Pfarrer Friedhelm Meudt predigte beim Gottesdienst zum 354. Verlobten Tag auf der Bühne am Gallus-Platz. Foto: kröner
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Pfarrer Friedhelm Meudt predigte beim Gottesdienst zum 354. Verlobten Tag auf der Bühne am Gallus-Platz. Foto: kröner

Bilanz

Flörsheim: "Bin erleichtert, dass es unter diesen Bedingungen gut gegangen ist"

Pfarrer Friedhelm Meudt zeigt sich mit dem Ablauf des 354. Verlobten Tages zufrieden.

Flörsheim -Viele Flörsheimer trotzten der Corona-Pandemie und begingen am Montag den 354. Verlobten Tag. Wie der diesjährige Flörsheimer Feiertag im Verhältnis zu vergangenen Auflagen abgeschnitten hat, kann Pfarrer Friedhelm Meudt nicht beurteilen. Der Geistliche richtete die Planungen für den höchsten Flörsheimer Feiertag, gemeinsam mit vielen Helfern, zum ersten Mal aus. "Ich habe keinen Vergleich zu anderen Jahren", erklärte der Theologe, der das Pfarrer-Amt in der Mainstadt im Vorjahr übernahm. In einem ersten Resümee äußerte sich Meudt aber zufrieden mit dem Verlauf. Er sei zudem erleichtert, "dass es überhaupt unter diesen Bedingungen gut gegangen ist".

Es gab einen Notfallplan

Das Fest, das auf ein Gelöbnis aus dem Pest-Jahr 1666 zurückgeht, fand unter besonderen Vorzeichen statt. Wegen der anhaltenen Corona-Krise lud die Gemeinde die Gläubigen nicht in die Kirche, sondern auf den Kirchplatz ein. Die anschließende Prozession wurde auf einer LED-Videowand übertragen. Dies machte die Veranstaltung nicht nur witterungsabhängig, sondern stellt die Organisatoren zudem vor technische Herausforderungen. Während die Videoschaltung auf den Kirchplatz funktionierte, gab es bei der gleichzeitigen Übertragung im Internet Probleme. Der Live-Stream auf Youtube scheiterte, Zuschauer auf Facebook konnten die Aufnahmen allerdings verfolgen. Er habe anschließend Rückmeldungen von Flörsheimern bekommen, die die Prozession "online" verfolgten, erzählte Friedhelm Meudt. Für alle, die das Ereignis verpasst haben, soll es jedoch künftig eine zweite Chance geben. Die gesamte Prozession sei aufgezeichnet worden, erklärte der Pfarrer. Das Video solle auf der Internetseite der Gemeinde abrufbar sein.

Die Organisatoren hatten 250 Stühle auf dem Gallus-Platz aufgestellt, die während des Gottesdienstes belegt waren. Er sei überrascht gewesen, wie viele Leute darüber hinaus am Rand der Kirchplatzes und entlang des Prozessionsweges standen, berichtete Friedhelm Meudt. Diese zusätzlichen Teilnehmer schätze er auf rund 150 Personen. Glücklicherweise hatte das Wetter am Vormittag gehalten. Was im schlimmsten Fall hätte passieren können, zeigt sich am Vortag, als das Serenadenkonzert des Musikvereins wegen eines Gewitters abgesagt werden musste. Auch für den Verlobten Tag gab es einen Notfallplan: Bei Starkregen hätte es wohl nur den Gottesdienst mit sakramentalem Segen auf dem Platz gegeben, sagte Meudt.

Fahrzeuge auf der Hauptstraße störten

Der Priester beendete seine erste Prozession zum Verlobten Tag mit dem lateinischen Schluss-Segen "Tantum ergo" am Altar auf dem Kirchplatz. Alle anderen Segenssprüche an den vorausgegangen drei Altären wurden auf Deutsch abgehalten. Auf Nachfrage erläuterte Friedhelm Meudt, dass diese Wahl nicht ungewöhnlich sei. Die Gemeinde kenne den lateinischen Segen vom Fronleichnamsgottesdienst und habe entsprechend mitgemacht. "Das ist das Einzige, was noch auf Latein verblieben ist", so der Geistliche.

Einige Besucher, die das Ende der Feier vom Rand des Kirchplatzes verfolgten, wunderten sich, dass noch während des Gottesdienstes wieder Autos auf der Hauptstraße rollten. Laut Pfarrer Friedhelm Meudt war mit dem Ordnungsamt abgesprochen, dass der Verkehr fließen darf, sobald die Prozession den Kirchplatz erreicht hat.

Video-Aufzeichnung war teuer

Die Pfarrgemeinde hat sich die Umsetzung des außergewöhnlichen Verlobten Tages einiges kosten lassen. Die Videotechnik sei nicht billig gewesen, räumte Meudt ein. Indessen wird der 354. Verlobte Tag wohl eine Ausnahme bleiben, was die Probleme bei der Ausrichtung betrifft. Dr Theologe würde es begrüßen, wenn der Tag künftig in altbekannter Form begangen werden kann. "Ich habe die große Hoffnung, dass wir nächstes Jahr wieder unter normalen Bedingungen feiern", sagte Friedhelm Meudt. sas

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