Eine S-Bahn fährt an Eschborn-Süd vorbei. Dort befindet sich das größte der Eschborner Gewerbegebiete.
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Eine S-Bahn fährt an Eschborn-Süd vorbei. Dort befindet sich das größte der Eschborner Gewerbegebiete.

Verkehr

Verspätete Züge, überlastete Straßen: Unternehmen klagen über Verkehrsprobleme

  • Andreas Schick
    VonAndreas Schick
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In einer aktuellen Online-Befragung erklären Unternehmen, welche Verkehrsprobleme sie in der Region Eschborn, Frankfurt, Main-Taunus am meisten stören.

Eschborn ‒ Die Staus rund um Eschborn nerven, außerdem gebe es zu wenige Parkplätze. Das sind die „mit Abstand am häufigsten bemängelten Verkehrsprobleme“, die Unternehmen aufzählen. Dies geht aus den Ergebnissen einer Online-Befragung hervor. Die Stadtverwaltung wollte wissen, woran sich die Betriebe stören. Daher initiierten sie in Kooperation mit der Stabstelle Nahmobilität im Rathaus und mit der städtischen Wirtschaftsförderung eine Umfrage. „Dabei wurden sowohl die Herausforderungen der betrieblichen Mobilität als auch der jetzige und zukünftige Umgang mit Homeoffice abgefragt“, informiert die Rathaus-Pressestelle.

Insgesamt nahmen 186 Unternehmen an der Online-Befragung teil. Das ist wenig gemessen an der Zahl der Unternehmen, die in Eschborn ansässig sind. Dort operieren weit mehr als 4000 Firmen - beginnend vom Ein-Mann-Betrieb bis zu international tätigen Weltkonzernen. Dennoch ergibt sich ein interessantes Echo, wie die Stadtverwaltung darlegt. „Wenig überraschend: Vor Beginn der Covid-19-Pandemie arbeiteten die meisten Beschäftigten an festen betrieblichen Arbeitsplätzen, seit Beginn der Pandemie dagegen schwerpunktmäßig im Homeoffice.“ Zwar wollen „die meisten Arbeitgeber mobiles Arbeiten auch langfristig ermöglichen“, zugleich lehne ein gutes Fünftel der insbesondere kleineren Unternehmen mobiles Arbeiten für die Zukunft ab.

Umfrage zum Verkehr in Eschborn: Was können die Firmen selbst tun?

Die Verkehrsprobleme, die Eschborn vor allem zu Stoßzeiten hat, sind seit Jahren hinlänglich bekannt, zum Beispiel an der Anschlussstelle Eschborn, der A66: Morgens in der Hauptverkehrszeit stauen sich die Autos häufig auf der Autobahn zurück, weil extrem viele Pendler gleichzeitig ins Gewerbegebiet-Süd strömen. Die Lage in diesem Teil Eschborns soll sich entspannen, wenn demnächst die neue Autobahn-Direktabfahrt in die Düsseldorfer Straße freigegeben wird.

Auch beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) klemmt es nach Ansicht der Unternehmen, deren Antworten vorliegen. Sie erwähnen „unpünktliche und überfüllte Verkehrsmittel“. Bei der S3/S4, die Eschborn-Süd unter der Woche im 15-Minuten-Takt anbinden, sind Verspätungen gang und gäbe. Ein noch dichterer Takt ist kaum möglich. Die Bahn setzt zu Stoßzeiten in aller Regel Langzüge ein - also drei hintereinander gekoppelte Triebwagen. Zumindest außerhalb der Corona-Zeit sind die Züge teils trotzdem proppenvoll. Allein in Eschborn-Süd haben mehr als 22.000 Menschen ihre Arbeitsplätze.

Kontakt

Ansprechpartner für Verkehrsfragen in Eschborn ist Andreas Gilbert. Der Nahmobilitätsbeauftragte der Stadtverwaltung ist per E-Mail unter mobilitaet@eschborn.de erreichbar.

Den Unternehmen fehle es oft selbst an „Kapazitäten, Fachkräften oder Budget, um sich mit einer effizienteren und nachhaltigeren Unternehmensmobilität auseinanderzusetzen, um damit nicht selbst Teil der Verkehrsprobleme zu sein“, teilt die Stadtverwaltung weiter mit. Daraus folge, dass nur sehr wenige Unternehmen kostenlose Beratungsprogramme nutzen oder kennen, zum Beispiel „Südhessen effizient mobil“. Hier sieht die Stadt Eschborn „Unterstützungsmöglichkeiten“, obwohl sie Fördermöglichkeiten oder Mitmachkampagnen in der Vergangenheit kommuniziert habe. Was kann die Stadt Eschborn noch tun? Nach Angaben von Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU) geht es unter anderem darum, Radwege „infrastrukturell auszubauen“ und auf „einen besseren ÖPNV“ hinzuarbeiten. Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und Bikesharing-Stationen seien ebenfalls „wichtige Bausteine für die Verkehrsentlastung in Eschborn und Aufgabe der Stadt“. (ask)

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