Von der Anlegestelle des Flörsheimer Rudervereins am Mainufer legen nur wenige und kleine Boote ab.
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Von der Anlegestelle des Flörsheimer Rudervereins am Mainufer legen nur wenige und kleine Boote ab.

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Flörsheim: Anlegesteg der Ruderer wird derzeit wenig genutzt

Der Vorsitzende des Rudervereins informiert über die Situation sowie über die Aussichten für das Drachenbootrennen.

Flörsheim -Seit zehn Jahren leitet Ludger Schader den Flörsheimer Ruderverein. Wer so lange Verantwortung trägt, entwickelt irgendwann persönliche Ziele, um sich weiter zu motivieren. Für Schader war dies der Traum, die 200-Mitglieder-Marke zu knacken. "Das musst du doch irgendwann mal schaffen", sagt sich der Flörsheimer. Rund 180 Männer und Frauen haben sich derzeit bereits unter dem Dach des Rudervereins zusammengeschlossen. Die letzte Etappe wird allerdings durch Corona erschwert. Ohne die Pandemie hätte der Vorstand das 200. Mitglied vielleicht schon begrüßt.

Im Vorjahr ist Schader ganz knapp am Mitgliederrekord vorbei geschliddert. Der Vorsitzende erzählt, dass im März 2020 eine neue Drachenboot-Mannschaft aufgenommen werden sollte. Der Verein habe sogar eine gesonderte Gebührenregelung für die Anmeldung der 15 bis 20 überwiegend weiblichen Aktiven entwickelt. Für die Ruderer, die seit vielen Jahren den Flörsheimer Drachenboot-Cup ausrichten, wäre es die erste eigene Mannschaft gewesen. Weil kurz darauf die Trainingsmöglichkeiten durch die Corona-Krise eingeschränkt wurden, seien die Interessierten bisher aber nicht eingetreten, berichtet Ludger Schader.

Auch im Bereich der Nachwuchsruderer wird der Mitgliederzuwachs durch Auflagen gebremst. "Wir könnten schön durchstarten - aber es geht nicht", erklärt Schader. Der Verein verzeichne eine hohe Nachfrage von Kindern, die mit Einführungskursen beginnen wollen. Dies sei momentan jedoch nicht möglich, weil Neueinsteiger am Bootssteg ausgebildet werden müssen. "Da kann man keinen Abstand halten", sagt der Vorsitzende. Deshalb sei die Grundausbildung ausgesetzt.

Andere Trainingsmöglichkeiten des Rudervereins werden derweil genutzt. Kinder bis zum vollendeten 13. Lebensjahr könnten in Kleingruppen trainieren, weil die Übungsstunden auf dem Wasser im Freien stattfinden, erklärt Ludger Schader. Der Trainer lasse sich vorher testen. "Das klappt ganz gut", hat der Vorsitzende festgestellt. Für alle Älteren bedeuten die derzeitigen Auflagen, dass nur kleine Boote des Rudervereins zum Einsatz kommen. Der Vereinschef erläutert, dass Erwachsene entweder in Einer-Booten trainieren oder mit Angehörigen von maximal zwei Haushalten in Zweier- oder Dreier-Booten. Die Nachfrage für die kleinen Ruderboote sei hoch. "Wir haben gar nicht so viele Einer und Zweier im Bootspark", sagt Schader. Einfach mal neue Boote anzuschaffen sei in Krisenzeiten aber keine Option. Immerhin koste so ein Sportgerät für zwei Personen rund 10 000 Euro.

Gerudert werde in Flörsheim bereits den ganzen Winter hindurch, berichtet Ludger Schader. "Immer wenn es erlaubt war, waren Ruderer auf dem Wasser", so der Vereinschef. Wem es draußen zu kalt ist, dem bietet der Kraftraum im Bootshaus eine weitere Trainingsmöglichkeit. Die übliche Auslastung von bis zu 20 Personen sei momentan auf ein Minimum reduziert. Nach Anmeldung dürfen Mitglieder 90 Minuten lang unter Hygieneauflagen trainieren. Dies sei möglich, weil der Raum als Sporthalle zähle.

Was wird nun aus dem Drachenbootrennen, das auch im Vorjahr abgesagt werden musste? "Wir haben es noch nicht ausgeschrieben, aber wir haben es auch noch nicht aufgegeben", sagt Schader. In diesem Monat will der Vorstand über ein Konzept beraten. "Wenn es stattfindet, muss das 'ne sichere Sache werden", so der Vereinschef. sas

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