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Sie sorgen dafür, dass auf der FCV-Bühne in der Flörsheimer Stadthalle alles glatt läuft. Eugen Kluft (links) und Jürgen Winnik.

Diesjähriges Motto

Bühne des Flörsheimer Carneval Vereins verwandelt sich in Kreuzfahrtschiff

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„Kreuzfahrt ins Glück“ heißt das diesjährige Motto des FCV. Wie in jedem Jahr stechen die Flörsheimer Fastnachter mit aufwendiger Kulisse in See.

Bald heißt es: Leinen los! Anfang kommender Woche können die fleißigen Bühnenbauer des Flörsheimer Carneval Vereins (FCV) eine Schiffstaufe in der Stadthalle durchführen. Ab Sonntag verwandeln sie die Bühne in ein eindrucksvolles Kreuzfahrtschiff. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits seit dem Sommer. Angedeutete Kabinen und Bullaugen gehören genauso zur Ausstattung wie ein Sonnendeck. Laternen sowie kleine Fähnchen sollen das Bild des Luxuskreuzers abrunden. Derzeit lagern alle Einzelteile im Keller der Halle, wo Jürgen Winnik und Eugen Kluft gestern letzte Handgriffe vornahmen.

Heulend frisst sich die Stichsäge durch das Holz. Die beiden Bühnenbauer arbeiten am Bein eines Nachttisches für eine der Schiffskabinen. Auf solche Details, die erst beim genauen Hinschauen ins Auge stechen, wird beim FCV wert gelegt. Der 82-jährige Eugen Kluft ist seit 40 Jahren bei den Flörsheimer Fastnachtern an Bord und hat schon einige Kulissen miterlebt. Jürgen Winnik ist 58 Jahre alt und bestreitet seine elfte Kampagne als aktiver Helfer. Ihre Kellercrew bestehe aus einem harten Kern von 15 Mitstreitern, sagt Winnik. „Wenn es Worscht umsonst gibt, sind wir auch mal 22“, erklärt Eugen Kluft lachend.

Der Elektriker kann sich noch an Zeiten erinnern, als die FCVler ihr Bühnenbild aus Stellwänden bauten, die sich an der Form der Bühne orientierten. Die Rahmen seien Jahr für Jahr neu bespannt worden. „Die Kulisse war einfach rechteckig – wie ein Schuhkarton“, erzählt Jürgen Winnik. Heute ist der überregional beliebte Fastnachtsverein für seine dreidimensionale Hintergrundgestaltung bekannt. Auf der FCV-Bühne entstehen Türme, Tore und mehrstufige Konstruktionen über verschiedene Ebenen. Das Komitee sitzt nicht an einem festen Tisch im Mittelpunkt, sondern wird zum lebendigen Teil der Kulisse. Auch die Musiker der Showband werden ins Bühnenbild eingebaut.

Ideen und erste Gestaltungsentwürfe liefert in jedem Jahr Helmut Tschugg. Er hat den Entwurf von Bühnenbildern als Leiter eines Veranstaltungshauses erlernt. Nach seiner Grundidee geht das Technik-Team in der Stadthalle ans Werk. Dabei bedienen sie sich eines Systems aus Rahmen, die mit Scharnieren verbunden werden. Auf dieses flexible Grundgerüst zimmern sie die stimmungsvolle Umgebung für das laufende Kampagnenmotto. Nicht immer lasse sich das Konzept von Tschugg eins zu eins umsetzen, erläutern Winnik und Kluft. Der erste Entwurf sehe meist etwas anders aus. Letztlich komme die fertige Kulisse der Vorstellung des Allgäuers jedoch ziemlich nahe. Wenn es um die Umsetzung geht, bringe jeder aus dem Team seine Ideen ein, sagt Jürgen Winnik. Die Bühnenbauer teilen sich die Arbeit in mehrere kleinere Projekte ein, die dann von verschiedenen Teams bearbeitet werden.

Zu den schwierigsten Kulissen der vergangenen Jahre gehörte laut Eugen Kluft ein Fastnachts-Stadl. Für die Realisierung mussten unter anderem

Felsen aus Pappmaschee

geformt werden. In Erinnerung geblieben ist den Tüftlern auch das Thema Venedig, das filigrane Arbeiten an Säulen und Bögen erforderte. Die Überreste der venezianischen Dekoration lagern momentan in Regalen unter der Decke der Kellerwerkstatt. Mitten im Raum stehen stattdessen weiße Wände, ein Bett und Schiffskabine. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass einige Elemente mit hellen Flecken übersäht sind. Hier haben die FCV-Helfer nicht etwa unsauber gearbeitet. Es handelt sich vielmehr um Spuren eines Brandschutzmittels, das man aber von Weitem nicht mehr sieht, weiß Jürgen Winnik.

In den kommenden Tagen transportieren die Bühnenbauer alle Teile aus dem Keller in den Saal, wo sie zum ersten Mal vollständig zusammengefügt werden.

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