Sie sind froh, dass es endlich weitergeht: Weinkönigin Isabel Koscielski (links) und Prinzessin Magdalena Anthes repräsentieren Wicker als frisch gekröntes Duo. FOTO: Kröner
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Sie sind froh, dass es endlich weitergeht: Weinkönigin Isabel Koscielski (links) und Prinzessin Magdalena Anthes repräsentieren Wicker als frisch gekröntes Duo.

Ehrenamt

Flörsheim: Die Majestäten sind Nachbarinnen

Auf was sich die neue Weinkönigin Isabel Koscielski und Prinzessin Magdalena Anthes besonders freuen.

Wicker -Wer im Ortskern von Wicker unterwegs ist, kommt an den neuen Weinmajestäten nicht vorbei. Auf dem Weg von der Kirschgartenstraße in die Pfarrhausstraße strahlen Weinkönigin Isabel Koscielski und Prinzessin Magdalena Anthes von einem großen Banner auf die Fußgänger herab. "Das haben unsere Familien organisiert", erzählen die jungen Frauen, die im wirklichen Leben genauso freudig strahlen, wenn sie von ihrer Krönung und der bevorstehenden Aufgabe berichten. Nun sind die Wickerinnen als neues Majestäten-Duo im Amt.

Obwohl ein paar Jahre zwischen ihnen liegen, sind die Repräsentantinnen des Wickerer Rebensaftes miteinander vertraut. "Wir sind Nachbarinnen", sagt Isabel Koscielski (24). Königin und Prinzessin wohnen nur zwei Häuser auseinander. "Da muss man sich einfach kennen", sagt Magdalena Anthes (17 Jahre).

Beide mussten sich lange gedulden: Normalerweise sind Weinmajestäten in Wicker zwei Jahre gemeinsam im Amt - dann gibt die Königin die Krone an ihre Prinzessin ab, die das Weindorf für weitere zwei Jahre vertritt. Aufgrund der Corona-Krise wurde die für April 2020 angesetzte Krönung verschoben. Kurz bevor Isabel Koscielski das Krönchen von Vorgängerin Madeleine Venino übernehmen sollte, brach die Pandemie aus. So kam es, dass die 24-Jährige mehr als drei Jahre Prinzessin war. Magdalena Anthes stand derweil in den Startlöchern. "Ich hatte Angst, dass es mit Corona noch weiterläuft", sagt sie. Sie habe sich schon vor ihrem Amtsantritt darüber telefonisch mit Isabel Koscielski ausgetauscht.

Ihr Weg sei bereits seit der Kindheit vorbestimmt gewesen, erzählt Magdalena Anthes lachend. Die Familie, die eine Straußwirtschaft und Weinbau im Nebenerwerb betreibt, habe immer gesagt, dass sie einmal Weinmajestät werde. Königin Isabel I. kommt zwar nicht aus einer Winzerfamilie, empfindet deshalb aber nicht weniger Begeisterung für ihr verantwortungsvolles Amt. "Es ist schön, die Winzer und den Heimatort zu vertreten", meint die 24-Jährige.

Im Juni ging es wieder los. Nach langer Unterbrechung besuchte Isabel Koscielski die Krönung der Wallufer Weinkönigin. 27 Weinmajestäten seien dort gewesen. "Da freut sich jede, dass man sich wieder sieht und gemeinsame Termine hat", erklärt die Wickerin, die damals noch als Prinzessin teilnahm. Im Vorjahr war ihr Terminplan aufgrund der Corona-Einschränkungen stark geschrumpft. Am Freitag hatten die neu gekrönten Wickerer Majestäten nun ihre erste gemeinsame Zeremonie in Hochheim. Am Sonntag waren sie in Oestrich zu Gast. "Ich gehe davon aus, dass noch einiges kommen wird", sagt Isabel Koscielski. Dass sich die Verpflichtungen am Wochenende wieder häufen, sehen die Weinmajestäten positiv. Die Pflicht lasse sich gut mit dem Freundeskreis vereinbaren, sagt Isabel I. Sie habe noch keine negativen Rückmeldungen bekommen, und einige ihrer Freunde würden die Weinfeste ebenfalls besuchen. "In Wicker kommt man gar nicht drumherum", meint die Königin. Bei jungen Leuten liege Wein im Trend. "Man sieht mehr junge Leute an Weinprobierständen", stellt die Weinkönigin fest. Für viele ihrer Freunde sei ihre Tätigkeit als Weinprinzessin etwas Unbekanntes, räumt Magdalena Anthes ein. Da sie in Kriftel zur Schule gehe, habe sie viele Bekannte in Hofheim. Die Prinzessin könne sich vorstellen, nach ihrem Fachabitur etwas mit Weinanbau zu machen. Ein Bezug zum Weinbau sei aber kein Muss für das Ehrenamt, ergänzt Isabel Koscielski. Sie ist bei einem Pharmaunternehmen beschäftigt und schließt parallel ihren Studiengang zur Biologielaborantin ab. sas

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