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Nix Cidre: Jean Baptiste und Cassandre, beide 22 und aus Frankreich, sitzen am Ufer und trinken Apfelwein.

Feste stärken das Miteinander

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Das Wetter zeigte sich beim 29. Griesheimer Mainuferfest nicht immer von seiner besten Seite. Das konnte die Feierlaune jedoch nicht trüben, denn die zweitägige Veranstaltung lockte wieder viele Besucher an die Uferpromenade des Stadtteils.

Jean-Baptiste und seine Freundin Cassandre (beide 22) sitzen an einer kleiner Grünfläche am Griesheimer Ufer, halten jeweils ein Glas Apfelwein in ihren Händen und genießen den Blick auf die Boote, die dort am Steg angelegt haben. Die Sonne lässt sich in diesem Moment auch mal wieder blicken und vertreibt die großen dunklen Wolken, die bedrohlich über dem Griesheimer Fest liegen.

Zum 29. Mal wird das größte Fest im Stadtteil gefeiert; Veranstalter ist der Vereinsring Griesheim. 15 Vereine, Einrichtungen und Institutionen machen dieses Mal mit. Jean-Baptiste und Cassandre sind zum ersten Mal dort und finden das Straßenfest sehr schön. „So etwas gibt es in Frankreich nicht“, sagen die beiden jungen Franzosen. „Wir haben das Plakat gesehen, uns gefragt, was das ist – und spontan entschieden, vorbeizuschauen“, fügt Jean-Baptiste hinzu.

Seit kurzem lebt der Student der Ingenieurwissenschaften in Griesheim, macht derzeit ein dreimonatiges Berufspraktikum. „Und ich bin für ein Wochenende in der Stadt, um ihn zu besuchen“, sagt Cassandre. „Apfelwein“, sagen sie, „ist ein bisschen wie Cidre.“ Jean-Baptiste trinkt den Ebbelwoi gespritzt, Freundin Cassandre pur. Beiden schmeckt es. Auch so kann ein kultureller Austausch aussehen.

Während das Paar ganz entspannt Eindrücke von dem Fest sammelt, spielt im Hintergrund bereits die Party-Band „Was’n“ auf der großen Bühne. Die Festmeile füllt sich immer mehr. Hinter der Bühne werden für den späten Abend noch die Vorbereitungen für das geplante Feuerwerk getroffen. „Der Aufbau dauert etwa eineinhalb Stunden“, sagt Harry Haarstark. Der Pyrotechniker möchte das rund sechsminütige Spektakel musikalisch untermalen. „Hierfür habe ich ein Stück von David Garrett ausgewählt“, sagt er.

Rolf Korbach interessiert sich indes für die Arbeit des Vereins „Waldwerk“. Er schaut sich eine Tafel mit Fotografien an, die das Gebäude des Wasserwerks im Niedwald und dessen Geschichte zeigen. Seit 2007 wird hier kein Wasser mehr gepumpt, der Verein „Waldwerk“ möchte das alte Industriegebäude wieder neu beleben, insbesondere für naturkundliche Aktionen. „Ich wohne in der Nähe, in der Siedlung Neufeld, und finde es super, dass dort wieder etwas passiert“, sagt er.

Barbara und Peter Henkel haben sich gleich mit mehreren Freunden, darunter mit Jutta und Oskar Zindel aus Eschersheim, dort verabredet. „Das Griesheimer Mainfest ist sehr wichtig für den Stadtteil. Einmal im Jahr findet man sich hier zusammen, selbst diejenigen, die mittlerweile nicht mehr in Griesheim leben, kommen. Wie sind alle sehr heimatverbunden“, sagt Barbara Henkel. Sie kennt als eingefleischte Griesheimerin den Stadtteil auch besonders gut.

„Wir leben seit 34 Jahre hier, und ich finde, wenn man hier am Mainufer entlangläuft, dann ist das ein wenig so wie im Urlaub“, schwärmt Doris Glombek. Dass das Fest auch für den Zusammenhalt der Menschen wichtig ist, weiß auch Ursula Schmidt. Die Vorsitzende des Vereinsrings Griesheim geht von Stand zu Stand, spricht mit den Vertretern der Vereine und Institutionen, fragt, ob alles in Ordnung ist und es gut läuft.

Die Mühe der vielen Ehrenamtlichen, die das Fest stemmen, wird belohnt. Denn der am frühen Samstagabend einsetzende Regen, der sich angekündigt hatte, hört pünktlich für das Feuerwerk wieder auf. Und die vielen Besucher der Veranstaltung, die auch das kühle Nass von oben nicht abgeschreckt hat, freuen sich über das farbenfrohe Spektakel.

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