Wer sein Kind im Januar in keine städtische Kita brachte, sondern zu Hause betreute, erhält Gebühr und Essensgeld zurück.
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Wer sein Kind im Januar in keine städtische Kita brachte, sondern zu Hause betreute, erhält Gebühr und Essensgeld zurück.

Gebühren

Das Prinzip "ganz oder gar nicht" gilt

Kostenerstattung: Bei der Rückzahlung von Kita-Beiträgen gibt es Besonderheiten zu beachten.

Flörsheim -Ab heute werden Empfehlungen zum Besuch von Kinderbetreuungseinrichtungen gelockert. In den vergangenen Monaten hatte die Landesregierung darum gebeten, Kinder nur dann in die Betreuung zu schicken, wenn es unbedingt notwendig ist. Diese Einschränkung wurde nun aufgehoben. Um Eltern, die ihre Kinder zu Hause gelassen haben, finanziell entgegenzukommen, fassten die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung den zweiten Beschluss zur Entlastung von Familien. Dieser regelt die Kostenerstattung für Januar und die ersten drei Februar-Wochen. Bei manchen Familien sorgt der Umgang mit der Gebührenordnung aber anscheinend für Verwirrung.

Verunsicherte Eltern informierten die Kreisblatt-Redaktion und machten auf das Problem mit der Kostenerstattung aufmerksam. Dabei ging es um die Frage, ob Verpflegungsgebühren für das Mittagessen in den städtischen Einrichtungen weiter gezahlt werden müssen, während die Betreuungsgebühr entfällt. Auf Nachfrage erläuterte Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF), dass dies nicht der Fall sei. Betreuung und Verpflegung seien nicht voneinander getrennt worden. Außerdem gelte bei der Entlastung von Eltern, die ihre Kinder im Januar und Februar nicht in die Betreuung schickten, das Prinzip "ganz oder gar nicht". Wer sein Kind im Januar überhaupt nicht in die Kita brachte, der musste weder Betreuung noch Verpflegung zahlen. Eltern, die ihr Kind an einigen Tagen in die Einrichtung schicken, zahlen allerdings beide Gebühren in voller Höhe. Da die Empfehlung des Landes heute endet, weicht die Regelung für diesen Monat leicht ab. Der Beschluss sieht vor, dass Familien für die letzte Februar-Woche 25 Prozent des monatlichen Betreuungs- und Verpflegungsbeitrags zahlen. Alle Gebühren würden zunächst eingezogen und später zurückerstattet, erläutert Renate Mohr. Das Land Hessen übernimmt rund 50 Prozent der Betreuungskosten, die andere Hälfte trägt die Stadt.

"Verwaltungsaufwand wäre zu viel"

Dass Eltern, die das Betreuungsangebot nur an einigen Tagen nutzten, überhaupt keine Entlastung erhalten, hat laut Renate Mohr verschiedene Gründe. Durch die Einteilung in separate Kleingruppen müsse das Personal immer bereitgehalten werden - selbst wenn die Gruppengrößen schwanken. Mit Blick auf die Verpflegungsgebühr sei es außerdem nicht möglich, dem Caterer von einem Tag auf den anderen veränderte Bestellungen anzugeben. Wochenweise könne die Menge zwar angepasst werden, so Mohr. "Wir haben aber von vornherein gesagt, dass dies vom Verwaltungsaufwand zu viel wäre", erklärt die Erste Stadträtin. Eine weitere Rolle habe der Infektionsschutz gespielt. Indem die Gebühren "ganz oder gar nicht" erhoben wurden, habe die Stadt einen Anreiz schaffen wollen, Kinder entweder zu Hause oder in der Kita zu betreuen. Ein ständiger Wechsel des Umfeldes sollte so vermieden werden.

Die Empfehlung, Kinder zu Hause zu lassen, gilt ab sofort nicht mehr. Dennoch wird die Kita-Betreuung nicht von heute auf morgen auf Normalbetrieb umgestellt. Renate Mohr erläutert, dass alle städtischen Einrichtungen immer noch mit geschlossenen Gruppen arbeiten sollen. Das Land Hessen bittet Eltern außerdem, "die Kindertagesbetreuung weiterhin zurückhaltend zu nutzen" und Gesundheitskonzepten mit Verständnis zu begegnen. sas

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