Im Flur wurden Pressevertreter über die Eigenheiten der neuen Kita neben der Riedschule informiert, Hier laufen, klettern und fahren sonst Kinder durch den Eingangsbereich. Foto: meh
+
Im Flur wurden Pressevertreter über die Eigenheiten der neuen Kita neben der Riedschule informiert, Hier laufen, klettern und fahren sonst Kinder durch den Eingangsbereich. Foto: meh

Neueröffnung

Flörsheim: Bewegung heißt das Konzept

Ehemaliger Hort an der Riedschule wurde saniert und zu einer Kindertagesstätte umgebaut.

Flörsheim -Aus einem politischen Streitfall ist was Sinnvolles entstanden. Die Rede ist vom ehemaligen Kinderhort an der Riedschule, der saniert wurde. Dafür wurden bislang 410 000 Euro investiert. Nach der Schließung der Horteinrichtung waren dort Flüchtlingsfamilien untergebracht. Das war weder gut noch auf Dauer den Menschen zumutbar. Trotzdem wurde ein bereits im Jahr 2017 gefasster Beschluss der Stadtverordneten nicht umgesetzt, den Familien Wohnungen anzubieten und dort wieder eine Kinderbetreuungseinrichtung anzubieten. Zuerst hatten sich die Freien Bürger dafür eingesetzt und einen entsprechenden Antrag gestellt. Nachdem der Beschluss jahrelang vor sich hindümpelte und nichts geschah, wurde nun innerhalb von fünf Monaten eine Betreuungseinrichtung für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren auf die Beine gestellt. Lediglich einige Restarbeiten sind noch zu erledigen. Anscheinend hat das neue hauptamtliche Führungsduo im Rathaus, Dr. Bernd Blisch (CDU) und Erste Stadträtin Renate Mohr (Galf), das möglich gemacht, was ihre Vorgänger nicht konnten oder wollten.

Zurück zur neuen Kita mit 340 Quadratmetern Nutzfläche. Schöne Bezeichnungen haben die neuen städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen (Kita). Nach der naturnahen Kita am Abenteuerspielplatz Keramag-Falkenberg gibt es nun eine Bewegungs-Kita an der Hauptlehrer-Urson-Straße. Und wie der Name schon sagt, wird dort viel Wert auf Bewegungen gelegt. "Austoben" hätte man früher dazu gesagt. So fallen schon im Eingangsbereich die dort aufgestellten Roller, Bobbycar und Zweiräder sowie Hula-Hoop-Reifen und "Bewegungsstationen" aus Holz auf. Im Eingangsbereich, der von der Schulhof-Seite aus begehbar ist, dürfen keine Straßenschuhe getragen werden. Denn schon der langgezogene Flur dient zum Bewegen.

An den Wänden sollen noch kleine Klettergerüste installiert werden. Ein Konzept, das laut der Kita-Leiterin Sabine Pelster derzeit ausgearbeitet wird, verbindet Bewegungsspiele mit Ruhephasen sowie einer gesunden Ernährung. Im Vergleich zu "normalen" Kitas werde besonders auf Bewegungs- und Ruhephasen großen Wert gelegt, erläuterte Sabine Pelster. Das könne beispielsweise schon mal einen Spaziergang am Main beinhalten. Ob mit dem Roller fahren, klettern, tanzen oder Yoga-Übungen: Alles dies soll den Drei- bis Sechsjährigen außerdem ermöglichen, ihre eigenen Grenzen zu finden. Das Essen wird übrigens in der Kita zubereitet, ein Caterer wird dort nicht zum Einsatz kommen, erklärte die Erste Stadträtin.

Sie wies darauf hin, dass es günstiger gewesen wäre, wenn die Räume nicht nur die Belegung mit Flüchtlingsfamilien derart strapaziert worden seien. Den für Wohnzwecke war und ist das im Jahr 1989 errichtete Flachdach-Gebäude nicht geplant gewesen. Trotzdem kommt die Stadt, finanziell betrachtet, gut davon: Von den insgesamt auf 430 000 Euro veranschlagten Kosten bekommt die Kommune 357 000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes Hessen. Somit verbleiben rund 73 000 Euro, die von der Stadt Flörsheim finanziert werden müssen.

Bislang sind es fünf Kinder, die zum Start in der neuen Kita betreut werden. Nach und nach sollen dann 50 Kinder in zwei Gruppen von sieben Fachkräften betreut und gefördert werden. Kita-Leiterin Sabine Pelster erläuterte, dass die Einrichtung auf eine gute Resonanz bei den Eltern gestoßen sei. Vor allem die Eltern, deren Kinder die Riedschule besuchen, wären froh über das benachbarte Angebot der Betreuungseinrichtung für die jüngeren Geschwister-Kinder. Renate Mohr wies darauf hin, dass überwiegend Anmeldungen von Familien aus der direkten Umgebung vorliegen. Zudem hätten nun alle über drei Jahre alten Kinder einen Betreuungsplatz. Niklaus Mehrfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare