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Flörsheim: Dreispitz-Laube vor dem Aus?

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Auf einem kleinen Areal in den Weinbergen sollte in der Dreispitz-Laube Wickerer Wein angeboten werden. Die anfängliche Euphorie bei den Betreibern ist wegen der Behördenauflagen aber nun verschwunden. FOTO: privat
Auf einem kleinen Areal in den Weinbergen sollte in der Dreispitz-Laube Wickerer Wein angeboten werden. Die anfängliche Euphorie bei den Betreibern ist wegen der Behördenauflagen aber nun verschwunden. © Privat

Weinstand-Betreiber berichten über Probleme mit Genehmigungen.

Wicker -Vor zwei Wochen herrschte noch Euphorie. Die Wickerer Unternehmer Frederic Lanz und Alexander Venino hatten gerade die Vorbereitungen für ihre Weinlaube namens Dreispitz abgeschlossen und standen vor der Eröffnung. Mit einer vorübergehenden Ausschankgenehmigung wollten die Geschäftspartner bis zum Jahresende Gäste in den Weinbergen empfangen. Sogar ein Glühweinverkauf im Winter war im Gespräch. Nun scheint die Öffnung deutlich vorübergehender gewesen zu sein, als von den Initiatoren erwartet. Nachdem mehrere Ämter den Weiterbetrieb untersagt haben, bleibt der Ausschankwagen zwischen dem Tor am Rheingau und der Flörsheimer Warte geschlossen. Lanz sieht mittlerweile keine Zukunft für das neue gastronomische Projekt. "Das ist nicht gewollt", sagt der Wickerer.

Der Standort am Rand der Weinberge gehört zur Pacht von Alexander Venino. Die Dreispitz-Betreiber haben das Areal mit Sitzgarnituren, einer hölzernen Pergola, einem Ausschankwagen, Wassertanks und einer mobilen Toilette ausgestattet. Das städtische Ordnungsamt habe nach einer Begehung die vorübergehende Ausschankgenehmigung erteilt, erzählt Frederic Lanz. Aus seiner Sicht haben die Geschäftspartner keinen Fehler gemacht. Ihm sei mitgeteilt worden, dass eine bauliche Genehmigung nur für feste Bauten mit Fundament erforderlich sei.

Zwei Tage vor der Eröffnung am 11. August sei er vom Flörsheimer Bauamt an den Main-Taunus-Kreis verwiesen worden, erzählt Lanz. Die Mitarbeiter im Kreishaus hätten ihm mitgeteilt, dass jeder Ausschank im Außenbereich eine bauliche Genehmigung des Kreisbauamts erfordere. Lanz fand dies nicht nachvollziehbar. Er habe sich darauf berufen, dass Winzer, die während des Weinfestes ihre Stände in den Weinbergen aufbauen, nichts anderes machen. "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", meint der Geschäftsmann. Am ersten Wochenende öffnete der Dreispitz trotz der unklaren Vorgaben. Vom Kreis sei ihm später mitgeteilt worden, dass die Genehmigung für Winzer während des Weinfestes etwas anderes ist, weil diese dem Marktrecht unterliege, berichtet Frederic Lanz. Der Gegenwind für den neuen Weinausschank habe in den folgenden Tagen zugenommen, so Lanz. Die Stadtwerke hätten das Standrohr für die Befüllung des Wassertanks zurückverlangt, bis alle Genehmigungen vorliegen.

Dennoch öffnete der Dreispitz am folgenden Donnerstag erneut. Einen Tag später sei dann unangekündigt ein Mitarbeiter der Lebensmittelbehörde aufgetaucht, der sich außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Gelände umschaute. Laut Frederic Lanz bemängelte der Mann, dass der Wassertank nicht abschließbar war. Außerdem habe der Behördenvertreter in Frage gestellt, ob der Schlauch zwischen Tank und Ausschankwagen den Anforderungen entspreche. Eine kurzfristige Korrektur dieser Kritikpunkte sei keine Option gewesen. Ihm sei nahe gelegt worden, den Ausschank nicht mehr zu öffnen, berichtet der Wickerer.

"Aus dieser schönen Idee ist jetzt ein riesiger Kraftakt geworden", sagt Frederic Lanz, der das Gefühl hat, dass ihm gezielt Steine in den Weg gelegt werden sollen. Er selbst habe den Ausschank nie als Konkurrenz zur Warte oder dem Weinprobierstand gesehen. Auf Nachfrage räumt er aber ein, dass er auch von Winzern gehört habe, die von dem neuen Angebot nicht begeistert gewesen seien. Mittlerweile hat der Unternehmer einen Antrag auf eine bauliche Genehmigung beim Main-Taunus-Kreis eingereicht. Dass dieser tatsächlich erfolgreich sein könnte, erwarte er nach den bisherigen Vorkommnissen aber nicht mehr. sas

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