Nicht alle Auspuffanlagen sind so harmlos und leise wie die von diesem Fahrzeug. Über den Lärm von bewusst laut röhrenden Auspuffanlagen gibt es zunehmend Beschwerden im Stadtgebiet.
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Nicht alle Auspuffanlagen sind so harmlos und leise wie die von diesem Fahrzeug. Über den Lärm von bewusst laut röhrenden Auspuffanlagen gibt es zunehmend Beschwerden im Stadtgebiet.

Ortsbeiräte

Flörsheim: Auspuffanlagen sorgen für großen Ärger

Polizei soll künftig im Stadtgebiet mehr überlaute Autos kontrollieren.

Flörsheim/Weilbach -Mit Lärm sind viele Flörsheimer besser vertraut, als es ihnen lieb ist. Flugzeuge, Lastwagen und die Bahnlinie verursachen eine anhaltende Grundbeschallung im Stadtgebiet. Jeder zusätzliche Lärm, der lauter ausfällt als unbedingt notwendig, ist ein besonderes Ärgernis. Die Grünen sehen heulende Motoren und grollende Auspuffgeräusche als ein Übel an, gegen das mehr unternommen werden soll. In den Ortsbeiräten Flörsheim und Weilbach beantragte die Grüne Alternative Liste Flörsheim deshalb ein entschlosseneres Vorgehen gegen überlaute Fahrzeuge.

In den vergangenen Wochen habe es vermehrt Klagen von Anwohnern der Hauptstraßen gegeben, die sich über laute Lastwagen und Motorräder beklagten. Nachts werde mit getunten Auspuffrohren gefahren, berichtete das Ortsbeiratsmitglied der Grünen, Frank Wolters. Die Antragsteller wollten den Magistrat beauftragen, Gespräche mit der Polizei zu führen. Dabei soll es darum gehen, wie die Flörsheimer besser vor dem Lärm ungewöhnlicher Motoren geschützt werden können. Die Grünen wünschen sich mehr Lärmmessungen und Kontrollen.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jens Weckbach hob hervor, dass umgebaute Fahrzeuge nicht das einzige Problem sind: "Es ist viel Lärm in der Stadt, gegen den man etwas machen müsste", meinte der Christdemokrat. Unter anderem nannte er die brummenden Kühlaggregate von Lastwagen, die an den Ampeln stehen. Der Flörsheimer Ortsbeirat brachte den Grünen-Antrag einstimmig auf den Weg. In Weilbach hatten die Antragsteller mit mehr Gegenwind zu kämpfen. Kurioserweise meldeten sich gerade in dem stark vom Durchgangsverkehr stark belasteten Stadtteil viele Gegner des Vorstoßes zu Wort. Die Kritiker bemängelten allerdings nicht die Sinnhaftigkeit von Verkehrskontrollen, sondern stellten vielmehr die Notwendigkeit eines Antrages in Frage.

CDU-Mann Manfred Schwammbach argumentierte, dass die geforderten Schritte Sache des Magistrats seien. Als der Fraktionschef der Grünen, Frank Laurent, erklärte, der Antrag solle als eine Bitte an den Magistrat verstanden werden, die Polizei einzuschalten, regte sich weiterer Protest. Thomas Probst von den Freien Bürgern (dfb) zweifelte an der Durchführbarkeit von Lärmkontrollen. Die Beamten der Polizeistation seien ausgelastet, weil sie nicht nur für das Flörsheimer Stadtgebiet zuständig sind. Außerdem sei es schwierig, einzelne Verkehrsteilnehmer herauszufiltern. Thomas Probst räumte ein, selbst ein Motorrad mit einem lauteren Auspuff zu fahren, der allerdings genehmigt sei.

Antrag oder eine Anfrage?

Für FDP-Fraktionschef Thorsten Press war der Sachverhalt klar: Wenn ein umgebauter Auspuff vom TÜV abgenommen wurde, sei er zugelassen und es gebe keinen Handlungsbedarf. Wenn dies nicht der Fall sei, müsse die Polizei ihre Arbeit machen. Da gebe es wenig Handhabe für den Ortsbeirat, erklärte der Liberale. Sein Parteikollege Werner Duchmann forderte die Grünen auf, ihren Antrag zurückzuziehen und stattdessen eine Anfrage an den Magistrat zu stellen. Frank Laurent hatte kein Verständnis für die Kritik der Freidemokraten und sah es gar nicht ein, den Antrag zurückzunehmen. "Die Lärmbelastung ist da", meinte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Die Frage, was die Polizei leisten könne, solle man am besten den Beamten selbst überlassen.

Verwaltungschef Dr. Bernd Blisch (CDU) erläuterte schließlich, dass die Polizei für die Kontrollen zuständig sei, der Magistrat aber gerne Kontakt aufnehmen könne. Der Ortsbeirat Weilbach beschloss, das Thema an den Magistrat zu verweisen. sas

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