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Flörsheim: Beschleunigter Träger-Wechsel

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Diese Geschäftsräume an der Schulstraße kaufte die Stadt für eine Schulkind-Betreuung. Dies war aber nicht notwendig.
Diese Geschäftsräume an der Schulstraße kaufte die Stadt für eine Schulkind-Betreuung. Dies war aber nicht notwendig. © kRÖNER

„Pakt für den Nachmittag“ in Weilbach ab dem Jahr 2024 - Ärger über MTK-Gebührenmodell in Wicker.

Weilbach/Wicker -Manchmal geht es schneller, als man denkt - so zum Beispiel bei der Übernahme der Weilbacher Grundschulbetreuung durch den Main-Taunus-Kreis. Noch im Vorjahr hatte Erste Stadträtin Renate Mohr (GALF) erklärt, dass die Betreuung der Grundschule am Weilbach in etwa zehn Jahren als letzte städtische Schulkindbetreuung in die Trägerschaft Kreises übergehe. Nun präsentierte die Stadt dem Ortsbeirat eine Verwaltungsvereinbarung, die eine Übernahme des Betreuungsangebotes zum 1. August 2024 vorsieht.

Auslöser der Beschleunigung ist die Entscheidung der Schulleitung für den „Pakt für den Nachmittag“. Die Grundschule hatte die Aufnahme in das Programm im vergangenen Herbst beantragt. Der „Pakt“ sieht vor, dass das Land und der Kreis als Schulträger an fünf Wochentagen gemeinsam die Verantwortung für das Bildungs- und Betreuungsangebot an Grundschulen übernehmen. Die Grundschule gewährleistet damit ein Angebot für den Zeitraum von 7.15 bis 14.05 Uhr, das Eltern unentgeltlich nutzen können. Nachdem die Weilbacher Schule die Aufnahme in den „Pakt“ beantragt hatte, seien die Gespräche mit dem Kreis intensiver geführt worden, erläuterte Mohr in der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Die Veränderung erfordere die Zusammenführung von Schule und Betreuung unter der Verantwortung eines Trägers, heißt es in der Begründung der Verwaltung. Aus pädagogischer Sicht sei die Übernahme durch den Kreis von Vorteil, weil die Gesamtverantwortung und die Planung des künftigen Ganztagsangebotes beim Schulträger lägen. Auf der organisatorischen Ebene könne die Schulleitung die bestehenden Betreuungsangebote in das Pakt-Angebot der Schule integrieren. Wenn der Kreis die Weilbacher Schulkindbetreung im August übernimmt, wird nur noch die Betreuung an der Flörsheimer Paul-Maar-Schule in städtischer Hand sein. Bereits im Jahr 2016 ging die Betreuung an der Riedschule als erste Flörsheimer Schulkindbetreuung auf den Kreis über. Zum 1. August 2021 folgte die Betreuung an der Wickerer Goldbornschule.

Die Aufnahme der Weilbacher Grundschule in den „Pakt für den Nachmittag“ hatte weitere Folgen für die Stadt: Die ursprünglichen Pläne, die Schulkindbetreuung in den extra dafür von der Stadt erworbenen Geschäftsräumen in der Schulstraße 5 und 7 einzurichten, waren damit vom Tisch. Vorher hatte Stadträtin Mohr noch erklärt, man habe entsprechende Gespräche mit dem Kreis geführt - dies stellte sich dann als nicht mehr haltbar heraus. Die Schulleitung informierte die Stadtverwaltung, dass es durch die Neuordnung des Stundenplans möglich sei, Räume für die bis 16.30 Uhr gehende Schulkindbetreuung anzubieten. Die gekauften Büroräume sollen zu Wohnraum umgebaut werden. Leider habe die Stadt erst spät von den Plänen der Grundschule erfahren, erklärte nun die Erste Stadträtin im Ortsbeirat. Dies habe die Verwaltung vor weitere Herausforderungen gestellt, weil nun zu viel Personal in der städtischen Schulkindbetreuung beschäftigt war. Die Situation sei jedoch ohne betriebliche Kündigungen gelöst worden. Teile des Personals seien in der Paul-Maar-Schule oder der Stadtverwaltung untergekommen, so Mohr.

Thorsten Press (FDP) erkundigte sich im Ortsbeirat nach Preisschwankungen bei den Betreuungsgebühren für Geschwisterkinder. Der Weilbacher bezog sich auf die Situation in Wicker, wo es nach der Übernahme der Schulkindbetreuung durch den Kreis zu Gebührenerhöhungen kam. Ein betroffenes Wickerer Ehepaar berichtete dem Kreisblatt, dass es seit der Übernahme des Kreises monatlich 270 Euro mehr zahle als zuvor. Die Familie hat drei Kinder in der Betreuung, für die sie den vollen Preis zahlen muss. Ein gestaffelte Gebührenberechnung, bei der für das zweite und dritte Kind nur jeweils die halb Gebühr erhoben wird, greife nur bis zu einer Einkommensgrenze von 65 000 Euro brutto. Die Wickerer beklagen, dass viele Familien diese Grenze schnell überschreiten. Ortsvorsteher Thomas Schmidt (CDU) wies darauf hin, dass die Gebührenlage in Wicker schwieriger sei, da die Goldbornschule im Gegensatz zur Weilbacher Schule nicht dem „Pakt für den Nachmittag“ angehöre. sas

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