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Flörsheim: Atzes treuer Biker aus dem Saarland

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Nach zwei Jahren Pause zurück: Detlef Klein vom MC Johann im Saarland wollte auf Atze's Acker wieder alte Freundschaften aufleben lassen.
Nach zwei Jahren Pause zurück: Detlef Klein vom MC Johann im Saarland wollte auf Atze's Acker wieder alte Freundschaften aufleben lassen. © Kröner, Sascha

Warum das Internet zur Freundschaftspflege nicht ausreicht, erklärt ein Stammgast des Kradfahrer-Treffs.

Flörsheim -"Rocker lachen nicht", erklärt Detlef Klein, bevor er sich für das Pressefoto neben seinem Motorrad aufstellt. Dann entweicht dem Biker vom MC Johann aus dem Saarland doch noch ein freundliches Lächeln. Sein Kommentar war natürlich nicht ernst gemeint. Um dies herauszufinden, musste man sich nur wenige Minuten beim Motorradtreffen auf Atze's Acker aufhalten. Dort erlebten Besucher am Wochenende viel Gelächter und gute Laune. Für strahlende Gesichter sorgte vor allem die Wiedersehensfreude. Der Flörsheimer Motorradverein Kradfahrer Felzünd hatte nach zwei Jahren Pause erstmals wieder zu dem Kult-Treffen in die Mainstadt eingeladen.

Motorräder in allen Farben und Formen standen auf der Wiese verteilt. Die Teilnehmer des Treffens kamen aus dem gesamten Bundesgebiet: Hamburg, Schwarzwald, oder eben - wie im Fall von Detlef Klein - aus dem Saarland. Der Gast vom MC Johann berichtete, dass er seit 20 Jahren einmal im Jahr nach Flörsheim fährt. Die erste längere Unterbrechung kam durch die Corona-Pandemie. Zwei Jahre lang habe die Motorrad-Szene unter den Einschränkungen gelitten. Sein eigener Verein habe in dieser Zeit nur Treffen im ganz kleinen Kreis organisiert, so Klein. Mit anderen Clubs sei man über das Internet in Kontakt geblieben, doch das ersetze nicht den persönlichen Kontakt. "Das ist alles nicht das Richtige", stellte der treue Gast fest. "Die Jungs hier sind mittlerweile unsere Freunde." Diese Verbundenheit habe nicht in erster Linie mit dem Motorrad zu tun. Wenn es sein müsste, würde er auch mit dem Auto zum Treffen nach Flörsheim kommen, betonte der Saaländer.

Auch auf Seiten der Flörsheimer war die Freude groß. "Man besucht sich wieder", erklärte Kradfahrer-Mitglied Jürgen Stahlke, der das diesjährige 32. Treffen als Neustart bezeichnete. Die meisten Mitglieder befreundeter Clubs hätten sich seit zwei Jahren nicht gesehen. Einmal in Flörsheim angekommen, fiel es den Bikern aber nicht schwer, ihre alten Kontakte aufleben zu lassen. Die Kradfahrer verzichteten in diesem Jahr bewusst auf Programmpunkte wie Spiele oder eine gemeinsame Ausfahrt und gaben ihren Gästen stattdessen Raum für Gespräche. "Lass doch die Leute erst mal wieder kommen", meinte Stahlke. Selbst die Tatsache, dass diesmal keine Rockband den Platz beschallte, sei von vielen positiv aufgenommen worden. Einige Besucher hätten die leisere Musik vom Band begrüßt, weil sie Unterhaltungen erleichterte, berichtete Jürgen Stahlke. Der Verzicht auf eine Bühnenshow war allerdings unfreiwillig. Wenige Tage vor der Veranstaltung hatte die angekündigte Band den Kradfahrern aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Versuche, kurzfristig Ersatz zu finden, blieben ohne Erfolg.

Trotzdem wurde das Motorradtreffen gut angenommen. Mit jeweils rund 300 Besuchern am Freitag sowie am Samstag seien die Ausrichter zufrieden, resümierte Jürgen Stahlke. Wichtig ist den Kradfahrern jedoch, dass das Interesse in Zukunft erhalten bleibt. Nachwuchs für Motorradclubs zu finden sei lange Zeit schwer gewesen, urteilt das langjährige Mitglied. Momentan wachse das Interesse jedoch langsam - wenn auch in anderer Form als Jürgen Stahlke dies in seinen eigenen Anfängen erlebte.

Heute würden sich junge Motorradfahrer bei Instagram austauschen und dort Touren vereinbaren. "Die haben mittlerweile Kameras am Helm", sagte der Flörsheimer, der zumindest Hoffnung geschöpft hat, dass die Biker-Leidenschaft eine neue Generation mitreißt. "Das sind die Anfänge." sas

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