Firma aus dem Ort wählen, nur Teilbetrag zahlen

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Was tun, wenn der Schlüssel innen steckt, er abgebrochen ist oder das Schloss aus anderen Gründen den Dienst verweigert? Dazu gibt Andreas Brauner vom gleichnamigen Schlüsseldienst in Unterliederbach,

Was tun, wenn der Schlüssel innen steckt, er abgebrochen ist oder das Schloss aus anderen Gründen den Dienst verweigert? Dazu gibt Andreas Brauner vom gleichnamigen Schlüsseldienst in Unterliederbach, auch Mitglied in der Gruppe „Der Schlossprofi“, dem Kreisblatt ein paar Tipps:

Die Wahl sollte zuerst auf einen ortsansässigen Schlüsseldienst mit Ladengeschäft fallen. Bei Telefonnummern aus dem Ort gilt trotzdem Vorsicht: Es gebe auch weniger seriöse Firmen, die sich solche Nummern einkaufen, weiß Brauner aus Erfahrung.

Bei vielen Hausverwaltungen gibt es etwa in Mehrfamilienhäusern schon Dienste, mit denen zusammengearbeitet wird. Oft hängen die Kontakte auch im Treppenhaus. Und im Zweifel listet die Industrie- und Handelskammer auf ihrer Homepage Unternehmen auf, betont Brauner.

Preise sind am Telefon zunächst schwer zu verhandeln, weiß der Experte. Aber der Kunde sollte sich Anhaltspunkte zu Anfahrtspauschalen, Wochenend- und Nachtzuschlägen geben lassen und das Problem genau beschreiben.

Sollte der Kundschaft eine Rechnung deutlich zu hoch erscheinen, muss sie diese nicht bezahlen, sagt Brauner. Doch Vorsicht, wenn der Kunde zum Beispiel alleine ist: Brauner berichtet von einem Fall, „da wurde der Kunde tatsächlich bedroht“. Und habe bezahlt, „damit er seine Ruhe hat“.

Brauners fünfter Appell richtet sich an den Gesetzgeber: Aktuell könne jeder ein Gewerbe zum Schlüsseldienst anmelden, „das ist kein Ausbildungsberuf“. Hier müsse sich etwas tun, findet er.

Im Zweifel rät Brauner, sich an eine Firma von „Der Schlossprofi“ zu wenden. Der firmenübergreifende 24-Stunden-Notdienst wird getragen von 15 Betrieben im Rhein-Main-Gebiet und unterstützt vom Fachverband Metall Hessen, der Handwerkskammer Rhein-Main und der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Er wurde nach 2003 ins Leben gerufen, um nach eigenen Angaben „den schwarzen Schafen unter den Schlüsseldiensten Paroli bieten zu können“.

Allerdings können seriöse Firmen in Sachen Werbung kaum mithalten, weiß Brauner. Denn nicht selten pappen schwarze Schafe schon mal Aufkleber mit ihren Nummern an jede Haustür. „Der Schlossprofi“ hat übrigens noch ein Sicherheitsnetz eingebaut: Es gibt eine

Schlichtungsstelle

, an die sich Kunden bei Problemen mit einer Firma aus der

Gütegemeinschaft

wenden können. Sie ist unter (0 61 71) 5 60 01 erreichbar.

Das Kreisblatt hat auch bei der Verbraucherzentrale für Tipps und Erfahrungen angefragt – der Rückruf blieb aus. Doch die Homepage der IHK gibt Ratschläge:

Möglichst die Situation vermeiden, in der ein Schlüsseldienst gerufen werden muss. Zum Beispiel einen Schlüssel bei Nachbarn oder anderen vertrauenswürdigen Leuten für den Notfall deponieren.

Bei bekannten Personen der Vertrauens, der Polizeidienststelle, einem Branchenverband, einer Kammer oder Innung nach einem seriösen Anbieter in der Umgebung erkundigen.

Wenn ein Notfall vorliegt, öffnen auch die Feuerwehr oder die Polizei die Tür.

Aus dem Branchenbuch nicht denjenigen aussuchen, der die auffälligste, größte Anzeige geschaltet hat, und nicht den wählen, der unter allen Umständen auffallen will und deshalb schon am Anfang des Alphabets steht (AAA ...) – so wie eben im Kelkheimer Fall.

Vorsicht: „Viele Dienste gehen absichtlich so vor, dass möglichst viel zerstört wird und viel überteuertes Material verkauft werden kann“, weiß die IHK.

Falls man den Verdacht hat, die Rechnung ist erheblich zu hoch, sollte man einen angemessen erscheinenden Betrag zahlen, auch schon um die Auseinandersetzung mit dem Monteur zu entschärfen. Später kann man ja nach einer Überprüfung durch einen Sachverständigen nachzahlen.

Wenn ein Kunde bereits gezahlt hat, kann eine Klage auf Zurückzahlung wegen Wuchers beim Amtsgericht erhoben werden. Die IHK betont: „Es liegt inzwischen eine Vielzahl von Urteilen vor, die dies bestätigen.“

Infos gibt es im Internet auf der Homepage der IHK Frankfurt oder auf der Seite „Der Schlossprofi“.

( wein)

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