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Der Bürgermeisterkandidat Dr. Bernd Blisch liebt die Musik

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Am 27. Mai wählen die Flörsheimer einen Bürgermeister. Wir stellen alle drei Kandidaten von ihrer persönlichen Seite vor. Heute kommt zum Abschluss Bernd Blisch an die Reihe.

Ein großer dunkler Koffer begleitet Bernd Blisch bereits seit mehreren Jahrzehnten. Der Wahlkämpfer bewahrt die Kiste stets griffbereit in seinem Arbeitszimmer auf. Wenn er den Deckel öffnet, kommen Teile eines Musikinstrumentes zum Vorschein. Die Klarinette hat es Blisch seit jungen Jahren angetan. Wenn er auf dem Instrument spielt, findet er Entspannung. „Man muss sich konzentrieren und bekommt den Kopf frei“, erklärt der Christdemokrat, der vom Viererbündnis aus CDU, Galf, dfb und FDP unterstützt wird.

Das erste Musikinstrument des gebürtigen Flörsheimers war eine Gitarre. Bei Lagerfeuer-Abenden der Katholischen Jugend zupfte Bernd Blisch die Saiten. Wahrscheinlich könne er noch heute einige Lieder begleiten, sagt Blisch. Die Gitarre war jedoch kein Instrument, das ihn langfristig ansprach. Ihn habe etwas gereizt, womit er in größeren Gruppen musizieren konnte, sagt der 55-Jährige. Da sein Vater Trompete und Flügelhorn spielte, lag ein Blasinstrument nahe. Sein Onkel habe Klarinette gespielt, berichtet der Wahlkämpfer, der als Jugendlicher Musikunterricht nahm. Nach einigen Übungsstunden habe er sich dem Flörsheimer Musikverein angeschlossen.

Die Flörsheimer 1150-Jahr-Feier im Jahr 1978 sei der erste große Anlass gewesen, bei dem er auftreten durfte, erinnert sich Bernd Blisch. Außerdem habe er bei der Grundsteinlegung und der Eröffnung des Hofheimer Kreishauses gespielt. Auch im Ausland musizierte der Flörsheimer: Während seines Geschichtsstudiums in England war die Klarinette sein treuer Begleiter. Er habe damals sogar im Universitätsorchester in Birmingham gespielt, erzählt der Historiker.

Als Klarinettenspieler marschierte der Kandidat auch schon bei den Fastnachtsumzügen in Flörsheim und Mainz durch die Straßen – obwohl Blisch weiß, dass die Instrumente unter solchen Auftritten im Freien leiden. „Umzüge sind das Schlimmste, was man dem Instrument antun kann“, betont der Musiker. Wenn möglich, müsse eine Klarinette immer trocken gehalten und vor Hitze und Kälte geschützt werden. Andernfalls könne es passieren, dass sich Risse im Holz bilden, erläutert Bernd Blisch.

Klassische Stücke aus der Epoche der Romantik begeistern ihn. Mit leuchtenden Augen verweist Blisch auf Mozarts Klarinettenkonzert oder die Sonaten von Brahms. „Als Musiker träumt man davon, dass man das mal so hinkriegt“, erklärt der 55-Jährige. Die Läufe der klassischen Kompositionen gleichmäßig zu spielen, erfordere eine sehr gute Fingertechnik. An der Klarinette gefällt Blisch der Wechsel zwischen hohen Tönen und dunklen, „samtigen“ Klängen. Der besondere Klang werde unter anderem in der Oper „Freischütz“ von Carl Maria von Weber herausgestellt. Wenn er nicht selbst musiziert, nutzt Bernd Blisch seine Freizeit gerne, um sich Opern anzuschauen. „Ich versuche auf dem Laufenden zu bleiben“, sagt der Bürgermeisterkandidat. Mit Frankfurt, Wiesbaden, Mainz oder Darmstadt gebe es ein wunderbares Angebot an Aufführungen in der Region, freut sich der Flörsheimer. Der Zeitraum des späten 18. Jahrhundert interessiert Blisch übrigens nicht nur musikalisch: Damals habe sich die Bürgergesellschaft mit den verschiedenen politischen Strömungen formiert, betont der Historiker, der acht Jahr lang das Flörsheimer Kulturamt leitete. Mittlerweile betreut er die historische Sammlung der Stadt Wiesbaden.

Im Orchester des Musikvereins spielt Bernd Blisch schon lange nicht mehr. Beim Maskentreiben am Fastnachtsdienstag feierte er in diesem Jahr allerdings eine kleine Rückkehr: Dem Musikverein sei ein Beckenschläger ausgefallen, erzählt der Flörsheimer, der bereitwillig beim närrischen Umzug einsprang. Das Instrument seiner Wahl bleibt dennoch die Klarinette. Er wolle weiter zu Hause üben, um nichts zu verlernen, erklärt Blisch. „Dazu ist es mir zu wichtig.“

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