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Wiesenbad-Erweiterung lässt weiter auf sich warten

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Der Eingang zum Wiesenbad ist hübsch bemalt.
Der Eingang zum Wiesenbad ist hübsch bemalt. © Hans Nietner

SPD wirft Adnan Shaikh "Ankündigungspolitik" vor. Bürgermeister erläutert, welche Hindernisse sich auftürmen.

Eschborn -Womöglich kommt es noch in diesem Jahr zu einem ersten Spatenstich für die Erweiterung des Wiesenbades. Dies berichtete Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung. Wenn daraus tatsächlich etwas werden sollte, müssten aber alle Vorbereitungen perfekt laufen, hebt Shaikh hervor und will keinen zu großen Optimismus aufkommen lassen.

Die SPD hatte sich vor einigen Tagen zu Wort gemeldet und von Stillstand beim Wiesenbad gesprochen. Auf Kritik der Sozialdemokraten stößt vor allem, dass im vorletzten Winter unter Hinweis auf anstehende Bauarbeiten noch Bäume am Wiesenbad gefällt wurden. Der Bürgermeister habe die schattenspendenden Bäume abholzen lassen, nur um ein Zeichen zu setzen. "Neben der unnötigen Zerstörung des Grüns in Eschborn enttäuscht er mit dieser Ankündigungspolitik auch Vereine, Schulen und alle Schwimmbadgänger, die sich auf die neue Halle freuen", beklagt die SPD, die zuletzt häufiger und deutlicher Kritik am Bürgermeister übte. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass aus der Ankündigungspolitik Umsetzungspolitik wird", verkünden die Genossen.

Der seit knapp zwei Jahren amtierende Shaikh möchte dies nicht unkommentiert stehen lassen und ergreift die Chance, sich im Kreisblatt äußern zu können. Keiner habe irgendein Interesse daran, die Erweiterung des Wiesenbades zu verzögern, versichert der Bürgermeister. Genau wie die SPD sieht er auch, dass viele Menschen auf die zusätzliche Schwimmhalle warten. Genau um mögliche Verzögerungen zu vermeiden, habe er damals die Bäume fällen lassen.

Wissen muss man dazu, dass es verboten ist, außerhalb des Waldes in der Brut- und Setzzeit von Vögeln und anderen Tieren Bäume zu fällen. Diese Zeit beginnt am 1. März und endet am 30. September. Stehen Bäume bei einem Bauvorhaben im Weg, müssen sie bis zum 30. September stehen bleiben. Immer wieder kommt es deshalb vor, dass Bäume lange vor dem Beginn der eigentlichen Arbeiten gefällt werden.

Im Falle des Wiesenbades war Bürgermeister Shaikh davon ausgegangen, dass vorbereitende Erdarbeiten bereits in den Sommermonaten des Jahres 2020 stattfinden könnten. Dann aber gab es den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, Alternativen zu planen, etwa einen Verzicht auf das Parkdeck, um Kosten zu sparen. Alleine dies, so erläutert Shaikh, habe etwa vier Monate Zeit gekostet.

Grundstückstausch und Fördergeld-Antrag

Weitere Verzögerungen folgten. Es stellte sich heraus, dass Grundstücke getauscht werden mussten - und immer, wenn das Grundbuchamt ins Spiel kommt, ist mit langen Bearbeitungszeiten zu rechnen. Dann musste noch ein älterer Beschluss umgesetzt werden, Fördergelder zu beantragen. Das aber kann erst passieren, wenn der Bauantrag vorliegt. Bevor der Förderbescheid da ist, darf nicht mit den Bauarbeiten begonnen werden, sonst gibt es kein Geld vom Land. Immerhin geht es um eine Million Euro. Insgesamt, so rechnet Shaikh vor, sei auf diese Weise eine Verzögerung von anderthalb Jahren entstanden. Jetzt wartet die Stadt Eschborn auf die Baugenehmigung, dann auf den Förderbescheid. Dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden, und auch das kann eine Weile dauern. Nur dann, wenn alles reibungslos funktioniere, könne es 2022 tatsächlich zum ersten Spatenstich kommen. Das ist nicht gesichert - es kommt bei Ausschreibungen vor, dass es keine Angebote gibt oder nur solche, die weit über den Kostenschätzungen liegen. Fest steht damit nur, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis die Schwimmer mehr Platz für ihren Sport haben. Gerade bei dem auf Wettkampf- und Breitensport ausgerichteten SC Westerbach und dem 2004 gegründeten Verein Aqua Sports Eschborn wird die Geduld weiter strapaziert. bt

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