Frederic Lanz (re) ist Mitbegründer der Preventim-Schnelltest-Zentren. Vor einigen Wochen hatte er als Geschäftsführer eines renommierten Fachunternehmens ein Luftreinigungsgerät für das Stadtbüro übergeben. Rathauschef Dr. Bernd Blisch freute sich über die Spende. Foto: Stadt Flörsheim
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Frederic Lanz (re) ist Mitbegründer der Preventim-Schnelltest-Zentren. Vor einigen Wochen hatte er als Geschäftsführer eines renommierten Fachunternehmens ein Luftreinigungsgerät für das Stadtbüro übergeben. Rathauschef Dr. Bernd Blisch freute sich über die Spende.

Pandemie

Flörsheim: Das "Flörsheimer Modell" soll Schule machen

Das Unternehmen Preventim UG startet einen Schnelltest-Drive-In an der Stadthalle und bietet dazu einen App-Service an. Der Mitbegründer stammt aus Wicker.

Flörsheim/Wicker -Was der Staat mit seiner schwerfälligen Bürokratie nicht bewältigen kann, können pragmatisch denkende Unternehmer oft besser: Pünktlich zu den Familienbesuchen an Ostern geht am Karfreitag das laut Betreiber, dem Unternehmen Preventim UG, "erste volldigitale Schnelltest-Zentrum" in der Mainstadt an den Start. Mittels einer App erfolgt der Testvorgang von der Terminreservierung bis zur Datenübermittlung an das örtliche Gesundheitsamt komplett automatisiert.

Standort für das Drive-In-Testzentrum ist an der Stadthalle im Bereich der Jahnstraße. Das Angebot hat unter anderem ein bekannter Wickerer mit ausgetüftelt: Frederic Lanz. Der erfahrene Geschäftsführer ist, gemeinsam mit dem zweiten Geschäftsführer Björn Kemper, Gründer von Preventim UG. Am Sitz seiner Firma in Vreden ist bereits ein ähnliches Testzentrum entstanden.

Die Preventim UG schließe damit eine Angebotslücke für bisher fehlende Testzentren und sorge für ein effizientes Datenmanagement. Testpersonen bekommen ein digitales Testzertifikat direkt auf ihr Smartphone als Nachweis bei möglichen Öffnungsschritten. Durch die Beteiligung regionaler Akteure werde das Konzept zum "Flörsheimer Modell". Der ortsansässige Frederic Lanz will es auf weitere Kommunen übertragen.

Doch wie soll das in der Praxis funktionieren? Antwort: Einfach digital ein Termin-Ticket ziehen. Mit Auto, Rad oder zu Fuß zur Stadthalle kommen. Dort kann der Schnelltest kostenlos von geschultem Personal in der Zeltstation an der frischen Luft durchgeführt werden. Ohne weitere Wartezeit gibt es das Testergebnis schon nach circa 15 Minuten über das eigene Smartphone. Dann könnte es in die heimische Gastronomie, zur Arbeit oder zu anderen privaten Terminen gehen - so lautet jedenfalls die Vision hinter dem "Flörsheimer Modell".

Von Karfreitag an können sich Menschen aus der Region unkompliziert im neuen Zentrum an der Stadthalle testen lassen. "In unserem neuen Schnelltest-Zentrum ist alles digital - außer dem Abstrich", erläutert Frederic Lanz, Gründer der verantwortlichen Preventim UG. Große Testkapazitäten seien täglich möglich.

Digitaler Pass als Eintrittskarte

Im Mittelpunkt des Schnelltest-Angebotes steht die Internetseite oder eine App, über die alle relevanten Daten automatisiert verarbeitet werden. Diese können sich Nutzer kostenfrei über www.corona-pitstop.de herunterladen. Vor einer Testung geben sie einmalig ihre Kontaktdaten ein. Nach dem Test informiert die App über das Ergebnis. Ist dieses negativ, generiert sie ein Testzertifikat, das auf dem Smartphone des Nutzers eingespielt wird. In Zukunft soll es als digitaler Pass den Eintritt in gastronomische oder andere Einrichtungen ermöglichen.

Ist das Ergebnis hingegen positiv, erfolgt eine Meldung nicht nur an die Testperson, sondern unter Einhaltung des Datenschutzes zudem direkt an das Gesundheitsamt. Die App informiert den Nutzer, sich in Quarantäne zu begeben und einen Arzt für einen PCR-Test zu kontaktieren.

Darüberhinaus übermittelt das neue Preventim-Testzentrum täglich alle relevanten Daten zur Anzahl der Testungen und zu den Ergebnissen an das Gesundheitsamt. Der Main-Taunus-Kreis habe das Unternehmen für die Errichtung des Testzentrums beauftragt. Die Testungen werden von den Krankenkassen finanziert.

Die Mitarbeiter des Testzentrums entstammen vom Lockdown betroffenen Branchen wie der Gastronomie. Sie sind für die Schnelltestungen durch das Deutsche Rote Kreuz geschult.

Um einen Anreiz für regelmäßige Testungen zu schaffen, vergibt das Testzentrum kleine Präsente wie zum Beispiel Gutscheine für die örtliche Eis-Manufaktur. red

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