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Die Arbeitsbücher für die Terra GmbH sind prall gefüllt

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Wird derzeit saniert: Die Rathaus-Villa (li.) neben dem neuen Rathaus an der Bahnhofstraße. FOTO: kröner
Wird derzeit saniert: Die Rathaus-Villa (li.) neben dem neuen Rathaus an der Bahnhofstraße. © Kröner, sascha

Aufsichtsrat und Geschäftsführung berichten über bereits laufende und künftige Bauprojekte der städtischen Gesellschaft.

Flörsheim -In früheren Zeiten war dort unter anderem einmal das Standesamt untergebracht, nun werden dort die städtischen Immobilien verwaltet. Nun stellten Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU), der Geschäftsführer der Terra Entwicklungsgesellschaft mbH, Axel Braunsberger, sowie Terra-Prokurist Michael Bayer die neuen Büroräume im ehemaligen Verwaltungsgebäude in der Riedstraße 9 vor. Die städtische Tochtergesellschaft hat dort vier Räume zur Verfügung. Anfang Mai ist die Terra von den bisherigen Geschäftsräumen an der Grabenstraße in die Riedstraße gezogen. Die einst als Entwicklungsgesellschaft für die Altstadt gegründete Firma kümmert sich um insgesamt 185 Wohn- und Gewerbeimmobilien, wie Geschäftsführer Axel Braunsberger erklärte. Derzeit wird in der Riedstraße 11 noch die Fassade erneuert und mit einer Wärmedämmung versehen. Im oberen Stockwerk ist eine Bürofläche an die Zweigstelle der Giganetz vermietet.

Die Arbeitsbücher für die Terra sind prall gefüllt, wenn es um den Umfang der Arbeiten geht. Zum einen sollen die Ziegel auf den Dächern aller städtischen Immobilien geklammert. Damit soll verhindert werden, dass Wirbelschleppen die Dachziegel herunterreißen. Zum anderen sind die Sanierungsarbeiten in der alten Rathaus-Villa an der Bahnhofstraße im vollem Gange. Dies bedeutet ebenfalls eine Herausforderung in Zeiten, die von Corona und Material-Knappheit dominiert werden. Trotzdem soll bis zum Jahresende oder spätestens im ersten Quartal 2023 dann der Umzug von der bisherigen provisorischen Lösung in der Eddersheimer Straße 4 in die Rathaus-Villa vollzogen sein.

Danach wartet schon der nächste Fall auf die Geschäftsführung. Denn das Verwaltungsgebäude an der Eddersheimer Straße 4 soll zu Wohnungen zurückgebaut werden. Insgesamt acht eigenständige Wohnflächen sollen dort entstehen. Zudem hat die Terra GmbH noch den Umbau des ehemaligen gastronomischen Betriebes La Fayence, später Rossini, an der Hauptstraße zu bewältigen. Dort sollen bekanntlich drei Wohnungen entstehen. Kein sozialer Wohnungsbau ist dort geplant, sondern gehobenes Wohnen mit jeweils einer Wohnfläche von ungefähr 100 Quadratmeter pro Wohnung lautet die Vorgabe. Der am Objekt vorhandene Wintergarten wird bei der Nutzung auf die Wohnungen entsprechend aufgeteilt. Für die Umbauten sind rund 500 000 Euro kalkuliert worden.

Die Diskussion im Aufsichtsrat darüber, ob das ehemalige Gewerbeobjekt an der Hauptstraße noch einmal für eine Bewirtschaftung durch einen Gastronomen vorgesehen sein soll, ist schlussendlich in die Entscheidung für den Umbau in Wohnungen gemündet. Die kurze Geschichte der ehemaligen Gastro-Immobilie ist nicht gerade ruhmreich. Nach einem 1-Sterne-Koch der eigens nach Flörsheim kam um das damalige La Fayence in dem eigens dafür errichteten Gebäude zu betreiben, folgten nach dessen Kündigung mehrere Versuche von auswärtigen Gastronomen. Sie alle waren auf Dauer aber nicht erfolgreich. Schließlich machte die Corona-Pandemie der Überlegung, doch noch einmal für einen Aufschwung als gastronomisches Objekt zu sorgen, einen Strich durch die Rechnung. Dem Aufsichtsrat waren die Risiken zu groß, dass die Terra noch einmal auf ausstehenden Pachtzahlungen sitzen bleiben würde, erläuterte Bürgermeister Bernd Blisch.

Doch die Terra GmbH ist nicht nur mit der Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnflächen zuständig, sondern auch für die Verwaltung und Abwicklung des Rathaus-Neubau-Projektes. Bekanntlich hatte die Terra als Bauherr nicht nur die Verwaltungsräume sondern auch Eigentumswohnungen und Büroräume errichten lassen. Laut Terra-Geschäftsführer Axel Braunsberger wurden die Beseitigung von etlichen Mängeln in die Wege geleitet, die sich seit der Fertigstellung der Gebäude noch jahrelang hingezogen hatten. Unter anderem auch deshalb, so Braunsberger, weil Firmen, die am Bau des neuen Rathauses beteiligt waren, in der Zwischenzeit Insolvenz angemeldet hatten. Mit der Beseitigung der nach Fertigstellung angezeigten Mängel ist die gesamte Bautätigkeit für das neue Rathaus nun erst einmal abgeschlossen. Verstärkt soll nun Wert drauf gelegt werden, dass in Flörsheim bei sich auftuenden Baulücken oder bei Gebäuden, die abrissreif sind und deren Grundstücke sich für eine Wohnbebauung eignen würden, die Terra in Aktion tritt. Nach wie vor werde Wohnraum gesucht und deshalb sei die Errichtung von Wohnungen auch dringend erforderlich, so Bernd Blisch. Der Aufsichtsratsvorsitzende wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Terra einst als Entwicklungsgesellschaft gegründet wurde, als es in den sechziger Jahren um den Umbau und die künftige Nutzung des Gasthauses "Zum Hirsch" am Mainufer ging. Später waren die Altstadtsanierung sowie die Aufwertung der Innenstadt die weiteren Aufgaben der Terra Entwicklungsgesellschaft.

Terra-Geschäftsführer Axel Braunsberger (61), der als Bau-Ingenieur unter anderem Berufserfahrung bei einem Immobilienverwaltungs-Unternehmen in Frankfurt gesammelt hat, muss genauso wie alle anderen in der Branche derzeit feststellen, dass es seit Monaten mit der Lieferung von Materialien große Probleme gibt. Dies erschwert die Arbeiten und verzögert sie über das Normalmaß hinaus. meh

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