Damit Wolfgang Mitter mit seinem Team im kommenden Jahr wieder reichlich Spargel ernten kann, muss es reichlich regnen. Archiv-Foto: Reinhardt
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Damit Wolfgang Mitter mit seinem Team im kommenden Jahr wieder reichlich Spargel ernten kann, muss es reichlich regnen. Archiv-Foto: Reinhardt

Landwirtschaft

Flörsheim: "Absolutes Trockengebiet" - und dann kommen auch noch Krähen

Weil der Regen ausbleibt, muss die Aussaat verschoben werden. Und das Bewässern von Pflanzen ist aus mehreren Gründen schwierig.

Flörsheim -Wolfgang Mitter bewässert seine Felder tröpfchenweise. Für mehr reicht das verbliebene Grundwasser in seinen Brunnen derzeit nicht aus. Genau wie bei vielen anderen Landwirten, leidet auch Mitters Hof unter der Hitze sowie der anhaltenden Trockenheit. "Jeder hat das gleiche Problem", sagt der stellvertretende Flörsheimer Ortslandwirt. Die Flörsheimer Gemarkung sei mittlerweile "ein absolutes Trockengebiet".

Weil der Regen von oben ausbleibt, fehlt auch das Wasser im Untergrund. Obwohl es die Pflanzen bitter nötig haben, kann Wolfgang Mitter seine Felder momentan kaum bewässern, weil der Pegel in den Brunnen zu niedrig steht. "Nach einer halben Stunde ist das Wasser weg", sagt der Landwirt. Der Flörsheimer hat momentan Zuckerrüben, weißen und grünen Spargel sowie die neu gepflanzten Erdbeeren für das kommende Jahr auf den Feldern.

Vor allem der Spargel braucht derzeit Wasser. Deshalb habe er auf den Gemüsefeldern auf Tröpfchenbewässerung umgestellt, erklärt Mitter. Ein Schlauch mit winzigen Löchern verläuft entlang der Spargelreihe auf dem Acker. Mit dieser Methode komme die Feuchtigkeit gezielter zu den Pflanzen und er verbrauche weniger Wasser, erläutert der stellvertretende Ortslandwirt. Das Feld mit Sprühwasser zu beregnen sei hingegen weniger effektiv, weil auf 80 Prozent der bewässerten Fläche nichts wachse.

Die neue Tropfenmethode hat allerdings auch einen Nachteil: "Die Krähen haben Durst", stellt Wolfgang Mitter fest. Die Vögel werden von seinen Wasserspendern angelockt und picken Löcher in die sprudelnden Schläuche, um besser ans Wasser zu kommen. Um die Tiere zu vertreiben, setze er eine Schreckschussanlage ein, sagt der Flörsheimer.

Die Trockenheit wirkt sich auch anderweitig auf die Feldarbeit aus. Laut Wolfgang Mitter müssen viele Landwirte ihre Aussaat nach hinten verschieben. Der Boden sei zu trocken und zu hart, um die Erde bearbeiten zu können. "Das kann man vergessen", betont der Experte.

Ausfallgetreide wächst nicht nach

Hinzu komme ein weiteres Problem: Mitter erläutert, dass auf den Getreidefeldern nach der Ernte Reste verbleiben, die vor der nächsten Aussaat einer anderen Getreidesorte entfernt werden müssen. Dieses sogenannte Ausfallgetreide wachse normalerweise noch einmal nach, wenn es regnet, und könne dann beim Pflügen endgültig abgemäht werden. "Sonst gibt es Mischmasch", erklärt der Landwirt.

Aufgrund der fehlenden Feuchtigkeit gehe das Ausfallgetreide auf den Feldern momentan aber nicht auf. "Die planmäßige Saat muss deshalb nach hinten verschoben werden."

Wolfgang Mitter hofft auf Regen. Er weiß, dass er sich damit vom Großteil der Bevölkerung unterscheidet. "Die meisten Menschen wollen immer schönes Wetter haben", so der stellvertretende Ortslandwirt. Wenn es ständig Sonne und nie Regen gebe, leide aber die Versorgung mit regionalen landwirtschaftlichen Produkten, gibt Mitter zu bedenken. "Das vergessen die meisten Leute." sas

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