Integration von Flüchtlingen

SV Fischbach wird für Flüchtlingsarbeit geehrt

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
    schließen

Bei den Fußballern sind Flüchtlinge willkommen. Einige Kinder haben längst in den Jugendmannschaften Fuß gefasst. Inzwischen gibt es aber auch eine bunte Kickergruppe, in der bis zu sieben Nationen spielen. Mit diesem Gesamtpaket hat sich der Verein bei einem Wettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes beworben.

Freitagabend: Der Sportplatz des SV ist hell erleuchtet. Fußballer aus sieben Nationen rennen über den Platz und feuern sich an. Die Leibchen ordnen die Spieler den zwei Teams zu. Aber jeden Freitag werden die Mannschaften neu gemischt. Hier spielen keine Nationen gegeneinander. Hier spielen junge Männer und junggebliebene Väter sowie manchmal auch die eine oder andere Frau gemeinsam Fußball. Hier kicken junge Flüchtlinge aus Afghanistan, Äthiopien, Eritrea, dem Iran, Somalia und Syrien mit den Deutschen.

Alexander Hornung ist einer der Fußballer, die die Sache mit angestoßen haben. Der Wehrführer suchte mit seinen Kameraden von der Feuerwehr einen Platz zum Kicken. Die Anfrage beim SV lief positiv – mehr noch: Zu den bis zu sechs Brandschützern gesellten sich noch einige Väter und die Flüchtlinge. „Der Vorstand des SVF überlegte, führte Gespräche und kam zu folgender Lösung: die Freitags-Hobbymannschaft“, erinnert sich Pressewartin Beate Rohkohl-Hildenbrand. „Mit Spenden, sowohl von privater Seite als auch von der Egidius-Braun-Stiftung, wurden die Fischbacher Neuankömmlinge ausgestattet. Seit Ende Oktober treffen sich die Fußballbegeisterten und haben viel Spaß miteinander.“

Das kann Alexander Hornung nur bestätigen: „Die Stimmung ist top, das macht Spaß“, sagt der kickende Feuerwehrmann, der selbst aber noch nicht so häufig dabei war. Doch sei es schon eine gute Gelegenheit, mit den Flüchtlingen kurz ins Gespräch zu kommen, sie nach ihrer Situation und eventuell nötiger Hilfe zu fragen. Dass die Teams bunt gemischt werden, findet er gut und wichtig. Letztlich sei das die gelebte Integration.

Die ist beim SV Fischbach auch im Nachwuchsbereich nicht nur eine Floskel. Bereits seit einiger Zeit werden dort Kinder und Jugendliche aus Krisenländern mit eingebunden. Das gelte nicht nur für die Fußballer, sondern auch für die Turngruppen, freut sich Beate Rohkohl-Hildenbrand. Zum Teil werden sie abgeholt und wieder in die Unterkünfte zurückgebracht. Bei Spendenaktionen haben die Mitglieder des SV Sportbekleidung und Fahrräder gesammelt. An Weihnachten habe es zudem Aktionen der Kirchengemeinden gegeben, weiß die Pressewartin, die sich selbst im Fischbacher Arbeitskreis Flüchtlingshilfe engagiert und somit beide Aktivitäten vernetzen kann. Besonders engagiert bei der SV-Jugend ist auch Barbara Völkel. Es seien schon einige Kinder und Jugendliche integriert worden, berichtet sie. Ziel sei es, weitere junge Kicker zum Mitmachen zu motivieren. Auch bei Fußball-Camps gebe es die Möglichkeit, die Flüchtlinge einzubinden.

All diese Aktionen haben dazu geführt, dass sich der SV Fischbach für den Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes beworben hat. Zu einem der ersten drei Plätze hat es zwar nicht gereicht (siehe „Info“), doch eine Anerkennungsurkunde und ein Banner für das Engagement gab es trotzdem. Die Aktivitäten „gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ wurden damit honoriert, freut sich Beate Rohkohl-Hildenbrand. Damit nicht genug: Die Egidius-Braun-Stiftung „1:0 für ein Willkommen“ bewertete den Antrag auf Unterstützung der Fischbacher Integrationsarbeit mit Flüchtlingen positiv. Außerdem wurde der Club für sein Projekt „Inklusion und Integration von Flüchtlingen“ beim Sportkreis Main-Taunus mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

(wein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare