Das Bild zeigt Michael Antenbrink bei seiner letzten Stadtverordnetenversammlung als Bürgermeister im Jahr 2018. Links neben ihm sitzt der damalige Erste Stadtrat Sven Heß (GALF).
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Das Bild zeigt Michael Antenbrink bei seiner letzten Stadtverordnetenversammlung als Bürgermeister im Jahr 2018. Links neben ihm sitzt der damalige Erste Stadtrat Sven Heß (GALF).

Personalie

Flörsheim: Antenbrink will mitmischen

Bei der SPD erstellt eine Kommission im Oktober die Kandidatenliste für die Kommunalwahl - der ehemalige Rathauschef möchte draufstehen.

Flörsheim -Nach zwei Amtsperioden als Bürgermeister von Flörsheim will es Michael Antenbrink (SPD) anscheinend noch einmal wissen. Der Vorsitzende der SPD-Main-Taunus hatte bereits in den vergangenen Jahren erklärt, er sei mit der Flörsheimer Politik noch nicht fertig und könne sich eine Kandidatur bei der Kommunalwahl 2021 vorstellen. Mittlerweile halten sich Gerüchte, dass der ehemalige Rathauschef im kommenden März als Spitzenkandidat auf der Liste der Sozialdemokraten antreten könnte. Weder Antenbrink noch SPD-Chef Gerd Mehler dementierten diese Möglichkeit gestern auf Nachfrage. Einen Flörsheimer Ex-Bürgermeister in der Stadtverordnetenversammlung gab es bisher in der Mainstadt nicht. Lediglich der ehemalige Bürgermeister von Weilbach, Norbert Hegmann, der nach der Eingemeindung Erster Stadtrat in Flörsheim wurde, übte nach dem Ende seiner Dienstzeit sein Mandat als CDU-Stadtverordneter aus. "Interesse habe ich schon", erklärte Michael Antenbrink dem Kreisblatt zu seiner Kandidatur. Genaueres wollte der 65-Jährige allerdings nicht sagen. Er sei schließlich nicht für die Erstellung der Liste zuständig. Antenbrink verwies an den Vorsitzenden des SPD-Ortsverbandes, Gerd Mehler. Dieser bestätigte, dass der Ex-Bürgermeister sein Interesse an einem Listenplatz bekundet habe. Es sei aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Zur Frage, ob er Antenbrinks Schritt unterstütze oder eher abgeraten habe, wollte Mehler sich nicht äußern. "Alle Vorschläge werden gesichtet", so der SPD-Chef. Eine Wahlkommission sei dabei, die Listen zu erstellen - danach entscheide die Mitgliederversammlung. Am 30. Oktober soll die SPD-Liste auf den Weg gebracht werden.

Bisher war es in der Mainstadt üblich, dass sich ehemalige Rathauschefs aus dem aktiven politischen Geschehen heraushalten und ihrem Nachfolger das Feld überlassen. Michael Antenbrink wurde im Jahr 2006 zum Bürgermeister gewählt. Nach seiner Wiederwahl im Jahr 2012 unterlag er 2018 dem Herausforderer Dr. Bernd Blisch (CDU). Antenbrinks Amtszeit war gerade zum Ende hin von heftigen Konfrontationen mit der Mehrheit der Stadtverordneten gekennzeichnet. Gegen ihn formierte sich ein Viererbündnis aus CDU, GALF, FDP und Freien Bürgern, das Bernd Blisch unterstützte.

Antenbrink übernahm bereits kurz nach der für ihn verlorenen Wahl den Posten des SPD-Fraktionsgeschäftsführers. Damals erklärte er, dass er sich nicht in die aktive Politik einmische. Als Fraktionsgeschäftsführer sei er für die organisatorischen Dinge der SPD-Fraktion zuständig. Zu dieser Zeit erläuterte Antenbrink aber auch bereits, wieso er dem Vergleich mit anderen Altbürgermeistern, die sich nach ihrer Amtszeit aus der Politik zurückzogen, nicht folgen könne. Seine Vorgänger hätten von sich aus entschieden, aufzuhören - er selbst sei jedoch abgewählt worden. Die Entscheidung, sich aus der Flörsheimer Politik zurückzuziehen, habe er also nie getroffen.

Dass eine Kandidatur des Ex-Bürgermeisters für Kritik sorgen wird, ist sicher. Zwar ist es das gute Recht von Antenbrink, sich in seinem Wohnort politisch zu betätigen. Es bleibt die Frage, ob er und die SPD sich damit einen Gefallen tun. Einerseits hätte die Partei mit dem früheren Verwaltungschef einen bekannten Namen auf ihrer Liste stehen - andererseits waren während seiner Amtszeit die politischen Lager so verhärtet, dass die SPD mit einem Stadtverordneten Antenbrink in Gefahr geraten könnte, isoliert zu werden. Spannend ist auch die Frage, ob es mit einem Stadtverordneten Antenbrink zu einer Verbesserung des politischen Klimas kommen wird oder wieder zu mehr Streit. sas

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