Augen zu und durch: Yvonne Schnabel testet eine junge Frau am Drive-in-Testzentrum an der Stadthalle. Foto: kröner
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Augen zu und durch: Yvonne Schnabel testet eine junge Frau am Drive-in-Testzentrum an der Stadthalle.

Pandemie

Flörsheim: "Check-in" per QR-Code

Das Drive-in-Testzentrum an der Stadthalle wird beim Start gut angenommen.

Flörsheim -Der erste Hinweis ist schon am Wickerer Kreisel zu lesen: "Täglich kostenloser Schnelltest. Drive-in", steht auf einem Pfeil. Wer den Schildern durchs Stadtgebiet folgt, landet auf dem Parkplatz der Stadthalle an der Jahnstraße, wo sich zwei weiße Pavillon-Zelte hinter einem Bauzaun erheben. Seit Karfreitag kann sich dort jeder auf Coronaviren testen lassen. Voraussetzung für die digitale Datenübermittlung ist ein Smartphone. Kreisblatt-Mitarbeiter Sascha Kröner berichtet von seinem Besuch im Testzentrum Preventim am Eröffnungstag.

Um 8 Uhr morgens ging es los. "Die erste Testwillige kam mit dem Fahrrad", berichtet der in Wicker lebende Preventim-Geschäftsführer Frederic Lanz, der zur Mittagszeit bereits eine positive Zwischenbilanz zieht: Schon nach wenigen Stunden seien insgesamt 179 Tests ausgewertet worden - davon 178 negativ und einer ungültig. Dass ein Test aufgrund eines Materialfehlers ungültig werde, könne immer mal vorkommen, erklärt Lanz.

Während die Ergebnisse negativ ausfallen, ist die Stimmung an der Teststation positiv. Die Mitarbeiterinnen in den Ganzkörper-Schutzanzügen gehen in lockeren Gesprächen auf die Besucher ein und erläutern den Ablauf. Der beginnt damit, dass Teilnehmer, die sich vorher über die Internetseite corona-pitstop.de angemeldet haben, einen QR-Code mit dem Smartphone scannen - der sogenannte "Check-in". Dann haben die Testwilligen die Wahl, ob sie den Abstrich über den Mund oder die Nase durchführen lassen wollen. Die Nase war dabei oft die erste Wahl. Danach ist die Überprüfung fast schon abgeschlossen. Das Ergebnis wird zehn bis 15 Minuten später über eine App auf das Handy gesendet. Außerdem bekam jeder Getestete am Wochenende eine Packung Taschentücher, einen Schokoladen-Osterhasen und einen Eis-Gutschein mit auf den Weg. "Wir wollen ein Umfeld generieren, das sich nicht so anfühlt wie ein medizinischer Test", erläutert Frederic Lanz. Zur Mittagszeit war der Andrang am Drive-in-Testzentrum etwas zurückgegangen. Kurz darauf füllt sich der Parkplatz allerdings wieder mit Besuchern auf allen erdenklichen Fortbewegungsmitteln. Die Testwilligen kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf dem Motorrad oder mit dem Auto. Selbst ein Quad-Geländefahrzeug reiht sich in die Schlange ein. Rund 80 Prozent würden mit dem Auto vorfahren, erklärt Frederic Lanz.

Digital geht nicht für alle einfach

Die Motivation der Besucher ist unterschiedlich: Einige wollen sich erst mal nur über die kostenlosen Tests informieren. Diejenigen, die bereits online einen Termin vereinbart haben, nennen auf Nachfrage verschiedene Gründe. Ein Paar aus Hochheim, das sich durchs Autofenster testen lässt, erläutert, dass sie sich vor dem Osterwochenende mit der Familie absichern wollten. In der Wein- und Sektstadt gebe es zwar auch ein Testzentrum im Haus der Vereine. Er habe jedoch von Freunden gehört, dass es in Flörsheim einfacher sei, berichtet der Mann. Eine junge Frau erklärt hingegen, sie benötige den negativen Test für den Einlass in ein Raunheimer Fitness-Studio. Frederic Lanz, der Preventim zusammen mit dem zweiten Geschäftsführer Björn Kemper gegründet hat, sieht in seinem Angebot eine Chance für Betriebe, die ihre Mitarbeiter kostenlos testen lassen wollen: "Wir haben schon Anfragen von Firmen."

Im Verlauf einer Stunde zeigt sich, dass der digitale Ablauf des Angebots Segen und Hürde zugleich sein kann. Mehrfach muss Lanz älteren Besuchern bei der Installation der App auf ihrem Smartphone oder beim Scannen des Check-in-Codes helfen. Die technischen Voraussetzungen seien bei Personen über 80 Jahre manchmal schwierig, räumt der Initiator ein. "Unser Team findet aber irgendwie einen Weg." Zum Team gehören Mitarbeiter aus der Gastronomie und Krankenschwestern, die zuvor geschult wurden. Am Karfreitag führte unter anderem die Wickerin Yvonne Schnabel die Abstriche durch. "Ich versuche zu helfen, damit die Gastronomie bald wieder öffnen kann", erklärt die Betreiberin eines Gutsausschanks.

Insgesamt helfen derzeit rund 40 Mini-Jobber in mehreren Schichten bei den Corona-Tests. "Wir brauchen aber noch viel mehr", erklärt Frederic Lanz. sas

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