Hamburger Planer

Das ist der Vorentwurf für die künftige Eschborner Schwimmhalle

  • schließen

Langsam wird’s griffiger und spruchreif: Das Wiesenbad soll erweitert werden. Nun liegt ein Vorentwurf auf dem Tisch.

Er macht es kurz und knackig, mit Blick fürs Wesentliche und ohne Gedöns. Wie könnte die neue Schwimmhalle fürs Wiesenbad aussehen? Keine 15 Minuten braucht der Planer Eshref Bajrami, um den „Vorentwurf“ anhand von Plänen und Abbildungen zu erläutern. Da haben die Stadtverordneten schon ganz andere Vorträge erlebt – monoton, überfrachtet und viel zu lange. Die Präsentation am Mittwochabend im Bau- und Umweltausschuss war vorbildlich kompakt.

Das neue Hallenbad, so sieht es die Hamburger „Geising + Böker Generalplaner GmbH“ vor, kommt direkt neben das bestehende Hallenbad. Ein Übergang soll die Gebäude miteinander verbinden. Die Wasserfläche hat 21 mal 50 Meter und umfasst acht Bahnen, denen Startblöcke zugeordnet sind. Somit ist das neue Bad wettkampftauglich. Ein Teil des Beckens, so erläuterte Eshref Bajrami, werde mit einem Hubboden ausgestattet. Dadurch sei es flexibel nutzbar, weil die Wassertiefe sich höher und niedriger einstellen lässt. Wie groß der Anteil des Hubbodens sein wird, kann zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Die Längsseite des Neubaus ist nach Süden ausgerichtet. Sie besteht aus Fenstern, die bei mindestens 26 Grad und Windstille geöffnet werden können, um Außen und Innen zu verbinden. Mit der Helligkeit ist es so eine Sache: Einerseits wollen die Planer die Halle mit „so wenig wie möglich Kunstlicht“ erfüllen. Anderseits möchten sie auf Tageslicht nicht verzichten. Sie sehen Oberlichter an manchen Stellen vor. Die Fenster müssen aber so installiert werden, dass die Sonnenstrahlen nicht aufs Wasser treffen und somit niemand geblendet wird.

Der Umkleidetrakt und die Halle liegen auf einer Ebene, befinden sich im Erdgeschoss und sind vollständig barrierefrei. Nur der Durchgang zum Altbau ist im Entwurf nicht behindertengerecht gestaltet. Doch ein Aufzug könne dort problemlos eingebaut werden, sagte Eshref Bajrami zu. Er will den Neubau „recht zurückhaltend“ anlegen und „nicht mit Architektur glänzen“. Anders gesagt: Die Schwimmhalle soll kein Protzbau werden, sondern „funktional sein“, wie der Referent hervorhob. Außen seien helle Platten vorgesehen, die farblich variieren. Das Innere wünschen sich die Experten „dezent und unaufgeregt“ mit ebenso „hellen und natürlichen Materialien“.

Eines war den Stadtverordneten wichtig: Können das jetzige Hallenbad und die neue Schwimmhalle unabhängig voneinander genutzt werden? Ja. Das ist wichtig, weil eine Sanierung des Altbaus früher oder später auf die Tagesordnung rückt. Den Zugang und das Foyer, wie sie sich zurzeit bieten, hält Eshref Bajrami für „sehr unbefriedigend gelöst“. Die Planer möchten einen ansehnlichen Bereich entwerfen, an dem alle Nutzer ein- und ausgehen – egal, ob sie in den Altbau, den Neubau, ins Freibad oder in die Sauna (Altbau) gehen. Vorm Wiesenbad sollen ein offenes Parkhaus mit rund 220 Plätzen, Fahrradabstellplätze und verschließbare Boxen für Räder entstehen.

Derzeit schätzen die Stadt Eschborn und die Planer die Bausumme auf etwa 15,8 Millionen Euro (für Neubau samt Parkhaus) – 1,8 Millionen mehr als vorgesehen. Einer der Kostentreiber: Die Planer brauchen rund 290 Quadratmeter zusätzlich, um alle Wünsche und Vorgaben zu berücksichtigen. „Die Betriebskosten für den präsentierten Entwurf wurden noch nicht errechnet“, teilte die Stadtverwaltung gestern auf Kreisblatt-Nachfrage mit. Sie hatte drei Vereine in die Planungen einbezogen: SC Westerbach, Aqua Sports und DLRG. Beim Land Hessen hat die Stadt die maximal mögliche Fördersumme von einer Million Euro beantragt. Der Main-Taunus-Kreis habe sich bereits gemeldet, weil er im Neubau gerne Schwimmzeiten fürs Schulschwimmen reservieren wolle. Das bringt der Stadt Mieteinnahmen ein. Von nächster Woche an sollen die Stadtverordneten und ihre Ausschüsse beschließen, die „Planung fortzuführen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare