Energieberatungsfirma

Mit Feldbergblick

  • VonManfred Becht
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Die Stadt hat ein weiteres Unternehmen vorgestellt, das sich im Bremthaler Firmenpark ansiedelt. 3 Millionen Euro will dessen Chef investieren.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan fürs neue Gewerbegebiet geändert. Da in einem Industriegebiet kein Bürogebäude errichtet werden darf, wurde ein Gewerbegebiet daraus. Bürogebäude trifft den Kern der Sache beim neuen Bauvorhaben nicht so richtig, wie Investor Markus Rösmann einräumt. Der sucht selbst noch nach einem Namen für das Projekt.

Umzug aus Kelkheim

Die bisher in Kelkheim ansässige Carl Kliem Energy GmbH (CKE) beschäftigt sich seit der Gründung im Jahr 1999 damit, kleinere und mittelgroße Energieversorger, Stadtwerke, Energiehändler und Energiebetriebe mit Blick auf die Liberalisierung des Energiemarktes in den 1990er Jahren zu beraten. Große Unternehmen haben dafür ihre eigenen Fachleute, die kleineren Firmen können den Sachverstand, den sie dafür brauchen, alleine nicht vorhalten. Natürlich geht es vor allem darum, die Chancen nutzbar zu machen, die eine Liberalisierung gebracht hat. Im Unterschied zu anderen Beratungsfirmen unterstützt sein Unternehmen die Betriebe noch bei der Umsetzung der entwickelten Projekte, betont Geschäftsführer Rösmann. 22 Mitarbeiter sind damit beschäftigt.

„Lebenstraum“

Die sollen das vom Sommer 2016 an von Bremthal aus tun, ihre Büros werden im dritten Geschoss eines Neubaus im Gewerbegebiet untergebracht. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss dagegen möchte Rösmann ein völlig neues Geschäftsfeld etablieren. Gespeist wird dies erstens dadurch, dass er so etwas schon immer machen wollte, er bezeichnet das Projekt als „Lebenstraum“. Zweitens sind ihm die Kontakte wichtig, die er zu vielen Firmen in den vergangenen 15 Jahren aufgebaut hat – das nämlich sind seine potenziellen Kunden.

Gebaut wird, was die beiden unteren Geschosse betrifft, letztlich ein Gebäude für Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Umsatz bringen sollen vor allem Schulungen, Konferenzen, Veranstaltungen und Produktpräsentationen von Unternehmen. Dabei hat Rösmann nicht die Großveranstaltungen im Auge, für die es am Taunusrand schon einige Häuser gibt. Er denkt an 50 bis 100 Personen, je nach Veranstaltung. Daneben sind für Rösmann weitere Veranstaltungen denkbar, von der Hochzeit bis zum Sommerfest – wer möchte, kann die Räume mieten. Er denkt auch daran, Platz für örtliche Veranstalter zu schaffen, und lässt in der Richtung vieles offen. Eine Küche und eine Bühne sind Einrichtungen, die die Bandbreite der Veranstaltungen noch erweitern. Dabei setzt er auf Wohlfühlathmosphäre – geplant sind Echtholzkamine, eine Grillstation, große Fenster mit Blick auf den Feldberg, Wasserflächen, ein Beachvolleyballfeld, ein Duftkonzept für das ganze Haus und anderes mehr.

Ob so etwas in einem Gewerbegebiet Erfolg haben kann? Rösmann ist davon überzeugt und berichtet, es handele sich um ein gut durchgerechnetes Geschäftsmodell. Läuft es gut, kann er sich auch eine Erweiterung vorstellen. Zunächst einmal will er mehr als 3 Millionen Euro in das Projekt stecken, das im nächsten Sommer in Betrieb gehen soll. Ob er dann über seinen aktuellen Mitarbeiterstamm weiteres Personal einstellen wird, hängt vom wirtschaftlichen Erfolg ab.

„Von unserer Seite aus eine tolle Sache“, freut sich Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon über den Neuzugang aus Kelkheim. Dass die Firma in den vergangenen Jahren immer Gewerbesteuer gezahlt hat, wie Geschäftsführer Rösmann versichert, hört er gerne. Das Gewerbegebiet wurde doch genau zu dem Zweck geschaffen, die städtischen Finanzen zu verbessern. Die Zwischenbilanz sieht ganz gut aus: Von den 38 400 Quadratmetern sind rund 30 000 Quadratmeter vergeben.

Zwei Flächen noch frei

Darunter sind allerdings zwei Flächen, die lediglich reserviert wurde, unter Dach und Fach sind die Kaufverträge noch nicht. Simon will noch nicht verraten, aus welcher Branche die Firmen kommen, die sich dort niederlassen wollen. Ansonsten besteht das Gewerbegebiet aus einer Spielhalle, einem Verleiher von mobilen Baustraßen, einem Garten- und Landschaftsbauer, einem Betrieb für Gartentechnik und einer Nussfabrik. Zwei Flächen sind noch frei.

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