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Flörsheim: Alles soll am angestammten Platz bleiben

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Sie sind mit dem derzeitigen Festplatz zufrieden: der stellvertretende Kerbevadder Giuliano Torrisi inmitten (v.li.) der Kerbemädels Lea Krenzer, Sarah Fritsch und Milena Zapp. FOTOs (2): kröner
Sie sind mit dem derzeitigen Festplatz zufrieden: der stellvertretende Kerbevadder Giuliano Torrisi inmitten (v.li.) der Kerbemädels Lea Krenzer, Sarah Fritsch und Milena Zapp. FOTOs (2): kröner © Kröner, Sascha

Verlegung des Austragungsortes ist für die Kerbemädels und Kerbebosche kein Thema.

Wicker -Nur zwei Minuten braucht die Industriespülmaschine im Festzelt, um eine ganze Steige mit Gläsern zu spülen. Wenn der Andrang vor der Theke zunimmt, kommt den Helfern diese maschinelle Unterstützung sehr gelegen. Zuvor sei jedes Glas von Hand gespült worden, erklärt Wolfgang Hahn, Mitglied des Clubs Fidelio, der die Wickerer Zeltkerb ausrichtet. Diese Arbeit übernimmt jetzt der Automat, der in diesem Jahr erstmals zum Einsatz kommt. Der Verein habe die Maschine probeweise geliehen - nicht nur um Personal einzusparen, sondern auch zur Verbesserung der Hygiene in Corona-Zeiten.

Bereits einige Tage vor der diesjährigen Kerb hatte Fidelio-Chef Marcel Anthes berichtet, dass die Zahl der Helfer aufgrund von Krankheitsfällen abgenommen hat. Am Wochenende war die Lage dann aber doch nicht so dramatisch wie befürchtet - auch weil sich die Wickerer gegenseitig unterstützen. „Hier kennt jeder jeden“, sagt Wolfgang Hahn. Zur Not springe einfach mal jemand ein. Hahn kümmerte sich derweil um eine ganz eigene Aufgabe. Der Wickerer hatte sich eine kleine Küche eingerichtet, in der er Schweinelende in Pfefferrahmsoße zubereitete. Am Kerbesamstag werde den Besuchern ein besonderes Gericht angeboten, erzählt der Küchenchef, der schon seit 20 Jahren für Fidelio kocht. Am Samstagnachmittag war die Lage im Festzelt anfangs noch ganz entspannt. Nachdem die Kerbebosche unter Leitung von Kerbevadder Benjamin Schmidt zum Kerbetanz einzogen, hatten die Helfer abends aber alle Hände voll zu tun. Zu später Stunde stieg die Stimmung im Festzelt, das unter dem wachsamen Blick von Kerbepuppe Sandra steht. Die Figur, die nach der Mutter des Kerbevadders benannt ist, thront in schwindelerregender Höhe auf dem angrenzenden Kerbebaum.

Viel hat sich bei der Ausrichtung der Kerb in zwei Jahren Corona-Pause nicht verändert. Der Club Fidelio hat das Zelt am angestammten Platz vor der Alten Goldbornschule aufgebaut - der Baum wurde traditionell mit Hilfe von Holzstangen gestellt und an der Fassade des Gebäudes verankert. Die Platzverhältnisse rund um dem Parkplatz der Alten Goldbornschule sind etwas beengt. Trotzdem wollen die Ausrichter nirgendwo anders hin, auch wenn Vertreter der Politik neue Standorte ins Gespräch gebracht haben. Die SPD hatte vorgeschlagen, das derzeitige Feuerwehrgelände an der Flörsheimer Straße nach dem Umzug der Brandschützer als Kerbeplatz zu nutzen. Das kann sich Marcel Anthes allerdings nicht vorstellen. Er tendiere eher dazu am jetzigen Platz zu bleiben, sagt der Fidelio-Chef. Der Bereich vor der Alten Goldbornschule sei ein geschützter Ort. Noch deutlicher drückt sich Wolfgang Hahn aus: „Das ist Blödsinn“, findet der Küchenchef. Der Verein habe sein Material in der Alten Goldbornschule gelagert und wolle am gewohnten Standort bleiben. Auch der stellvertretende Kerbevadder Giuliano Torrisi kann einem künftigen neuen Festort nicht viel abgewinnen. „Wir haben die Kerb immer hier im gleichen Zelt gehabt“, sagt der Wickerer. Diese Tradition würde er gerne erhalten. Auch Kerbemädel Milena Zapp sieht keinen Anlass für einen Wechsel der Umgebung. „Die Kerb muss nicht unbedingt größer werden“, meint die junge Frau.

Sammeln für das Mittagessen

Heute endet die Wickerer Kerb. Der letzte Tag hat es aber noch einmal in sich: Schon früh morgens ziehen die Kerbebosche durch den Ort, um Eier und Speck für das Mittagessen im Festzelt zu sammeln. Das Zelt öffnet ab 10 Uhr zum Frühschoppen. Gegen 20 Uhr wird die diesjährige Kerb dann „tränenreich“ von den Aktiven beerdigt. sas

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