Drachenbootfahren

Das festigt die Gemeinschaft der Piraten

Der Drachenbootcup des Flörsheimer Rudervereins zog wieder Menschenmassen an und aufs Wasser. Auch die Weihwasserpiraten der Arbeitnehmerbewegung durchschneiden mit dem Drachenboot die Fluten des Mains. Sie sind seit Anbeginn des Cups vor zehn Jahren dabei.

Die Flörsheimer Uferpromenade rund um das Bootshaus des Rudervereins ist voll. Autos schlängeln sich durch die Gassen auf der Suche nach einer kleinen Lücke, in die man sich noch irgendwie hereinquetschen könnte. Die Menschen flanieren am Rande des Mains und sehen gebannt auf das Wasser. Die Wellen des Mains werden von Drachenbooten mit tapferen Paddlern durchschnitten.

Bei gebratener Grillwurst und einem kühlen Getränk fachsimpeln Mitglieder des Rudervereins mit Passanten über das bereits zum elften Mal stattfindende Großereignis des RV Flörsheim, den sogenannten Drachenbootcup. Andere jubeln den Paddlern zu oder feuern sie engagiert an.

„Die Idee hatten wir ursprünglich zu unserem hundertjährigen Bestehen“, erklärt Franz Herzog vom RV Flörsheim. Im Jahre 1908 war der Ruderverein gegründet worden. „2008 wollten wir dann etwas Besonderes bieten“, so Herzog. Zunächst dachte man an eine Regatta. Doch da seien mittlerweile die Vorschriften so streng, dass die Spritzigkeit einer Jubiläumsveranstaltung zu verpuffen drohte.

„Schließlich wollten wir ja mit Spaß zusammen feiern und Flörsheimer Gruppen und Vereine ansprechen“, erklärt Herzog die ursprünglichen Überlegungen. Ein Freund aus dem Offenbacher Ruderverein hätte ihn auf die Idee „mit den Drachenbooten gebracht.“ Man überlegte nicht lange, sondern ließ Taten sprechen.

Seit dieser Jubiläumsfeierlichkeiten sind auch die „Wasserpiraten“ mit von der Partie und nehmen am Drachenbootcup teil. „Wir haben das seinerzeit mitbekommen und da wir ein nette Truppe sind, die ja auch über die Fastnacht eng verbunden ist, wollten wir mitmachen“, erinnert sich Engelbert Kohl. Er ist der erste Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Flörsheim (KAB). Die KAB sei groß im Flörsheimer Fastnachtsgeschäft aktiv. Viele Mitglieder fielen in die Altersklasse zwischen dreißig und fünfzig Jahren und „sind daher altersmäßig bestens für so einen Drachenbootcup geeignet“, gibt Engelbert Kohl zu. Man nutze den Drachenbootcup, um das Gemeinschaftsgefühl zu festigen, erklärt er.

Ilka Wittmann ist Teamcaptain der „Weihwasserpiraten“ des KAB Flörsheim. „Unser jüngster Paddler, Justin, ist gerade mal 14 Jahre alt“, sagt sie. Mittlerweile hätte man schon richtiges Talent entwickelt. Im Laufe der Jahre sei der feste Kern der Weihwasserpiraten immer schneller und professioneller geworden. Neue Weihwasserpiraten seien aber jederzeit willkommen. „Dieses Jahr hatten wir zum ersten Mal mit Michelle eine Trommlerin im Boot“, erklärt Teamkapitän Ilka Wittman.

Das Event werde sehr gut angenommen. „Ich werde immer schon frühzeitig gefragt: Sind wir nächstes Jahr wieder dabei? Haben wir uns schon angemeldet?“, so Wittmann.

Auf der Wiese neben dem Ruderhaus haben alle teilnehmenden Drachenboot-Teams Zelte aufgebaut. Zwischen den Ausfahrten mit dem Drachenboot trocknen sich die Fahrer dort ab und stärken sich mit Grillgut und selbstgemachten Salaten. „Das ist ein tolles Ereignis, das uns noch mehr zusammenbringt“, sagen die nahe ihres Mannschaftszelt stehenden „Weihwasserpiraten“ Wittman und Kohl.

Dass auch andere Teams die gleiche Auffassung haben, bestätigen die Anmeldezahlen. „Wir haben dieses Jahr wieder vier neue Gruppen hinzubekommen und sind mit 21 Erwachsenen und drei Kinderteams gestartet“, freut sich Franz Herzog vom Ruderverein. Auch wenn die Vorbereitung viel Arbeit bedeute, sei man im nächsten Jahr wieder gerne Gastgeber des Drachenbootcups. Es ist dann die zwölfte Auflage.

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