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In diesem Gebäudekomplex an de Graben- und Wickerer Straße hat die Terra ihre Büroräume.

"Problem-Immobilien"

Flörsheim: Zieht das Terra-Büro um?

Die städtische Terra Entwicklungsgesellschaft mbH wird bald eine neue Geschäftführung haben. Diese muss sich auch um das Gastronomie-Projekt an der Hauptstraße kümmern, dessen Standort als gescheitert gilt.

Flörsheim - Als Lokal zur Belebung der Flörsheimer Altstadt sind die Räumlichkeiten in der Hauptstraße 34 gescheitert. Denn bisher konnte sich kein Gastronom lange halten. Die Betreiber des "Rossini" zogen sich am 1. November aus der Immobilie der städtischen Terra Entwicklungsgesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zurück. Zuvor hatte bereits der erste Pächter des Objektes, Michael Beck, sowie eine Nachfolger-Betrieb den Standort aufgegeben.

Gespräche mit Bewerbern

Das Restaurant ist eines von zwei Objekten, für deren Neubelegung die Terra eine Lösung finden muss. Bei den anderen Räumen handelt es sich um ehemalige Verwaltungsbüros in der Riedstraße 9, die leer stehen seit die Mitarbeiter in den "Neuen Schützenhof" umgezogen sind. Derzeit gebe es zur Nutzung beider Standorte nichts Neues, sagt auf Anfrage dieser Zeitung Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU), der auch dem Aufsichtsrat der Terra vorsteht.

Rathauschef Dr. Bernd Blisch.

Die Terra GmbH hat momentan andere Sorgen. Er sehe die Hauptaufgabe darin, einen Geschäftsführer für das städtische Unternehmen zu finden, erklärt Blisch. Die leitende Stelle ist bereits seit dem Sommer unbesetzt. Blischs Vorgänger Michael Antenbrink (SPD) hatte keine Mehrheit für seinen Kandidaten erhalten. Mittlerweile sei der Ausschreibungsprozess vorangeschritten, berichtet Blisch. In dieser Woche werden Bewerbungsgespräche mit den verbliebenen Bewerbern geführt. Er hoffe, dass der neue Terra-Chef schnell gefunden ist, sagte der Bürgermeister. Ohne Geschäftsführer seien die Entscheidungen über die Leerstände nicht zu leisten. Der Posten an der Spitze der GmbH ist für 25 Stunden in der Woche ausgeschrieben. Darin liegt eine weitere Problematik. Vor einigen Tagen hatte sich die FDP mit eigenen Ideen zur Leitung der Terra zu Wort gemeldet. Die Liberalen schätzen, dass die Kosten für den Geschäftsführer jährlich bei bis zu 100 000 Euro betragen könnten. Sie kritisierten, dass dieses Geld sinnvoller im Wohnungsbau eingesetzt werden könne. Deshalb schlagen die Freidemokraten vor, die Geschäftsführung an die künftige neue Erste Stadträtin Renate Mohr zu übertragen, in deren Verantwortung ja dann auch das Bauamt liegen wird. Bernd Blisch hält nicht viel von dieser Idee. Zwar räumt er ein, dass es zu Zeiten von Ersten Stadträten wie Leo Fercher (parteilos) oder Markus Ochs (damals CDU) üblich gewesen sei, dass diese für die Terra verantwortliche waren. Dies müsse man jedoch vorher bekanntgeben, was bei der Wahl von Renate Mohr nicht der Fall gewesen sei. "Es ist ehrlicher, wenn man das vorher auch so ausschreibt", meint Bernd Blisch.

Dieses Terra-Gastronomie-Objekt, das ehemalige La Fayence an der Hauptstraße, steht erneut seit Monaten leer.

Der Rathauschef hat aber noch ein ganz anderes Problem mit dem FDP-Vorstoß: "Wir müssen uns fragen, wo wir mit der Terra hin wollen", erklärt der Verwaltungschef. Er habe es so verstanden, dass die Gesellschaft in Zukunft eher mehr machen solle und nicht weniger. Die Terra sei ein Instrument, um den benötigten Wohnungsbau in Zukunft voranzutreiben. Dies sei jedoch etwas, das nicht einfach so nebenbei von der Ersten Stadträtin erledigt werden könne. "Ich dachte, da wären sich alle Parteien einig", erläutert Dr. Blisch.

Büroräume nicht genutzt

Welche Zukunft die Terra-Räumlichkeiten an der Hauptstraße und der Riedstraße erwartet, liegt in der Hand von Aufsichtsrat und neuer Geschäftsführung. Dabei wird es im ehemaligen "Rossini" auch um die Frage gehen, ob ein Gastronomiebetrieb überhaupt noch Sinn macht. Wenn etwas mehrfach schief gehe, müsse man sich schon fragen, ob es eine Alternative gibt, erklärte der Verwaltungschef. Im ehemaligen Sozialamt in der Riedstraße kann er sich eine Obdachlosenunterkunft oder eine Büronutzung vorstellen. "Da hätte man auch schon vor einem Jahr etwas machen können", sagt Blisch mit Blick auf seinen Vorgänger. Er habe die Räume bei seinem Amtsantritt im November leer vorgefunden. Aus Sicht des Bürgermeisters wäre sogar ein Umzug der Terra Geschäftsstelle sinnvoll. Derzeit befindet sich der Sitz der GmbH in einer Wohnung an der Ecke Grabenstraße/Wickerer Straße. Wenn die Terra in die Büros in der Riedstraße umziehe, könnte die jetzige Geschäftsstelle wieder als Wohnraum genutzt werden, argumentiert Blisch und deutet damit eine weitere Entscheidung an, die auf den neuen Geschäftsführer zukommt.

Dieses Terra-Gastronomie-Objekt, das ehemalige La Fayence an der Hauptstraße, steht erneut seit Monaten wieder leer.

von Sascha Kröner

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