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Ein starkes Team, die Spitze und die Oldies der Hornauer Feuerwehr rund um das alte Motorrad (v. l.): Bernd Bender, Stefan Müller, Tobias Usinger, Thorsten Hartleb und Reinhard Lindner. Das Motorrad der Marke Auto Union/DKW wurde 1954 gebaut, ist seit 1964 im Besitz der Hornauer und war früher als Melderfahrzeug im Einsatz. Noch heute wird es ab und zu genutzt, etwa bei einer Personensuche im Wald.

Geburtstag

Feuerwehr: Zum 100. im neuen Zuhause?

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Die Hornauer Brandschützer gibt es seit 90 Jahren. Es gibt zwei Entstehungsgeschichten dazu.

Es ist ein Treffen der Generationen hier am Feuerwehrhaus. Die Spitze der Hornauer Wehr mit Wehrführer Bernd Bender (36), „Vize“ Tobias Usinger (27) und Vereinschef Thorsten Hartleb (35) ist schon da. Auch Stefan Müller (52), 20 Jahre Wehrführer, schaut gerne mal rein. Und da kommt noch Reinhard Lindner (70) angeradelt, der über 30 Jahre im Vorstand war. Drei Generationen der Feuerwehr – die eines gemeinsam haben: die Motivation, anderen Menschen zu helfen, aber auch ein aktiver Verein im Ort zu sein. Und so freut sich das Quintett schon auf das Wochenende, wenn die Wehr ihren 90. Geburtstag recht groß feiert (siehe Info).

Mit einem Gedenkgottesdienst, an dem fast 50 Wehrleute teilnahmen, läuteten die Kameraden das Jubiläum am 19. Mai ein. Am 18. Mai 1928 war im Gasthaus Schäfer Jakob die Gründungsversammlung, Gustav Bubser wurde erster Kommandant. Von 66 Gründern waren 47 aktiv. Die Gemeinde war bereits ab 1808 Mitglied im „Spritzenverband Eppstein“, ein Zusammenschluss von zwölf Gemeinden des Obertaunuskreises zur nachbarschaftlichen Löschhilfe. Aber es gab Streit, Hornau trat 1844 aus und führte eine Pflichtfeuerwehr ein. Von der Firma Biringer in Höchst kam die erste Feuerspritze. Zwei Geschichten gibt es zur Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr: Einmal soll ein Scheunenbrand im Frühjahr 1928 der Anlass gewesen sein. Zudem soll es eine Vereinbarung mit dem Kreisbrandmeister gegeben haben, nach der es während der Erntezeit keine Alarmübungen geben sollte. Das hielt er im Herbst 1927 nicht ein – und die Hornauer gingen eigene Wege. Die Chronik geht auch auf besondere Einsätze ein: Etwa das „Jahr der Wasserspiele“, als 1981 die Straßen überflutet waren und 50 Keller ausgepumpt werden mussten. Oder der Brand einer Scheune am Gagern-Gelände.

Heute sind die Nachfolger stolz auf ihre Pioniere. Sie sehen die Wehr nun in einem guten Gesundheitszustand und denken voraus. So steht die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs LF 10 an. Das wäre nicht möglich mit der Hilfe des Feuerwehrvereins, der jedes Jahr bis zu 30 000 Euro für Projekte beisteuert. Das können auch spezielle Schulungen oder Shirts für die „Minilöscher“ sein. Rund 550 Mitglieder hat die Wehr. Stolz sind die Kollegen auch auf die Freundschaft zum Haus Walburga der Lebenshilfe. Dort hilft die Wehr einmal im Jahr beim Grillfest, zudem kommt sie zu einer Übung, um die Menschen mit Behinderung auch auf solche Momente vorzubereiten.

Gut aufgestellt sieht Bender die Wehr in der Einsatzabteilung. 42 Aktive seien in Ordnung. Nur tagsüber besteht überall das gleiche Problem, deshalb werden die Wehren Kelkheims gemeinsam alarmiert. Jeweils 25 junge Kräfte in der Kinder- und Jugendfeuerwehr seien sehr gut. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den einen oder anderen für die Einsatzabteilung später daraus schöpfen können“, so Hartleb.

Für junge Wehrleute gibt es auch eine besondere Perspektive: In der Prüfung ist ein gemeinsamer Feuerwehrstützpunkt mit den Kameraden aus Kelkheim-Mitte und Fischbach, der am Hühnerberg sein könnte. Es läuft eine Machbarkeitsstudie, um vor allem das Verkehrsproblem zu beleuchten. „Wir sind alle gespannt, wie sie ausgeht“, sagt Bender. Die Stimmung im Team sei gemischt zu diesem Thema, aber schon eher positiv. Nun hofft die Wehr zeitnah auf Ergebnisse. „Feuerwehrtaktisch macht es Sinn, die Kräfte zu sammeln“, sagt auch Oldie Lindner. Doch „es wird was fehlen“, verweist Müller auf ein weniger aktives Vereinsleben im Ort. Denn die Wehr sei auch „Ansprechpartner im sozialen Bereich“, findet Lindner. „Wir müssen Schnittmengen finden“, betont Hartleb.

Alle Generationen auch bei diesem Projekt mitnehmen – das ist der Truppe schon wichtig. Die Oldies Müller und Lindner freuen sich über einen reibungslosen Wechsel an der Spitze vor gut drei Jahren. Die „Jugend“ wiederum schätzt die Hilfe ihrer erfahrenen Vorgänger. Bender: „Wir sind froh, dass wir Euch haben und freuen uns immer über einen Rat.“

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