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Flörsheim: "Der Bach war noch nie ausgetrocknet"

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Tote Fische sind wegen der Trockenheit derzeit in vielen Fließgewässer zu finden, so auch im Weilbach. FOTO: dreisbach
Tote Fische sind wegen der Trockenheit derzeit in vielen Fließgewässer zu finden, so auch im Weilbach. © Privat

Ex-Ortsbeiratsmitglied Hans-Ulrich Dreisbach befürchtet negative Folgen für das Ökosystem.

Weilbach -Regen brauchen die Natur und der Mensch - die trockenen und heißen Sommertage bringen dies wieder mehr als deutlich ins Bewusstsein derjenigen Leute, die sich ansonsten gerne bei fast 40 Grad Celsius in südlichen Gefilden am Meer aufhalten. Denn überall ist sichtbar, was dauerhafte Trockenheit anrichtet. Viele Bäume, Pflanzen und Tiere halten die niederschlagsfreie Zeit nur bedingt für einige Tage aus. Nicht aber über Monate. Aber genau dies befürchten Klimaforscher. Ob es tatsächlich so weit kommt, steht auf einem anderen Blatt. Sicher ist nur: Noch nie erfolgte in Deutschland in einigen Gegenden die Traubenernte in den Weinbergen so früh wie im vergangenen sowie in diesem Jahr. Im benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz haben die Winzer jedenfalls schon mit der Traubenlese in den Wingerten begonnen. Wohlgemerkt im Hochsommer. Nun soll es bald wieder regnen, die Wetterexperten rechnen mit viel Starkregen in den nächsten Tagen. Doch damit ist gleichzeitig ein weiteres Problem im Anmarsch. Durch die Trockenheit sind die Böden bretthart, da bedeutet Starkregen zu viel des Guten, weil das Wasser nicht so schnell in das Erdreich versickern kann. So drohen zeitweilige Überschwemmungen wieder das Gegenteil von Trockenheit, nämlich feuchte Keller und Garagen, und hoffentlich nicht feuchte Wohnungen. Aber wann und wo dieser Platzregen auftreten wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand vorhersagen. Auch die Experten bislang nicht.

Ein Weilbacher, der sich viele Jahre für den Umwelt- und Naturschutz eingesetzt hat, unter anderem als Kommunalpolitiker, ist Ulrich Dreisbach. Seit 64 Jahren lebt der ehemalige Weilbacher Ortsbeirat Hans-Ulrich Dreisbach in seinem Heimatdorf, aber was er jetzt zu sehen bekam, stimmte ihn mehr als traurig. "Noch nie, so lange ich hier in Weilbach wohne, habe ich erlebt, dass unser Bächlein vollkommen ausgetrocknet war. Es war in den zurückliegenden Hitzesommern zwar oft ein Rinnsal, aber es war immer noch genügend Wasser vorhanden, so dass die Tiere in und um den Bach überleben konnten", erklärte das ehemalige Ortsbeiratsmitglied in einer Mitteilung.

"Wenn man als Fotoamateur sehr oft an dem Bächlein in der Natur unterwegs ist, so konnte man sich immer wieder an der Artenvielfalt erfreuen, die es hier gab. Neben Bachschmerlen, Prachtlibellen, vielen Vogelarten und Fledermäusen konnte man hier sogar ab und an seltene Eisvögel beobachten", berichtet Ulrich Dreisbach. "Wie und welche Auswirkung die Austrocknung des Fließgewässers auf diese Artenvielfalt hat, kann man zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht feststellen. Tatsache aber ist, dass dieses kleine ökologische Drama nicht ohne Folgen für das Ökosystem in und um das kleine Fließgewässer bleiben wird.", erläutert Ulrich Dreisbach seine Sicht der Dinge.

Als ehemaliger Kommunalpolitiker hofft der Weilbacher darauf, dass die Politik, "ganz gleich auf welcher Ebene, endlich die bedrohlichen und deutlichen Zeichen der Zeit erkennt und endlich handelt, die nun in Weilbach so deutlich und schmerzlich zu sehen sind". meh

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