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„Das ist eine Katastrophe“: Bau-Panne sorgt für Ärger

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Für die viel propagierte Zukunftstechnologie wird an vielen Stellen geworben: Der Schriftzug „Digital“ war auf einem Messestand bei der Messe Cebit zu sehen.
Für die viel propagierte Zukunftstechnologie wird an vielen Stellen geworben: Der Schriftzug „Digital“ war auf einem Messestand bei der Messe Cebit zu sehen. © Friso Gentsch/dpa

Ein Schaden bei einer Bau-Panne in Flörsheim reicht aus, um viele Digital-Anschlüsse lahmzulegen.

Flörsheim – Viele Aspekte unseres Lebens laufen mittlerweile digital. Für Job, Unterhaltung und Information setzten wir permanent auf das Internet. Die meisten Menschen bedienen sich technischer Geräten, die nahezu rund um die Uhr online sind. Auch der Flörsheimer Harald Görz nutzt die Vorteile der modernen Technik. Neben zwei PCs, zwei Smartphones und einem Tablet-Computer setzt Görz auf eine komplette Smart-Home-Steuerung für unterschiedliche Bereiche seines Zuhauses. Für Ärger sorgte nun eine Panne bei Bauarbeiten vor seiner Haustür. Die Telekommunikationsleitung, über die auch die DSL-Verbindung läuft, wurde vor über vier Wochen beschädigt und bis heute nicht repariert.

Auslöser seien Arbeiten an der maroden Wasserleitung des Nachbarn gewesen, berichtet Harald Görz, der in der Heinrich-Brüning-Straße wohnt. Dabei hätten die Arbeiter am 28. März versehentlich die DSL-Leitung gekappt. Seither tue sich nichts. Die Baugrube ist weiterhin geöffnet und blockiert den Gehweg vor dem Haus. Von seinem Internetanbieter 1 und 1 sei ihm auf Nachfrage mitgeteilt worden, dass man nichts machen könne, weil die Leitung der Telekom gehört. Ein Techniker der Telekom sei zwar kurz nach Auftreten des Schadens bei ihm aufgetaucht, erzählt Görz.

Angesichts des zerschnittenen Kabels habe der Service-Mitarbeiter aber nichts ausrichten können. Bei der Störungsstelle der Telekom könne er als 1 und 1-Kunde keine Beschwerde aufgeben, weil der Sprachcomputer am anderen Ende der Leitung eine Kundennummer verlange.

Ärger wegen Bau-Panne in Flörsheim: Für Anwohner „eine Katastrophe“

Vier Wochen - das sei definitiv zu lang, findet Harald Görz. „Das ist eine Katastrophe“, klagt der Flörsheimer, der sich vor allem darüber aufregt, dass kein Ende in Sicht ist. Als ersten Termin für eine Reparatur habe ihm sein Anbieter den 13. April genannt. Dieses Datum sei genauso verstrichen wie die nächste Ankündigung am 28. April. Nun habe man ihn auf den 2. Mai vertröstet.

„Es wird immer wieder verschoben“, beschwert sich Görz. Sein Internetanbieter habe offensichtlich keinen Einfluss auf die Telekom. Auf Nachfrage habe man ihm mitgeteilt, dass man selbst dann nichts tun könne, wenn es in drei Monaten genauso aussehe. Zur Überbrückung des Internetausfalls erhielt Harald Görz dann einen USB-Stick mit SIM-Karte. Dieser biete jedoch nur eine geringe Geschwindigkeit und 20 Gigabyte Datenvolumen. Mittlerweile sei die SIM-Karte abgelaufen und er warte darauf, dass er einen neuen Stick als Übergangslösung zugeschickt bekommt.

Bau-Panne in Flörsheim: Digitale Anschlüsse lahmgelegt

Die Apps des Smart-Fernsehers nutze er mittlerweile schon gar nicht mehr, sagt der Flörsheimer. Neben Fernsehen und Computer seien in seinem Smart-Home aber auch Überwachungskameras, Rollladensteuerung und Alarmanlage mit dem Internet verbunden. In dieser Situation komme er selbst mit funktionierender SIM-Karte kaum mit der Internetgeschwindigkeit der USB-Sticks aus. Wann der Flörsheimer seinen DSL-Anschluss repariert bekommt, konnte gestern auch die Telekom nicht beantworten. Auf Nachfrage des Kreisblatts erläuterte ein Mitarbeiter der Pressestelle den bekannten Hintergrund, dass der Schaden extern verursacht worden sei.

Das Unternehmen bedauere die lange Wartezeit, könne jedoch nicht ohne weiteres Grabungsarbeiten vornehmen. Auf die Situation in der Heinrich-Brüning-Straße scheint diese Aussage jedoch nicht zu passen, da die Baugrube derzeit immer noch offen steht. Die Telekom verspricht, sich dem Schaden anzunehmen: Ein Bauleiter werde rausfahren und sich das Problem anschauen, hieß es aus der Pressestelle. So gibt es für Harald Görz wenigstens diesen Hoffnungsschimmer. (sas)

Auch der ÖPNV sorgt in Flörsheim gelegentlich für Ärger. Warum nicht alle Angebote kundenfreundlich sind und welches Gremium sich damit befassen sollte.

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