Er studiert bald wieder in Rom: Kaplan Nikolaus von Magnis verabschiedet sich von der Pfarrgemeinde am 4. September in einem Gottesdienst in Wicker, einen Tag später dann in Hochheim.
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Er studiert bald wieder in Rom: Kaplan Nikolaus von Magnis verabschiedet sich von der Pfarrgemeinde am 4. September in einem Gottesdienst in Wicker, einen Tag später dann in Hochheim.

Kirche

Flörsheim: "Die Themen von PfarrerJung sind nicht meine"

Kaplan Nikolaus von Magnis erlebte in der Mainstadt eine schwierige und lehrreiche Zeit.

Flörsheim -Als "recht turbulent und untypisch" beschreibt Kaplan Nikolaus von Magnis seine Zeit in Flörsheim, die deutlich länger ausfiel als ursprünglich geplant. Er habe Dinge erfahren, die man sich für eine erste Kaplanszeit nicht unbedingt wünsche, erklärt der 33-Jährige. Rückblickend werte er die Herausforderungen jedoch als Chance. "Das lässt einen wachsen", sagt der Geistliche, dessen Zeit in der Mainstadt zum 1. September endet.

Ursprünglich sollte der gebürtige Königsteiner nur für ein Jahr in Flörsheim bleiben. Als er im September 2018 ankam, hatte er bereits die ersten beiden Jahre seiner dreijährigen Ausbildungszeit mit einem Lizenziatsstudium in Rom verbracht. Ein weiteres praktisches Jahr sollte folgen.

Doch dann kam alles anders: Nach dem unerwarteten Weggang von Pfarrer Sascha Jung im März 2019 habe ihn das Bistum gebeten, länger zu bleiben und eine volle Kaplanszeit von drei Jahren in Flörsheim zu absolvieren, erzählt Nikolaus von Magnis . Dass er dies nicht von Beginn an wusste, bedauert der Kaplan im Nachhinein. Wenn man damit rechne, dass man nur ein Jahr vor Ort sei, gehe man eine Stelle ganz anders an, sagt der Geistliche. "Man packt dann natürlich keine großen Projekte an."

Neben der plötzlichen Verlängerung seines Aufenthaltes, zwang der Rückzug von Pfarrer Jung den Kaplan auch zur grundsätzlichen Auseinandersetzung mit seinem eigenen geistlichen Weg. "Wenn der Pfarrer von einem auf den anderen Tag verschwindet, stellt einen das vor Fragen", erläutert Nikolaus von Magnis. Sascha Jung entschied sich gegen das Leben im Zölibat und hat mittlerweile eine Familie gegründet. Er habe daraufhin für sich selbst klären müssen, warum er diesen Weg weitergehe, sagt Nikolaus von Magnis. "Die Themen von Pfarrer Jung sind nicht meine", betont der Kaplan. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass er aus tiefstem Herzen für Gott und die Menschen Priester sein wolle.

Das Bistum setzte Pfarrer Franz Lomberg als vorübergehenden Pfarrverwalter in Flörsheim ein. Dieser wurde schließlich vom derzeitigen Pfarrer Friedhelm Meudt abgelöst. Somit habe er drei Pfarrer in drei Jahren erlebt, beschreibt der Kaplan die unruhigen Jahre. Als sei dies nicht schon genug, brach dann auch noch kurz nach der Ankunft von Pfarrer Meudt die Corona-Pandemie aus. Nikolaus von Magnis beschreibt die vergangenen Monate als eine schwierige aber auch sehr lehrreiche Zeit. Durch Corona habe er erfahren was alles wegfällt, wenn man sich nicht mehr zwischenmenschlich begegnen kann. Als spannend empfand der 33-Jährige auch die Beratungen zur Bildung einer Großpfarrei am Untermain, deren Anfänge er mitbekam. Der Prozess, in dessen Verlauf Flörsheim und Hochheim in einer neuen Pfarrei aufgehen, ist noch nicht abgeschlossen.

Nikolaus von Magnis wird die Pfarreigründung nicht mehr in Flörsheim miterleben. Er kehre zum Studium nach Rom zurück, wo er eine Lizenz in Kirchenrecht erwerben wolle, erklärt der Kaplan. Die Entscheidung sei auf Wunsch des Bischofs gefallen. Und danach? "Kirchenrechtler werden im Bistum immer gebraucht", sagt von Magnis. Es sei aber auch kein Problem, nebenher noch eine Pfarrei zu leiten. Er freue sich auf den nächsten Schritt, habe aber auch Respekt vor dem Studium, sagt der 33-Jährige, der zunächst noch an den Feierlichkeiten zum diesjährigen Verlobten Tag teilnehmen wird. Am 4. September verabschiedet sich der Kaplan in einem Gottesdienst in Wicker, am 5. September ist ein Abschiedsgottesdienst in Hochheim vorgesehen. sas

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