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Flörsheim: Austausch mit Schule in Lyon kam unverhofft

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Mit Brezeln und Spundekäs wurden die Austauschschüler im Graf Stauffenberg Gymnasium empfangen. Im Hintergrund sind die beiden Lehrerinnen Jeanne Rippe (li.) und Miriam Schmautz zu sehen.
Mit Brezeln und Spundekäs wurden die Austauschschüler im Graf Stauffenberg Gymnasium empfangen. Im Hintergrund sind die beiden Lehrerinnen Jeanne Rippe (li.) und Miriam Schmautz zu sehen. © Kröner

Neue Partnerschaft für Schülerinnen und Schüler des Französisch-Kurses am Graf-Stauffenberg-Gymnasium.

Flörsheim -„Man isst die Brezel mit dem Spundekäs“, erklärte Lehrerin Miriam Schmautz den Schülern, die vor ihr am Tisch saßen und das Gebäck neugierig beäugten. Die jungen Leute sind zu Besuch aus Frankreich und erhielten im Graf-Stauffenberg-Gymnasium (GSG) eine Nachhilfestunde in regionaler Esskultur. „Das ist typisch hessisch“, meinte Pädagogin Schmautz, während die Jungen und Mädchen ihre Salzbrezel in den würzigen Frischkäse tauchten. Das kulinarische Kennenlernangebot war ein Erfolg.

Acht französische Schüler aus Lyon sind von Sonntag bis Freitag in Flörsheimer Familien zu Gast. In dieser Zeit besichtigen sie nicht nur Frankfurt und Mainz, sondern produzieren auch einen Beitrag für Radio Rüsselsheim. Vor allem wollen die Besucher aber Zeit mit ihren Freunden aus dem Französisch-Leistungskurs des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums verbringen. Dass dies alles möglich wurde, war ursprünglich nicht geplant. Die Flörsheimer Schule kam ganz unverhofft zu einer neuen Austausch-Partnerschaft mit der Groupe scolaire Chevreul Lestonnac. Ein Literaturprojekt der Flörsheimer Oberstufenschüler war der Auslöser. Im Mai habe ihr Kurs die Preisverleihung für eine französische Autorin in Lyon besucht, erzählt Miriam Schmautz. Wegen Corona sei es nicht möglich gewesen, in einem Hotel zu übernachten. Über das Goethe-Institut sei der Kontakt zu Deutschlehrerin Jeanne Rippe aus Lyon zustande gekommen. Die Familien der französischen Schüler nahmen die Flörsheimer bei sich auf. In den vergangenen Jahren pflegte das Stauffenberg-Gymnasium bereits eine Partnerschaft mit einer Schule aus der Region Paris. „Eigentlich wollten wir gar keinen zweiten Austausch“, sagt Pädagogin Schmautz. Durch die Bekanntschaften, die im Frühjahr entstanden, ergab sich die Idee eines Gegenbesuchs von selbst.

Einige Teilnehmer verstanden sich so gut, dass sie sich zwischenzeitlich auf eigene Faust trafen. Stauffenberg-Schülerin Nelly Lindenberg besuchte die Französin Stella Henrion in den Sommerferien. Es sei einfacher sich kennenzulernen, wenn man mehr Zeit hat und nicht an das Programm der Schule gebunden ist, finden die Freundinnen, die sich auch in ihrer Freizeit sprachlich weiterbildeten. Sie habe versucht, Französisch zu sprechen und Stella rede die meiste Zeit Deutsch, erklärt Nelly. Die Mädchen führten sogar eine Vokabelliste mit Wörtern, die sie nicht kannten. Für beide steht fest: Im nächsten Sommer wollen sie sich erneut besuchen.

„Die sind alle Freunde geworden“, freut sich Lehrerin Jeanne Rippe. Ein Schüleraustausch sei sehr wichtig, weil Französisch eine schwer zu lernende Sprache ist, findet Miriam Schmautz. „Da braucht es ein ,Bonbon’“, erklärt die Initiatorin des neuen Projektes. Im Ausland können sich die Schüler ihrer Ansicht nach die Bestätigung holen, dass sie mit ihren Sprachfähigkeiten gut zurecht kommen. Und wie soll es künftig weitergehen? „Wir müssen schauen, ob wir das Konzept in der Oberstufe beibehalten“, sagt Schmautz. Das Graf-Staufenberg-Gymnasium wolle aber auf jeden Fall mit der Schule in Lyon in Kontakt bleiben. sas

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