Wolfgang Odermatt Archiv-FOTO: nietner
+
Wolfgang Odermatt Archiv-FOTO: nietner

Porträt

Flörsheim: Der Mahner für eintolerantes Miteinander

Ex-Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Odermatt feiert seinen 75. Geburtstag.

Keramag-Falkenberg -Sicherlich hat Wolfgang Odermatt ohne viel öffentlichen Wirbel dazu beigetragen, dass es in den Stadtverordnetenversammlungen zwar manches Mal hart, aber fair zuging. Der ehemalige CDU-Vorsitzende (1997-2007) und ehemalige Stadtverordnetenvorsteher war ein Mann des Ausgleichs. Dies wollte er nicht nur wegen seines Ehrenamtes sein, das manche Protagonisten heute mit viel Pathos vor sich hertragen als sei es das wichtigste Amt auf Erden. Nein, der ehemalige Ministerialbeamte war anders gestrickt. Er wollte einfach fair gegenüber allen sein - Mehrheitskoalition oder Opposition. Heute wird der Flörsheimer, der im Ortsteil Keramag-Falkenberg wohnt, 75 Jahre alt.

Für Wolfgang Odermatt war als überzeugte Demokrat klar, das beide Blöcke das Recht hatten über die besten Lösungen zu diskutieren. Dass dabei in der Hitze des verbalen Gefechts schnell eine Linie überschritten wird, war dem stets jovial auftretenden Christdemokraten bewusst. Für ihn galt als oberste Maxime, dass die Beiträge der Stadtverordneten nicht beleidigend sein durften. Er verstand sich eher als Moderator denn als Dompteur. Wolfgang Odermatt hat in seinem Berufsleben einiges hinter sich gebracht. Dabei blieben ihm Ränkespiele nicht erspart. Im rheinlandpfälzischen Umweltministerium hatte er als CDU-Mann eine leitende Position inne. Dass diese Situation für ihn nicht einfach war, ließ er ab und an bei Gesprächen am Rande der politischen Termine anklingen. Beschwert hat er sich darüber aber nicht. Es war eher ein Hinweis darauf, dass er alle Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung gleich behandeln wollte - eben auch "seine" eigene von der CDU.

Wolfgang Odermatt konnte konziliant auftreten und trotzdem direkte und unbequeme Fragen stellen. So machte er sich einmal bei der Suche nach einem geeigneten CDU-Kandidaten oder Kandidatin tiefgehende Gedanken. "Was meinen Sie, könnte in einem katholischen Flörsheim auch ein Kandidat antreten, der evangelisch ist?", fragte Odermatt, der als evangelischer Christ um die vermeintlich starke Präsenz bei den katholischen CDU-Anhängern wusste.

Seine oft als Zögerlichkeit ausgelegte Haltung war immer von dem Versuch geprägt, die Gegensätze bei den Fraktionen auf ein für Flörsheim förderliche Art und Weise zu kanalisieren. In dieser Hinsicht und mit dieser Haltung zeigte sich Wolfgang Odermatt nicht nur als Mahner für ein tolerantes Miteinander, sondern auch als überzeugter Flörsheimer.

Insgesamt 28 Jahre hat sich der CDU-Politiker bisher kommunalpolitisch für die Mainstadt engagiert. Der Witwer und Vater von vier Kindern, der seit 32 Jahren im Stadtteil Keramag/Falkenberg wohnt, war 1984 in die CDU eingetreten. Seine erste erfolgreiche Initiative in der Kommunalpolitik war damals die Einrichtung eines eigenen Ortsbeirats für seinen Stadtteil, der heute noch Bestand hat und dem Wolfgang Odermatt nun schon seit vielen Jahre angehört.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare