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Neuer Stadtteil Panoramafotos vom Aussichtsturm der Raststätte Taunusblick Richtung Bad Homburg. Raststätte Taunusblick Eschborn, Frankfurt. Aufgenommen am 05.09.2017.

Steinbach-Umgehung

Wenn Frankfurt einen neuen Stadtteil baut, muss eine Verkehrslösung her

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Eschborn und die Nachbarkommunen fürchten mehr Verkehr durch den neuen Frankfurter Stadtteil. Wird das Thema einer Ortsumgehung für Steinbach wieder aktuell?

Ein wenig ist man schon auf Spekulationen angewiesen. Wenn Frankfurt den neuen Stadtteil im Nordwesten tatsächlich realisiert, dann muss dieser auch für den Autoverkehr erschlossen werden. Beschränkt sich das Gebiet auf Flächen östlich der Autobahn, kann dies den Kommunen am Taunusrand egal sein – in dem Fall gibt es sicher keine neuen Straßen westlich der A 5.

Wenn dort aber doch Wohnquartiere entstehen, sieht die Sache anders aus. Eschborn, Steinbach und Oberursel haben gleich Bedenken wegen des Verkehrs angemeldet, auch wenn es noch keine Straßenplanung gibt. Eschborns Bürgermeister Mathias Geiger will über Details auch nicht spekulieren. Immerhin, ein Thema rückt dann möglicherweise wieder in den Fokus, das auch Eschborn betrifft – die Umgehungsstraße für Steinbach.

Über dieses Thema wird seit Jahrzehnten gesprochen, berichtet Steinbachs Bürgermeister Stefan Naas. Die Hälfte des Ortes ist für das Projekt, die andere ist dagegen.

Aber auf der Prioritätenliste des Landes steht das Projekt recht weit unten. „Es ist auf absehbare Zeit kein Geld dafür da“, sagt Naas. Aber es gibt Skizzen für den neuen Frankfurter Stadtteil, auf dem diese Straße eingezeichnet ist. Sie soll bei Weißkirchen beginnen und an Steinbach vorbei nach Eschborn führen. Am Helfmann-Park träfe sie auf die Landesstraße 3005. Ein Teil des Verkehrs würde dann über die Umgehungsstraße L 3005 und die Sossenheimer Straße zur Autobahn A 66 rollen.

Das aber kommt für Mathias Geiger nicht in Frage. Im ganzen Ballungsraum sei das Straßennetz hoffnungslos überlastet, so der FDP-Politiker. Eschborn bemühe sich, Verbesserungen zu erreichen. Aber jede Menge Verkehr aus Oberursel und Steinbach vertrage Eschborn nicht. Aktuelle Zahlen zum Verkehrsaufkommen auf den betroffenen Straßen fehlen, deshalb will Geiger entsprechende Zählungen in Auftrag geben, wenn das Land Hessen sie nicht initiiert.

Sein Steinbacher Amtskollege Naas hat zwar wahrgenommen, dass Frankfurt versucht, Steinbach mit der Realisierung der Umgehungsstraße zu locken. Einlassen will er sich darauf nicht. Die Straße würde als Erschließung von den neuen Stadtteil gebraucht und könne den Verkehr aus Steinbach gar nicht aufnehmen. Welche Chancen Steinbach und Eschborn aber haben, sollte man in Wiesbaden auf Frankfurter Drängen hin das Projekt doch eine hohe Priorität geben, ist offen. Denn im regionalen Flächennutzungsplan immerhin ist die Trasse schon eingetragen.

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