Line-Dance

„Flobie Slide“ und „Cowboy Charlston“

Viele wollte schon immer mal bei einem Line Dance mitmachen. Andere wissen nicht recht, was es mit dieser aus den USA importierten Tanzform auf sich hat? Wer zu einer der Gruppen gehört, kann den Schnupper-Workshop des Tanzsportclub Blau-Gold Flörsheim besuchen!

Ich höre „Flobie Slide“ und „Cowboy Charlston“ und frage mich, wie alle anderen im Clubraum des TSC Blau-Gold Flörsheim, was Trainerin Christina Duchhardt, die zur Begrüßung gleich das „Du“ anbietet, damit wohl meinen könnte.

Christina ist so gekleidet, wie man es von einer echten Line-Tänzerin erwartet. Im legeren Cowboy-Look mit Halstuch sieht sie aus wie ein Cowgirl aus den USA.

„Der Tanzstil ist ja auch ursprünglich von Amerika zu uns rüber geschwappt“, erklärt die Trainerin. Mittlerweile ergänze man das musikalische Angebot jedoch auch mit anderen Liedern aus dem Rock und Pop. „Neben Liedern von Ed Sheeran, wie „Galway Girl“ tanzen wir auch zu Oldies von den Eagles oder den Dire Straits“, erfährt man.

Mit „wir“ meint Christina Duchhardt nicht nur die von ihr herzlich begrüßten neuen Tänzerinnen des Schnupperkurses. „Wir haben hier auch noch zwei Fortgeschrittene Line-Dance-Gruppen, die dienstags und donnerstags trainieren“, klärt Peter Dommermuth, der 1. Vorsitzender des Tanzsportclubs, auf. Er ist neugierig, was Trainerin Christina mit den elf Damen, die zum „Schnuppern“ vorbeigekommen sind, einstudieren wird und mischt sich unter die Anfängerinnen.

„Wir werden heute mit einem Flobie Slide anfangen. Das ist ein Line Dance, der gut geeignet ist für Anfänger mit einer Sequenz Side Touches Right und Left auf der die zweite Sequenz Forward Heel Touches Right and Left folgt,“ so Christina. „Aha, alles klar“, denkt man sich als Laie – und versteht nur Bahnhof.

Doch die Sorgen sind unbegründet. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde ist das Eis gebrochen. Alle Tänzerinnen – „Männer haben sich leider keine angemeldet, sind aber zum Line Dance und auch zu den Standardtanzkursen immer herzlich willkommen“, sagt Christina – stellen sich in zwei Reihen auf. Die Schrittfolgen sitzen zügig, so dass man bereits nach kurzer Zeit ein harmonisches Gruppentanzgefühl bekommt.

Das Schöne am Line Dance ist, dass zwar jeder unabhängig, also ohne direkten Partner tanzt, aber dennoch in eine Gruppe integriert ist. „Ich habe Spaß an Bewegung. Mein Mann ist nicht so gut im Tanzen. Da dachte ich mir, hier schnuppere ich mal rein“, sagt eine Workshop-Teilnehmerin.

Sabine Lemb ist aus Wicker angereist, um „das Line-Dancing zu lernen: Ich mag die Musik und tanze gerne“, gibt sie kund. Dass sie und die anderen Damen zur ersten Line-Dance-Stunde für Anfänger vorbeigekommen sind, freut Christine Duchhardt und Peter Dommermuth. „Ich habe diesen Tanzsport seinerzeit auch über einen Workshop kennengelernt und bin dann dabei geblieben“, erinnert sich die Trainerin.

Die Verantwortlichen können sich durchaus vorstellen im Anschluss an die Schnupperwochen einen fortlaufenden Anfängerkurs zu bilden. „Das ist möglich und würde uns freuen. Wir sind immer offen für neue Mitglieder und Abwechslung“, sagt der erste Vorsitzende. Mittlerweile gebe es über tausend Line-Tänze mit verschiedensten Schrittfolgen. Dabei müsse man sich die Schrittfolgen gut merken, entsprechend im Takt zählen, ganze, halbe oder Vierteldrehungen berücksichtigen. Und man dürfe selbstverständlich nicht in die „falsche Richtung“ tanzen. „Ich spreche dann von Geistertänzern, wenn die Richtung mal nicht stimmt“, erklärt Duchhardt schmunzelnd.

Der Line Dance ist also nicht so einfach, wie es beim Anblick von Profi-Formationen erscheinen mag. „Das ist ja gerade das Tolle. Man bewegt sich zur Musik, muss aber dennoch mit dem Kopf voll dabei sein, damit nichts falsch läuft“, schlussfolgert eine Teilnehmerin.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare