Das Foto entstand lange vor der Pandemie: Wegen der Corona-Bestimmungen müssen die Kerbeborsch in diesem Jahr auf den üblichen Gickelschlag vor dem Gallus-Zentrum verzichten.
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Das Foto entstand lange vor der Pandemie: Wegen der Corona-Bestimmungen müssen die Kerbeborsch in diesem Jahr auf den üblichen Gickelschlag vor dem Gallus-Zentrum verzichten.

Kultur

Flörsheim: Der Gickelschlag fällt dieses Mal aus

Warum die Austragung der Kerb fast zu einem Politikum geworden wäre.

Flörsheim -Seit einigen Jahren wartet die Flörsheimer Kerb regelmäßig mit Hiobsbotschaften auf. Einmal war es die Sperrung des Gallus-Zentrums, die für die Verlegung der Feiern in ein Zelt sorgte. Ein anderes Mal fehlte Geld in der Kasse, um die Traditionsveranstaltung unter erschwerten Bedingungen organisieren zu können. Dann wurde eine geplante Vereinsgründung für einen Förderverein für die Kerb wieder sang- und klanglos abgesagt. Dann kam die Corona-Krise und machte die Pläne für eine ordentliche Kirchweih zunichte. Nun ist die Kerb 2021 ins Gerede gekommen und soll anscheinend zum Politikum hochstilisiert werden. Der Reihe nach: Nachdem die kommenden Corona-Auflagen für den Herbst im Sommer noch nicht klar waren, wurde bei der Stadtverwaltung nicht mit dem ansonsten üblichen Vergnügungspark am Mainufer gerechnet. Den Schaustellern hätte zu dieser Zeit keine Zusagen gemacht werden können, weil die Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie noch nicht sicher waren. Um unter Corona-Bedingungen, zum Beispiel mit Hilfe von Absperrbändern, dort ein Kerbeplatz zu organisieren, sei der Aufwand zu groß gewesen.

Kein Kerbetanz im Pfarrzentrum

In der Zwischenzeit war eines klar: Größere Besucherzahlen die dicht an dicht zusammenstehen sind bei Festivitäten im Herbst und Winter noch nicht zugelassen. Für die Kerbeborsch war das wie ein erneuter kleiner K.O.-Schlag. Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU) berichtete von einem Gespräch mit Kerbevadder Moritz Gebhardt. Der Tenor bei den Kerbeborsch sei zuerst gewesen, die Kerb abzusagen. Davon habe er den Kerbevadder aber abbringen können, erläuterte der Verwaltungschef. In Gesprächen, bei denen auch die Mitarbeiter von Kulturamt und Ordnungsamt dabei waren, sei der Vorschlag gemacht worden, dieses Mal auf dem Rathausplatz zu feiern. Dort sind Verkaufsbuden schnell aufgestellt, die Infrastruktur für Veranstaltungen - wie Stromanschluss und WC-Anlagen - ist dort außerdem vorhanden. Kerbevadder Moritz Gebhardt sei damit einverstanden gewesen. Die Kerbeborsch hatte ihrerseits bei der Pfarrgemeinde angefragt, ob sie das Gallus-Zentrum für den Kerbetanz benutzen könnten und erhielten eine Absage. Unter anderem hatte auch das Ordnungsamt diesem Vorschlag ablehnend gegenübergestanden. Denn es hätte an dieser Stelle nicht verhindert werden können, dass sich ein Teil der Feiernden in größeren Gruppen auf dem Platz vor dem Gallus-Zentrum aufhalte.

Überhaupt kein Verbot gebe es, dass in den Flörsheimer Wirtschaften - wie sonst auch - bereits freitags die Kerb "eingeläutet" wird, betonte Dr. Bernd Blisch auf Nachfrage. So war also klar: Freitags bleibt es beim Besuch der Kneipen, samstags und sonntags wird auf dem Rathausplatz gefeiert und der Gickelschlag fällt wegen der Probleme mit der Abstandsregelung aus. Doch in der Zwischenzeit hatte sich der Küster der Gallus-Kirche, Wilhelm Bachmann, gemeldet und reklamierte, dass die Kirchweih auf dem Platz vor der Gallus-Kirche gefeiert werden solle. Da gehöre sie einfach hin.

Bürgermeister Dr. Bernd Blisch weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kirchweih in den vergangenen Jahrzehnten "noch nie auf dem Gallus-Platz gefeiert wurde". Vielmehr habe es den Vergnügungspark am Mainufer gegeben und die sonst üblichen Veranstaltungen hätten im Pfarrzentrum Sankt Gallus stattgefunden. meh

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