anzeigetafel geschaut und war etwas ungläubig“, erzählte Susan Przywara, „ich habe mich über die Zeit von 2:38,08 Minuten gefreut – und ich war tatsächlich Europameisterin“.

Entspannt ging sie nun auch noch ihren letzten Wettkampf, die 50 m Rücken, an. „Die Bedingungen waren nicht so gut, denn ich wurde von der Sonne geblendet. Ich bin erst an die rechte und dann an die linke Leine gestoßen“, erzählte sie und freute sich umso mehr über ihre zweite Silbermedaille, die sie mit 33,28 Sekunden geholt hatte, mit neun hundertstel Sekunden hinter der Siegerin. „Ich habe Sprints vorher trainiert, da ich wieder in Eschborn trainieren kann. Dass ich ein Mal Gold und zwei Mal Silber geholt habe, kann ich immer noch nicht so richtig glauben. Das fühlt sich noch so unwirklich an“, resümierte Susan Przywara.

Der Wettkampfort hat es der Eschbornerin angetan: „Es war meine Meisterschaft, die liebevoll organisiert war. Es war eine Nummer kleiner als London und auch später, so dass man den ganzen Sommer durchtrainieren musste. Mir hat es gut gefallen, zumal die Veranstalter gut vorbereitet waren.“ Auch das Land gefiel ihr. Mit einem gemieteten Auto erkundeten die Eschborner das Land. „Ich habe eine Tropfsteinhöhle besucht und viele Eindrücke von dem Land gesammelt. Wir fanden es schön“, erklärte Przywara. Nach einigen Tagen in Kroatien kehrte sie nach Deutschland zurück. „Es sind Masters-Wettkämpfe, aber diese Erfolge hätte ich nie erwartet“, berichtet Susan Przywara – und hat schon ihr nächstes ZIel. Sie will sich im Herbst mit ihrem Verein SCW Eschborn für die deutschen Meisterschaften qualifizieren.

(vho)

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