An einigen Stellen des Mainufers sind die Wege bereits vom Hochwasser überspült. Fotos: meh
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An einigen Stellen des Mainufers sind die Wege bereits vom Hochwasser überspült.

Hochwasser

Flörsheim: Die Situation am Mainufer ist derzeit noch "völlig harmlos"

Der Leiter der Wasserwehr hält es für möglich, dass am Wochenende der Pegel stark ansteigt.

Flörsheim -Die schräg abfallende Uferböschung ist verschwunden. Am Flörsheimer Mainufer fließt das Wasser derzeit auf einer Höhe mit dem angrenzenden Fußweg. An einigen Stellen ist der angeschwollene Fluss schon seit Tagen über das Ufer getreten. Dreieckige Schilder mit schwarzen Ausrufezeichen warnen vor den tiefen Pfützen, die direkt in den Main überzugehen scheinen.

Einer, der die momentane Lage entlang des Flusses genau beobachtet, ist Volker Draisbach. Der Feuerwehrmann leitet die Flörsheimer Wasserwehr, die sich aus Mitarbeitern des Bauhofes sowie den Aktiven der drei Feuerwehren zusammensetzt. Zu seinen Aufgaben gehöre es, die Einsatzpläne zu erstellen und Rücksprache mit dem Regierungspräsidium in Darmstadt zu halten, erläutert Draisbach. Obwohl für das Wochenende weiterer Regen angekündigt ist, ist der Leiter der Wasserwehr noch entspannt. "Völlig harmlos" sei die Lage momentan.

Der Bauhof habe die ersten Warnschilder aufgestellt, um Fußgänger vor Unebenheiten in den Pfützen zu warnen, sagt Volker Draisbach. Viel mehr könne die Wasserwehr momentan noch nicht tun. Das Regierungspräsidium gebe die weiteren Schritte vor. Der erste Pegel, bei dem die Helfer tätig werden, liege bei 3,40 Meter, erläutert Volker Draisbach. Ab diesem Wasserstand schließe die Stadt die Kanäle. Außerdem würden die Lampen am Mainuferweg abgeschaltet. Draisbach hält es für möglich, dass diese Stufe am Wochenende erreicht werden könnte.

Je nach Anstieg des Hochwassers folgen weitere Maßnahmen. In der Vergangenheit kam es schon vor, dass Helfer der Wasserwehr die Spundwände an der Obermainstraße und der Pfarrer-Münch-Straße aufbauen mussten, um die Altstadt zu schützen. Auch der Maindeich zwischen Flörsheim und Eddersheim ist immer im Fokus. Sollte es zu starken Überschwemmungen kommen, kontrolliert eine Deichwache auf dem Damm. Der Wall werde dann regelmäßig auf Schäden und durchlässige Stellen überprüft, erklärt Volker Draisbach. Nachts übernehme die Feuerwehr diesen Dienst.

Der Maindeich ist in die Jahre gekommen und soll bekanntlich in naher Zukunft erneuert werden, weil er einem Jahrhunderthochwasser nicht mehr standhalten würde. Die Untersuchungen des Deichs und umliegenden Flächen sowie die Planungen für die Damm-Sanierung haben bereits begonnen.

In der jüngeren Vergangenheit habe sich kein schweres Hochwasser in Flörsheim ereignet, sagt der Wasserwehr-Leiter. Die letzte starke Überschwemmung traf die Mainstadt im Jahr 2011, als der Mainpegel bei rund fünf Metern lag. Für den Fall, dass die vorhandenen Helfer irgendwann nicht mehr ausreichen, kann die Stadt weitere Flörsheimer zur Hilfe auf dem Deich heranziehen. Im vergangenen Jahr beschlossen die Stadtverordneten eine neue Satzung, die alle tauglichen Flörsheimer im Alter von 18 bis 28 Jahre zum Wasserwehrdienst verpflichtet.

Bisher sei es in den 30 Jahren seiner Dienstzeit aber nie vorgekommen, dass die Helfer nicht ausreichten, erklärt der ehemalige Stadtbrandinspektor. Für dieses Jahr sieht er bisher keine große Gefahr. "Wir gehen mal davon aus, dass wir glimpflich davon kommen", meint der Leiter der Wasserwehr. sas

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