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Flörsheim: 100 Stiefmütterchen für den Ortskern

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Stiefmütterchen mit Osterdekoration schmücken das Geländer entlang des Weilbachs. Die ehrenamtlichen Helfer sorgen dafür, dass die Blumenpflege künftig weitergeht. FOTO: kröner
Stiefmütterchen mit Osterdekoration schmücken das Geländer entlang des Weilbachs. Die ehrenamtlichen Helfer sorgen dafür, dass die Blumenpflege künftig weitergeht. © Kröner, Sascha

Mitglieder des Fördervereins Weilbach bepflanzen Blumenkästen am Haus am Weilbach.

Weilbach -Manche Weilbacher bezeichneten sie als Heinzelmännchen. Die ehrenamtlichen Blumenpfleger, die sich um die Bepflanzung der Blumenkästen am Weilbach kümmern, agierten stets still und ohne Aufsehen zu erregen. In den vergangenen Wochen rückte ihre ehrenamtliche Tätigkeit jedoch ins Licht der Öffentlichkeit, nachdem eines der Heinzelmännchen auf frischer Tat "ertappt" wurde. Der Kopf der Blumenpflanzer, Werner Siebel, hatte seinen Wagen im Halteverbot abgestellt, während er sich um die Weihnachtsdekoration kümmerte. Ein Anwohner meldete diesen Verstoß ans Flörsheimer Ordnungsamt, das 10 Euro Bußgeld von dem Ehrenamtler verlangte. Das gefiel dem guten Geist überhaupt nicht - Siebel erklärte seinen Rückzug.

Die Arbeit der Heinzelmännchen geht jedoch weiter: Vorstandsmitglieder des Fördervereins Weilbach 2012 bepflanzten vor wenigen Tagen Blumenkästen mit rund 100 Stiefmütterchen. Vereinschef Peer Neugebauer, Schriftführer Wilfried Theiß und Kassierer Jupp Remsperger waren in Aktion. Außerdem halfen Remspergers Frau Angelika und Tochter Miriam. Mittlerweile haben die Ehrenamtler auch aus ihren Fehlern gelernt. Während sie die Blumen vor dem "Haus am Weilbach" einsetzten, lag eine Ausnahmegenehmigung des Ordnungsamtes im Auto. Es sei kein Problem, solch eine eintägige Sondergenehmigung von der Verwaltung zu bekommen, erklärt Neugebauer.

Der Vorstand des Fördervereins kann sich weiterhin auf freiwillige Helfer stützen, die die Blumen gießen. Die Zahl sei von 21 auf 15 gesunken, berichtet der Vorsitzende. Am Freitag trafen sich einige der fleißigen Helfer am neu begrünten Ortsmittelpunkt. Dabei war der unerfreuliche Abgang von Werner Siebel Thema. "Hätten wir vorher etwas davon gewusst, hätten wir das Gespräch mit der Stadt suchen können", erklärte Peer Neugebauer. Nachdem Siebels Ärger öffentlich geworden war, sei das Kind jedoch in den Brunnen gefallen gewesen. "Das Ordnungsamt hätte auch mal ein Auge zudrücken können", meinte einer der Helfer. Neugebauer äußerte sowohl Verständnis für Siebel, wie auch für das Ordnungsamt.

Der Blick des Vereinschefs richtete sich aber auf die Zukunft. Für die Position von Werner Siebel, der die Einsätze mit der Gießkanne bisher koordinierte, sei ein Nachfolger gefunden worden. Der Weilbacher Dieter Schneider wird künftig den Einsatzplan der Blumenpfleger verwalten. Bei der praktischen Umsetzung gibt es eine weitere kleine Anpassung: Die Helfer holen sich das Wasser ab sofort nicht mehr mit Hilfe eines Stegs aus dem Weilbach. Stattdessen gibt die Stadt den Ehrenamtlern einen Schlüssel für den Wasserhahn im Hof am Haus am Weilbach.

Der Förderverein kümmert sich seit dem Jahr 2012 um das Pflanzen und Gießen der Blumen. Davor hatten Freiwillige aus den Reihen der Turngemeinde (TGW) Weilbach den ehrenamtlichen Job übernommen. Die Begrünung beschränkte sich bisher auf Blumenkästen rund um das Haus am Weilbach. Im Geländer am Ufer des Weilbachs gibt es jedoch noch weitere Aussparungen, die ursprünglich für eine Bepflanzung vorgesehen waren.

Peer Neugebauer schließt nicht aus, dass künftig noch mehr Blumen entlang der Bachstraße verteilt werden. Die Ehrenamtler hätten die zusätzlichen Stellen als Erweiterungsmöglichkeit ins Auge gefasst. Bis dahin werden die Heinzelmännchen aber erst einmal die bestehenden Blumen im wöchentlichen Wechsel gießen - hoffentlich wieder, ohne dass dabei ärgerliche Vorkommnisse passieren. . sas

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