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Flörsheim: Die Schreie sind der Applaus

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Halloween-Vorbereitung mit Köpfchen: Maik Peters und Chiara Kreuzer freuen sich schon darauf, den Gästen am Samstag einen Schrecken einzujagen.
Halloween-Vorbereitung mit Köpfchen: Maik Peters und Chiara Kreuzer freuen sich schon darauf, den Gästen am Samstag einen Schrecken einzujagen. © Kröner, Sascha

Verein Krake baut die Rangierbar für ein Halloween-Spektakel um.

Flörsheim -Wer spuken will muss fleißig sein. Denn schließlich erschrecken sich die Menschen an Halloween nicht von alleine. Das wissen auch die Helfer des Vereins Krake, die die Flörsheimer am Wochenende das Fürchten lehren wollen und dafür etliche Arbeitsstunden investieren. In dieser Woche betreiben sie den aufwendigen Umbau des Güterschuppens, an dessen Ende sich mancher regelmäßige Gast des dortigen Jugendtreffs nicht mehr alleine in die Räume traut. Genau diese Überwindung macht für viele Besucher den Reiz der alljährlichen Schocktherapie aus. Wer auf Gruselatmosphäre steht, sollte sich deshalb die Kostüm-Party samt Horror-Labyrinth am Samstag, 29. Oktober, vormerken.

Schon vor einigen Tagen starteten die Krake-Aktiven mit einer unheimlichen Inventur. Was die Halloween-Fans dabei aus dem Keller unter der Rangierbar ans Tageslicht förderten, konnte manchem Passanten die Haare zu Berge stehen lassen: Kisten voller Grabsteine, bis zum Rand mit Totenschädeln gefüllte Körbe und Tüten, aus denen Körperteile ragten, gingen durch die Hände der Helfer. Den Aktiven kann dieses Sortiment des Schreckens nichts mehr anhaben. „Horrorfilme schaue ich zum Einschlafen“, sagt der 21 Jahre alte Maik Peters, der schon mehrmals im Güterschuppen mitgeholfen hat. Chiara Kreuzer findet den Grusel auf der Leinwand schon eher unangenehm, hat mit Halloween-Dekoration jedoch keine Probleme. Horrorlabyrinthe, wie sie mittlerweile in vielen größeren Freizeitparks angeboten werden, besuche sie sogar gerne. „Das ist wie Achterbahn fahren“, meint die 20-Jährige, die sich schon darauf freut, mit weißen Kontaktlinsen und einer gruseligen Verkleidung im Labyrinth auf Besucher zu lauern. „Die Schreie der Leute sind unser Applaus“, so die Flörsheimerin.

Ehrenamtliche „Erschrecker“ sollen am Wochenende aber nicht die einzige Ursache für Gänsehaut sein. Einige leidenschaftliche Tüftler aus den Reihen des Vereins haben die Steigerung des Grauens mittlerweile auf ein hohes technisches Niveau gehoben. Im „Gruselschuppen“ gefriert das Blut der Gäste auf Knopfdruck oder per Sensorschaltung. Elektronische Auslöser lassen Wände wackeln, Lichter erlöschen und zuvor regungslose Figuren plötzlich zum Leben erwachen. Natürlich stehe die sichere Durchführung immer im Vordergrund, betont Andreas Ecke, der für viele der Effekte zuständig ist. In den vergangenen Jahren wurden über 100 Meter Holzlatten und 200 Meter Kabel verbaut, um den kontrollierten Spuk zu ermöglichen.

Doch braucht es in Zeiten des Krieges in der Ukraine tatsächlich noch zusätzliche Schreckensbilder an Halloween? Die Macher der Horror-Veranstaltung sehen da einen klaren Unterschied. „Wir wollen unseren Gästen eine Möglichkeit bieten, von alltäglichen Sorgen abzuschalten“, erklärt Andreas Ecke. „Tatsächliche Ängste werden hier für einen Abend durch einen harmlosen vorübergehenden Schrecken abgelöst“, führt der Helfer aus. Und am Ende seien die Gäste immer noch mit einem Lachen aus dem Ausgang gekommen. Der Verein Krake empfiehlt allerdings, dass Besucher unter zehn Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen durch die gruseligen Gänge laufen sollten.

Das Horror-Labyrinth im Güterschuppen am Bahnhof öffnet am Samstag, 29. Oktober, ab 17 Uhr. Die Halloween-Party in den benachbarten Räumen der Rangierbar startet dann um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Neben Cocktails und Musik wird es einen Kostümwettbewerb geben. Die beste Verkleidung von Kindern im Alter bis 16 Jahre wird bereits um 19 Uhr prämiert. Eine zweite Preisverleihung für ältere Gäste findet um 23 Uhr während der Halloween-Party statt. sas

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