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Auf einer Seite der Adam-Opel-Straße gilt jetzt absolutes Halteverbot.

Adam-Opel-Straße

Bürger fürchten Raser

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Harald Hamm dachte zunächst an einen Schildbürgerstreich, als auf einer Seite der Adam-Opel-Straße kürzlich absolutes Halteverbot eingerichtet wurde. Die Stadt erklärt dies damit, dass Feuerwehr und DRK schon mal bei Einsätzen Schwierigkeiten hatten, durchzukommen.

Seit einer Woche ist die Parkplatzsuche im Flörsheimer Norden etwas schwieriger geworden. Die Stadt hat Parkplätze auf einer Straßenseite der Adam-Opel-Straße durch ein absolutes Halteverbot aufgehoben. Darüber ärgert sich der Anwohner Harald Hamm: Der Flörsheimer fürchtet, dass die Verbindung zwischen Werner-von-Siemens-Straße und Schönbornstraße von Rasern als Abkürzung missbraucht wird. Er habe Angst vor einer Rennstrecke, sagt Hamm. In seinen Augen ist die Neuregelung ein Schildbürgerstreich.

Auf einer Länge von rund hundert Metern sei in der Adam-Opel-Straße das absolute Halteverbot eingeführt worden – „keine zeitliche Einschränkung, kein Anwohnerparken“, betont Harald Hamm. Vorher war das versetzte Parken auf beiden Straßenseiten möglich. „Parkplätze für Anwohner fallen weg, und der ohnehin schon starke Parkplatzdruck wächst noch mehr“, bemängelt der Flörsheimer. Er selbst könne zwar auf seinem Grundstück parken, doch frage er sich, wo künftig Besucher und Lieferanten ihre Fahrzeuge abstellen. „Wo parkt der Handwerker oder Spediteur?“, fragt Hamm. Außerdem treibt ihn die Einhaltung der Tempo-30-Reglung um.

Als er vor 16 Jahren in die Wohngegend zog, sei er froh gewesen, dass Autos aufgrund der versetzten Parkplätze langsamer fahren mussten. Das sei auch sinnvoll wegen der städtischen Kita in der Adam-Opel-Straße und der Nähe zur Paul-Maar-Schule. Harald Hamm sieht diesen Effekt der Parkplätze nun aufgehoben. Er erwartet einen beschleunigten Verkehr entlang des Schulweges. „Wer denkt sich sowas aus und ändert etwas, was die letzten 16 Jahre sehr gut funktioniert hat?“, fragt der Anwohner.

Wir haben im Rathaus nachgefragt. Dort war zu hören, dass die bisherige Parkregelung in der Adam-Opel-Straße nicht immer funktioniert hat. Pressesprecher Andreas Wörner bestätigte die Einführung des einseitigen Halteverbotes und begründete die Maßnahme mit der Durchfahrt von Rettungswagen.

Die Autos hätten so gestanden, dass Einsatzfahrzeuge nicht mehr durch die Lücken passten. Die Situation sei mehrfach von Feuerwehr und DRK bemängelt worden. Vor allem in den Abendstunden – wenn viele Anwohner in der Straße parkten – sei die Durchfahrt zwischen den versetzt geparkten Wagen erschwert gewesen, berichtet Wörner.

Harald Hamm hat Verständnis für die Anforderungen der Rettungskräfte. Allerdings kann er nicht verstehen, warum die Stadt keine Kompromisslösung finden konnte. Durch genaue Markierungen hätte man sicherstellen können, dass statt fünf Parkplätzen nur drei wegfallen – und die Feuerwehr hätte trotzdem Platz gehabt, meint der Flörsheimer. Er würde es begrüßen, wenn die Stadt noch einmal über die Einteilung des Halteverbotes nachdenkt. „Das kann so nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen sein“, betont der Anwohner der Adam-Opel-Straße.

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