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Flörsheim: „Bruder-Volltreffer“ beim Gickelschlag

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Gewohntes Spiel in neuer Kulisse: André Köhn traf den Tonkrug beim Gickelschlag - genauso wie sein Bruder Steffen. FOTO: kröner
Gewohntes Spiel in neuer Kulisse: André Köhn traf den Tonkrug beim Gickelschlag - genauso wie sein Bruder Steffen. © Kröner

Das Gaudi ging erstmals auf dem Festplatz am Mainufer über die Bühne.

Flörsheim -Im Vorjahr hatten ihn einige Anhänger der Kerb schmerzlich vermisst. Gestern feierte der Gickelschlag seine Rückkehr ans Mainufer. Wer sich in den Kreis der Schaulustigen auf dem Festplatz einreihte, der verstand schnell, warum der Programmpunkt den Kerbebosche so sehr am Herzen liegt. Die ausgelassene Stimmung - die offensichtlich dem vorausgegangenen Frühschoppen im Festzelt zu verdanken war - steckte einfach an. Das Ziel des Gickelschlags ist so simpel wie unterhaltsam: Ein zufällig bestimmter Kandidat hat die Aufgabe, einen Tonkrug mit einem Dreschflegel zu treffen, während seine Augen verbunden sind. Was amüsant klingt, wird durch den Einsatz der Außenstehenden zur Gaudi. Man musste den Blick nur kurz in die Runde kreisen lassen, um die Emotionen von den Gesichtern der Zuschauer abzulesen. Die Menschenmenge ist stets Teil des Geschehens - zum einen, weil Freunde und Verwandte des Aktiven mit lautstarken Hinweisen die Richtung dirigieren zum anderen, weil viele Zuschauer Lose erworben haben, mit denen sie selbst als Kandidaten gezogen werden könnten. Für diejenigen die genauer hinschauen, erzählt der Gickelschlag jedes Jahr kleine Geschichten. Diesmal bestand die Besonderheit im neuen Austragungsort am Mainufer. Der Dreschflegel wurde erstmals nicht auf dem Gallus-Platz geschwungen, sondern zwischen den Schaustellerbuden am Main, wo die Kerbebosche ihr Festzelt aufgestellt haben.

Der Treffsicherheit tat dieses neue Umfeld offensichtlich gut: Von vier per Los ermittelten Kandidaten trafen drei ins Schwarze und konnten sich die Restaurant-Gutscheine sichern, die als Preise winkten. Die Ergebnisse der Auslosung hätten kaum interessanter ausfallen können. Gleich als erstes traf der Zufall den wohl Ältesten in der Runde. Mit Losnummer 71 hatte der 82 Jahre alte Norbert Herzog die Ehre, den Gickelschlag zu eröffnen. Der Ehrenvorsitzende des Rudervereins bewies, dass er immer noch Kraft in den Armen hat, verfehlte den Tonkrug jedoch mit allen drei Schlägen. Danach kam Unruhe aufseiten der ehemaligen Kerbebosche auf. Denn der diesjährige Aktive Matteo Bolender hielt das Los mit der nächsten Nummer zwischen den Fingern und ließ sich die Augen verbinden. „Schiebung“, brüllten die Exe dem Aktiven humorvoll entgegen - doch der 17-Jährige ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Geleitet von den Kommandos seiner Mitstreiter schaffte es Matteo, den erste Krug zerspringen zu lassen.

Die nächsten zwei Losentscheide fielen auf die Brüder André und Steffen Köhn, die beide erfolgreich waren, nachdem ein Bruder den jeweils anderen lautstark angefeuert hatte. Nachdem sie die Preise errungen hatten, lagen sich die Brüder jubelnd in den Armen. Besonders kurios ist der Umstand, dass beide schon beim Gickelschlag 2019 antreten durften. Damals traf jedoch nur André Köhn. Nach zwei Jahren Pause war den Geschwistern der gemeinsame Sieg nun doch noch vergönnt. „Wir sind Kerbebosche in dritter Generation“, erklärte André Köhn das Talent. Dass sie erneut ausgewählt wurden, lag wohl eher daran, dass sie zusammen 25 Lose erworben hatten. sas

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