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Blick über die Parkplätze, die auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Festplatz angelegt werden, auf den Rohbau des Neubaus.

Feuerwehr-Domizil

Etliche Unwägbarkeiten sorgen für eine Kostensteigerung des Neubaus um 20 Prozent

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Schadstoffe, eine brummende Baukonjunktur, eine unvollständige Planung – gleich mehrere Faktoren haben beim Neubau der Feuerwehr Wallau die Kosten deutlich in die Höhe getrieben.

Natürlich hätten die Planer wissen müssen, dass sie für den Bau des neuen Wallauer Feuerwehrhauses auch Parkplätze nachweisen müssen – da hat der Linken-Stadtverordnete Bernd Hausmann wohl recht. Ohne den Stellplatznachweise hätte die Stadt auch gar keine Baugenehmigung bekommen dürfen. Aber es gab dazu Überlegungen, die sich nicht realisieren ließen, so Erster Stadtrat Wolfgang Exner vor dem Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Von einem Planungsfehler könne keine Rede sein, betonte Exner, der als Dezernent im Rathaus sowohl für die Bauabteilung als auch für die Feuerwehr zuständig ist.

Und so mussten sieben Parkplätze auf dem Grundstück des Festplatzes gegenüber gebaut werden, zum Preis von 40 000 Euro. Ob die Realisierung der ursprünglichen Überlegungen – wie auch immer diese ausgesehen haben mögen – preiswerter gewesen wäre, dieser Frage wollten die Stadtverordneten aber nicht weiter nachgehen. Sie beschlossen einstimmig, dass die Mittel in den Haushaltsplan 2019 eingestellt werden sollen. Für die Parkplätze sind das 40 000 Euro.

Das ist aber nicht alles. Dazu kommen 70 000 Euro zur Sicherung der Weinbergstraße, 30 000 Euro für weitere Leistungen bei Planung und Rohbau und 170 000 Euro dadurch, dass wegen der unsteten Baukonjunktur die Ausschreibungsergebnisse oft deutlich höher liegen als bei der Kostenkalkulation. Außerdem wurde beim Abbruch des Altbaus Asbest gefunden – ein giftiger Stoff, der bei der Entsorgung hohe Kosten verursacht. Auf diese Weise haben sich die Kosten von zunächst 1,8 Millionen Euro um 360 000 Euro erhöht, eine Steigerung um genau 20 Prozent.

Und es ist keineswegs sicher, dass damit das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist. Wie es in der Vorlage des Magistrats heißt, sind bislang 60 Prozent der Gewerke ausgeschrieben. Das bedeutet, dass 40 Prozent noch nicht ausgeschrieben sind – da scheint es nicht ausgeschlossen, dass die Kosten noch weiter steigen.

Zuletzt wurden an dem Gebäude das Dach gedeckt sowie Fenster und Türen eingebaut. Dem folgen unmittelbar die Arbeiten am Außenputz, denn der muss fertig sein, wenn im November die Fahrzeughalle in Ständerbauweise aus Metall installiert werden kann. Diese Bauweise – für die die niedrigen Kosten sprechen – lässt zwar keine Wärmedämmung zu, für eine reine Fahrzeughalle ist dies aber auch nicht üblich. Nach aktuellem Stand soll das neue Feuerwehrhaus Ende Februar 2019 fertig werden. Die Feuerwehrfahrzeuge sind bis dahin in einer Halle des Entsorgungsunternehmens Meinhardt im Gewerbegebiet jenseits der Autobahn untergebracht.

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