Für bestimmte Hunde, wie hier bei einem Vierbeiner aus dem Tierheim Hattersheim, gibt es künftig eine befristete Steuerbefreiung. Archiv-Foto: Reuß
+
Für bestimmte Hunde, wie hier bei einem Vierbeiner aus dem Tierheim Hattersheim, gibt es künftig eine befristete Steuerbefreiung. Archiv-Foto: Reuß

Hundesteuer

Flörsheim: Befristete Befreiung gilt für zwei Tierheime

Stadtverordnete beschließen Änderung für eine überarbeitete Satzung.

Flörsheim -Es war ein gut gemeinter Beschluss, den die Stadtverordneten im Oktober 2019 fassten. Damals brachten die Flörsheimer Kommunalpolitiker eine Hundesteuersatzung auf den Weg, die vorsieht, im Tierheim erworbene Hunde für die folgenden zwei Jahre von der Steuer zu befreien. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Ausnahme in dieser Form zu weit gefasst war. Denn: Tierheim ist nicht gleich Tierheim.

"Jeder zweite Hund war vorher irgendwie im Tierheim", erläuterte Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU). Oftmals würden Tiere angemeldet, die aus ausländischen Tierheimen oder Tierschutzvereinen stammen. "Dies ist nicht im Sinne der Steuerbefreiung für Tierheimhunde", heißt es im Begründungstext für einen Nachtrag, der im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) diskutiert wurde. Weil die bisherige Formulierung zu vage sei, solle sie durch den Bezug auf ein konkretes Tierheim ergänzt werden. Dr. Blisch erläuterte, dass das Tierheim in Rüsselsheim für Flörsheim zuständig ist. Die Stadt unterstütze diese Einrichtung mit einem jährlichen Betrag von 10 000 Euro.

Verwaltungsmitarbeiter Michael Bayer führte aus, dass gerade erst wieder ein Hund aus Mallorca gemeldet worden sei. Die Verwaltung sehe nicht die Sinnhaftigkeit darin, solche Tiere von der Steuer zu befreien. "Wir können nicht kontrollieren, wer dahinter steht", so Bayer. Derzeit verzeichne die Verwaltung 34 steuerbefreite Hunde. Das sei zwar keine große Masse, aber die Zahl nehme zu. Schwierig sei die Situation auch deshalb, weil innerhalb der Verwaltung aufwendig über die Rechtmäßigkeit der genannten Tierheime recherchiert werden müsse.

"Wir wollen keine Hunde mit falschen Papieren durch Steuerbefreiung fördern", erklärte Frank Laurent (GALF). Der in Weilbach lebende Fraktionschef der Flörsheimer Grünen schlug vor, neben Rüsselsheim auch das Hattersheimer Tierheim aufzunehmen. Viele Weilbacher hätten einen direkten Bezug zu der nahe gelegenen Aufnahmestelle für Tiere. Das Tierheim liegt an der Landstraße zwischen Hattersheim und Weilbach.

Marcus Reif (CDU) erklärte, dass seine Fraktion die Steuerbefreiung für Hunde aus Rüsselsheim und Hattersheim unterstütze. Dann müsse man jedoch beide Tierheime gleich behandeln und die finanzielle Unterstützung aufteilen. Falls in Flörsheim gefangene Hunde nur nach Rüsselsheim gebracht werden, sollte die Finanzierung für das dortige Tierheim allerdings höher ausfallen, meinte der CDU-Mann. Er sprach sich dafür aus, zunächst die Steuerbefreiung zu beschließen und die finanziellen Fragen im Rahmen der Haushaltsberatungen zu klären.

Melanie Ernst (SPD) schlug vor, die Steuerbefreiung auf alle Tierheime im Main-Taunus-Kreis auszuweiten. Eine Festlegung auf den gesamten Kreis biete den Vorteil, dass man die Satzung nicht anpassen müssen, falls Tierheime im Kreis hinzukommen oder wegfallen, meinte SPD-Mann Philipp Moritz, der in der jüngsten Sitzung einstimmig zum HFA-Vorsitzenden gewählt wurde. Die Idee der SPD fand jedoch ganz knapp keine Mehrheit. Die Steuerbefreiung soll künftig für Hunde aus den Tierheimen in Rüsselsheim und Hattersheim gelten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare