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Flörsheim: Bevor gebaut wird, muss es Baurecht für den zweiten Abschnitt geben

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Falls die Ortsumgehung gebaut wird, kann die Kreuzung Rüsselsheimer- und Mainzer Straße neu gestaltet werden.
Falls die Ortsumgehung gebaut wird, kann die Kreuzung Rüsselsheimer- und Mainzer Straße neu gestaltet werden. © Kröner

Beginn der Arbeiten für die Ortsumfahrung Weilbach wird nicht vor dem Jahr 2025 erfolgen - einst war der Start für 2023 geplant.

Flörsheim -Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man festhält, dass bei einigen Weilbachern in Bezug auf die geplante Ortsumfahrung schon seit vielen Jahren die Nerven blank liegen. Banner an Häuserfassaden machen den Ärger der Menschen über den andauernden Durchgangsverkehr sichtbar.

Die gemeinsame Sitzung des Bau-, Verkehrs-, und Umweltausschusses mit der Verkehrskommission sowie dem Weilbacher Ortsbeirat schien nun der optimale Zeitpunkt zu sein, um dem angestauten Frust Luft zu machen. Vertreter der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil und des zuständigen Planungsbüros Obermeyer informierten über den derzeitigen Stand des Projektes und beantwortete Fragen. Angesichts der Vorgeschichte verlief die Fragerunde aber fast schon überraschend kurz und ruhig. Zwar hatten sich mehr Besucher auf den Zuschauerplätzen eingefunden als gewöhnlich, und hier und da klang auch der Unmut der Weilbacher durch - von einer aufgeregten Stimmung konnte aber nicht die Rede sein.

Auf die Frage von SPD-Fraktionschefin Melanie Ernst, wann bei optimalen Bedingungen mit einer Eröffnung der Umgehung zu rechnen sei, wollte sich Thomas Ramolla vom Hessen-Mobil-Fachdezernat Planung nicht festlegen. Ex-Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) habe sich mit seiner Prognose für die Fertigstellung weit aus dem Fenster gelehnt, so Ramolla, der lediglich betonte, dass man mit Nachdruck an der Umgehung arbeite. Das Weilbacher Projekt sei die nächste Umgehung, die nach der Ortsumfahrung Eschenhahn folge. In Eschenhahn plane man den Baustart für das Jahr 2024. Kerstin Schleer vom Planungsbüro Obermeyer erläuterte die weiteren Schritte. Die Ausführungsplanung für die Umgehung könne erst erfolgen, wenn das Baurecht für den zweiten Bauabschnitt zwischen Raunheimer und Rüsselsheimer Straße geschaffen sei. Das momentane Ziel sehe eine Offenlegung des Planungsentwurfes im ersten Quartal 2023 vor.

Dazu hatte in den vergangenen Tagen eine Anfrage der SPD an den Magistrat für Verwirrung gesorgt. In der Antwort der Verwaltung hieß es, dass Hessen Mobil die Bauvorbereitung und Baudurchführung nach Vorliegen der Ausführungsplanung von der Stadt übernehme. Auf Nachfrage erläuterte Thomas Ramolla, dass laut der Verwaltungsvereinbarung zwischen Stadt und Hessen Mobil alle Maßnahmen bis einschließlich der Ausführungsplanung bei der Stadt liegen. Für die Ausführungsplanung habe sich das Büro Obermeyer bereits angeboten. Mit der Vergabe wolle man jedoch abwarten bis das Baurecht geschaffen ist.

GALF-Vertreter fragten nach, ob ein begleitender Radweg und die Gestaltung der Umgehung als Allee möglich seien. Kerstin Schleer erklärte daraufhin, das es eine Bepflanzung geben werde, eine Allee jedoch aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht vorgesehen sei. Ein Radweg sei nicht geplant, weil es bereits andere Radwegeverbindungen gebe. Weilbach werde durch die Umgehung so entlastet, dass der Radverkehr künftig durch den Ort fließen könne. Wilfried Theiß (SPD) wollte wissen, wie eine Verbindung nach Wicker vorgesehen sei, da die Anbindung der Umgehung an der Rüsselsheimer Straße in Richtung Flörsheim abknicke. Aus Wicker kommend befürchtete der Weilbacher lange Staus bei der Auffahrt auf die Umgehung. Thomas Ramolla erklärte, dass sich die Umgehungsstraße stärker auf den östlichen Teil Weilbachs beziehe. Die B 40 verlaufe aus Wicker kommend weiter durch den Ort. An der künftigen Verbindungsstelle auf der Rüsselsheimer Straße werde es eine Ampelschaltung geben. „Wir fühlen uns hingehalten“, klagte der Weilbacher Werner Siebel, der wissen wollte, ob neue Anforderungen an Gutachten zu weiteren Verzögerungen führen könnten. Aus Sicht von Thomas Ramolla ist dies „ein Blick in die Glaskugel“. Angesichs von ausgeweiteten Klimaschutzanforderungen sei die Straßenverkehrsbehörde zumindest nicht davor gefeit. sas

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